Das Château d’Orion kocht ein köstliches Zwei-Gänge-Menü für uns

Ein vorweihnachtliches Menü von Manuel Kohler, Schlosskoch im Château d’Orion Das „Château d’Orion“ ist ein historisches Schloss, das einst ein Laienkloster war und idyllisch im Südwesten Frankreich zwischen Biarritz und Pau liegt. Das 500 Jahre alte Château ist heute eine wunderbare Begegnungsstätte im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft. In der Schlossküche kann man dies auch kulinarisch erleben. Dabei gilt dort das Grundprinzip „64“, was sich vom Département 64 ableitet. Konkret heißt das, dass überwiegend Waren und Produkte bezogen werden, die aus einem Umkreis von nicht mehr als 64 Kilometern kommen und aus nachhaltiger Landwirtschaft stammen. Außerdem verfügt das Landgut über einen eigenen Permakultur-Garten voller frischem Obst und Gemüse. Dank des Gartens kann sich der Betrieb zu großen Teilen autark versorgen. Manuel Kohler ist einer der Schlossköche im Château d’Orion und verrät uns heute seine liebsten Rezepte, die man wunderbar kombinieren und so ein festliches Zwei-Gänge-Menü zaubern kann: Süßsauren Butternusskürbis mit gebratenen Pilzen und cremiger Polenta als Hauptspeise und marinierte Erdbeeren mit Holunderblüten und Baiser-Häubchen zum Dessert. Wir finden: Ein himmlischer Genuss! Zutaten für süßsauren Butternusskürbis mit …

Warum finden wir weibliche Körperhaare eklig?

Das Stigma der Körperbehaarung hat eine lange Geschichte – und ist für alle Geschlechter belastend. Langsam, aber sicher wachsen mir Schnurrhaare. Meinem anfänglichen Schock entgegneten freundliche Kommentator:innen, das Stigma weiblicher Körper- und Gesichtsbehaarung sei ein koloniales und patriarchales Erbe. Allein durch die Zurschaustellung von ein paar Haaren schien ich also gleich gegen zwei Systeme zu rebellieren, die ich verachte. Not bad. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt schnell: Das Entfernen von Körperhaaren ist kein reines Erbe aus dem europäischen 20. Jahrhundert, sondern zieht sich durch alle Epochen und Kontinente. Meist ging es dabei um Hygiene: Im alten Ägypten schoren sich Männer wie Frauen Körper und Schädel, um Läuse zu vermeiden, und kreierten so ein neues Schönheitsideal. Während ein Rauschebart im antiken Mesopotamien und Griechenland das absolute Must-have für Männer war, galt in Rom das genaue Gegenteil. Einigen Quellen zufolge enthaarten griechische Männer und der römische Kaiser Augustus auch ihren restlichen Körper mithilfe spitzer Muscheln. Es gab jedoch auch einige Völker, bei denen dichte Behaarung als sexy galt. So erzählte die kanadische Haar-Aktivistin Esther Calixte-Béa, …

Good News

Spanien: Tiere sind fühlende Wesen, „Stille Stunde“ im Supermarkt für Menschen mit Autismus, Bitter-Geschmacksrezeptoren gegen Krebs

Die spanische Regierung erkennt Tiere juristisch als fühlende Wesen an; die Supermarktkette Spar hat die „Stille Stunde“ eingeführt für autistische Menschen; und Forschende der Uni Wien haben herausgefunden, dass Bitter-Geschmacksrezeptoren das Wachsen von Tumorzellen eindämmen können: Das sind die Good News des Tages

Mehr Verantwortung, nicht weniger

Seit Monaten tobt in den Feuilletons eine Debatte um deutsche Erinnerungskultur – wie gedenken wir des Holocaust, wie der deutschen Kolonialgeschichte? Der Historiker Gil Shohat plädiert für ein vielfältiges Erinnern, bei dem die Einzigartigkeit der Shoah* nicht aus dem Blick gerät. Ein Gespräch. *Der Begriff Shoah bezeichnet  den Völkermord an Juden und Jüdinnen. Der Begriff Holocaust dagegen bezieht oft auch die Ermordung anderer im Nationalsozialismus verfolgter Gruppen mit ein. Herr Shohat, der Artikel im Zentrum der Debatte ist der „Katechismus der Deutschen“ des australischen Historikers Dirk Moses. Seine These ist, dass wir uns in Deutschland hinter einer Art pseudoreligiösen Primär-Erinnerungskultur des Holocaust verstecken, um unsere kolonialen Verbrechen nicht aufarbeiten zu müssen. Manche werfen Moses Holocaustrelativierung vor. Was meinen Sie? Ich teile seine These so nicht. Die deutsche Erinnerungskultur wurde keineswegs „kultartig“ von oben diktiert, sondern es gab eine Bewegung von unten. Vor allem die Geschichtswerkstätten in den 80er-Jahren, in denen Menschen angefangen haben die Nazivergangenheit aufzuarbeiten, waren ein Durchbruch. Zuvor stießen viele Juden und Jüdinnen, etwa der Shoah-Überlebende und Historiker Joseph Wulf, meist auf taube …

Auf Händen getragen: zu Gast im Miramonte

Unsere Autorin Cécile durfte in den Kurort Bad Gastein in Österreich reisen. Dort besuchte sie das Designhotel Miramonte. Der Aufenthalt war so angenehm, dass sie sich wie auf Händen getragen fühlte. Dahinter steckte der permanente, nicht aufdringliche Service von den Teams von Evelyn und Ike Ikrath und den Gastgeber:innen selbst. Der goldene Herbst strahlte in seiner Farbenpracht, schon als ich im Zug durch Österreich fuhr. Bei der Ankunft in Bad Gastein waren die Bergspitzen der Ankogelgruppe mit Schnee bedeckt und die Wälder leuchteten in verschiedenen Grün-, Gelb- und Rottönen. Einfach herrlich! Ein Shuttleservice wartete auf mich und machte die Ankunft im Hotel Miramonte angenehm. Genauso ging es weiter, denn das Team war nicht nur sehr freundlich, sondern machte mich bestens mit dem Hotel, Restaurant- und Spa-Zeiten sowie den regionalen COVID-19 Bestimmungen vertraut. Vintage trifft auf Design-Klassiker In dem geräumigen und stilechten Retro-Zimmer im 2. Stock mit Panoramablick konnte ich mein Glück kaum fassen, so schön war die Aussicht. Während ich auspackte, ging die Sonne unter und die beleuchteten Almhütten in den Bergen kamen zum Vorschein. …

Transkript: Good News enorm Podcast Folge 38

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 38 von „Good News enorm“. Die neue Regierung will „Mehr Fortschritt wagen“ – doch was heißt das genau? In dieser Folge sprechen wir über ein paar vielversprechende Vorhaben der Ampel-Koalition. Denn einiges soll besser werden für Social Entrepreneurs, die reproduktive Selbstbestimmung und selbst gewählte Familien.  Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge sprechen Good-News-Redakteurin Bianca Kriel und Jan Scheper, Redaktionsleiter beim enorm Magazin, über den Koalitionsvertrag der neuen Ampel-Regierung. Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News enorm! Gute Nachrichten und konstruktive Gespräche – ein Podcast von Good News und dem enorm Magazin. Heute geht es um Gutes aus dem neuen Ampel-Koalitionsvertrag. Aber erst einmal ein Hinweis in eigener Sache: Wenn ihr schon lange mit dem Gedanken spielt oder auch seit kurzem mit dem Gedanken spielt, euch ein enorm Print-Abo zu holen, dann macht es jetzt! Wenn ihr es bis zum 6. Dezember löst, kriegt ihr vier Tafeln fairafric Decolonized Chocolate gratis dazu passend zum Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe …

Was die Ampel für Social Entrepreneurs bedeutet

SPD, Grüne und FDP wollen mehr „Fortschritt wagen“. Welche Rolle spielen dabei Social Start-ups, wie schwer wiegen soziale und ökologische Kennzahlen gegenüber ökonomischen? Eine Analyse Geschafft, der Koalitionsvertrag ist seit letzter Woche fertig. Nun müssen ihm die Parteimitglieder zustimmen. Die Urabstimmung bei den Grünen läuft bis zum 6. Dezember. Bereits zwei Tage zuvor wollen die Sozialdemokrat:innen über das 178 Seiten starke Dokument befinden, die FDP tags darauf in einem außerordentlichen Bundesparteitag am 5. Dezember. „Mehr Fortschritt wagen“ steht auf dem Deckblatt der Ampel-Agenda für die nächsten vier Jahre. Der Titel hat ein historisches Echo: „Wir wollen mehr Demokratie wagen“, sagte der damalige Bundeskanzler Willy Brandt 1969 in seiner Regierungserklärung im Deutschen Bundestag. Damals ging zum ersten Mal eine Koalition aus SPD und FDP an den Start. Die Botschaft damals wie heute: raus aus der konservativen Lethargie, rein in eine bessere Zukunft. Spannend ist der Verweis auf Brandts geschichtsträchtige Rede auch, weil sich diese „an die im Frieden nachgewachsenen Generationen“ richtet, „die nicht mit den Hypotheken der Älteren belastet sind und belastet werden dürfen; jene jungen …

Good News

Fortschritt bei HIV-Forschung, Radfahren: Grüne Welle per App, nachhaltige und faire Wolle aus regionaler Produktion

Einem Forschungsteam aus Tsukuba in Japan ist es gelungen, das HI-Virus bei Affen durch eine Impfung zu eliminieren; die Stadt Hamburg und die TU Dresden haben eine App entwickelt, mit der Radfahrer*innen künftig auf einer grünen Welle durch Hamburg radeln sollen; und innovative Projekte wollen die Produktion von fairer und nachhaltiger Wolle regional fördern: Das sind die Good News des Tages

Weihnachten nachhaltig feiern: 10 Geschenkideen für eine bessere Welt

Mit Gewinnspiel am Ende: Wir verlosen zwei Gutscheine im Wert von jeweils 50,- Euro für GoodBuy Kann man mit dem eigenen Konsumverhalten einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben? Ja, sagt GoodBuy und zeigt, dass man mit Konsum der Welt durchaus mehr zurückgeben kann, als von ihr zu nehmen. Das Ganze funktioniert mit Produkten, die einen positiven Impact haben und beispielsweise die Umwelt schützen, eine faire Welt fördern oder Menschen helfen. Pünktlich zum Start in den Dezember, stellt euch die Good Travel Redaktion 10 Geschenkideen für ein nachhaltiges Weihnachtsfest vor. Außerdem verlosen wir 2 x Gutscheine für den GoodBuy Shop im Wert von 50,- Euro. Alle Informationen und die Teilnahmebedingungen zum Gewinnspiel findet ihr am Ende des Beitrags. Wir wünschen euch viel Freude beim Entdecken dieser Geschenke für eine bessere Welt! 1. Akupressur gibt es dank der „Shaktimat“ jetzt für Zuhause So manch eine:r von uns tendiert dazu, im Alltag viel zu viel zu sitzen. Das führt nicht selten zu Rückenschmerzen und anderen körperlichen Beschwerden. Wie schön, dass es Mittel und Wege gibt, die dem …

Von La Paz nach Hedelfingen

Junge Menschen aus dem Globalen Süden kommen neuerdings mit Austauschprogrammen nach Deutschland. Ein erster Schritt, um Freiwilligendienste zu dekolonialisieren? Hinter Rana Hijazi weht eine bunte Fransengirlande. Sie sitzt auf einer von mehreren Bierbänken, trinkt Bitter Lemon. In den Hochbeeten hinter ihr wächst allerlei Gemüse, hier im Hinterhof des Kulturzentrums Oyoun in Berlin-Neukölln. Drinnen geht es bei den Veranstaltungen um queeren Feminismus, Migration und Dekolonialisierung. Die 24-Jährige ist ein wenig erschöpft nach zwei Tagen Antidiskriminierungs-Workshop. Es sei emotional gewesen, erzählt sie, viele haben persönliche Erfahrungen geteilt. Ihr Team ist divers, viele nicht-weiße Menschen wie sie. „Hier fühle ich mich nicht fremd“, sagt Hijazi. Sie trägt die langen braunen Locken offen, große Gold-Creolen und glitzernde Piercings am Ohr, ihr dunkelroter Samt-Pullover endet knapp über der hellen Jeans. Mitte August ist sie aus der jordanischen Hauptstadt Amman nach Berlin gekommen, als Hospitantin im Incoming-Programm von Kulturweit. Den internationalen Freiwilligendienst Kulturweit der Deutschen Unesco-Kommission gibt es seit 2008, gefördert wird er vom Auswärtigen Amt. Ebenfalls seit 2008 existiert der Freiwilligendienst Weltwärts. Inhaltlich ähneln sich die Freiwilligendienste, wobei Kulturweit auf …