Zwölf Fragen an Sarah-Lee Heinrich

Sarah-Lee Heinrich, geb. 2001, ist seit Oktober 2021 Bundessprecherin der Grünen Jugend und Mitglied im Landesverband Nordrhein-Westfalen. Zudem studiert sie Politikwissenschaften und Soziologie. Themen ihrer politischen Arbeit sind vor allem Soziales, Arbeit, Wirtschaft, Antirassismus und Feminismus. Wer möchtest du sein, wenn du groß bist? Ein glücklicher Mensch, der dazu beigetragen hat, die Gesellschaft zu einem gerechteren Ort zu machen. Welches Tabu würdest du am liebsten sofort enttabuisieren? Dass wir nicht offen über prekäre Arbeit, Geld und Armut sprechen. Wir lösen die Klimakrise, indem … … wir für einen Schulterschluss von Klimabewegungen und Arbeiter:innen kämpfen und gemeinsam jene in die Verantwortung ziehen, die mit der Zerstörung unserer Lebensgrundlage Profite machen. Wovor bist du schon mal weggerannt? Davor, einen Streit mit einem gutem Freund zu schlichten, vor langer Zeit. In welche Zeit würdest du gerne reisen? Zum 31.12.1999, nur um auch dabei gewesen zu sein. Jahrtausendwenden gibt es ja nicht so oft. Was möchtest du lernen? Rollschuh und Schlittschuh fahren, davor habe ich etwas Angst. Was glaubt dir kein Mensch? Dass es mir wirklich egal ist, wie …

Aktien für den Klimaschutz

Das Fintech Goldmarie Finanzen will nachhaltige Geldanlagen für Privatanleger:innen vereinfachen. Die Gründerinnen erklären, was im Hinblick auf grüne und sozial faire Investments wichtig ist. Mit einer Aktie kauft man einen Teil des Unternehmens und finanziert dessen Geschäfte mit. Viele Menschen begreifen, dass sie so mit ihrem Geld Macht ausüben können und möchten diese auch bewusst einsetzen. Das führt zu einer wachsenden Nachfrage an Geldanlagen mit besonderen ökologischen und sozialen Ansprüchen: Laut einer Untersuchung des Forums für nachhaltige Investments hat sich das Anlagevolumen privater Investor:innen im nachhaltigen Sektor schon im Jahr 2019 im Vergleich zu den Vorjahren knapp verdoppelt. Auf den Finanzmärkten sieht es ähnlich aus: Der Klimawandel wird als Bedrohung angesehen und entsprechende Maßnahmen zu seiner Bekämpfung werden immer populärer. Ein Beispiel ist der norwegische Staatsfonds, der Investitionen in Firmen verbietet, die mehr als 30 Prozent ihrer Einnahmen durch Kohle erwirtschaften. Auch von politischer Seite werden nachhaltige Investments gefördert und gefordert: Finanzberater:innen werden von der EU ab 2021 dazu verpflichtet, Nachhaltigkeitsaspekte in ihren Beratungsprozessen zu berücksichtigen. Doch für Privatkund:innen ist hierbei problematisch, dass der Begriff …

Zu Gast auf Menorca: Kunsthandwerk, wilde Strände und eine besondere Lebensphilosophie

„In Harmonie mit dem Planeten Erde Leben!” – Ein Gastbeitrag von Ina Hiester. Während einer sechswöchigen Erkundungstour auf den Balearen hat es mir die Insel Menorca mit ihren wilden Stränden und bezaubernden Städtchen ganz besonders angetan. Hier gewährte mir Good Travel-Gastgeber Ignasi nicht nur Einblick in seine Unterkünfte, sondern auch in seine Lebensphilosophie. „Ich möchte gern über dich schreiben.“ „Wann?“ – „Ähm – morgen?“ „Vale – Okay!“ Von Anfang an ist mir Ignasi Truyol mit seiner unkomplizierten Spontaneität sympathisch. Wenn er lacht – und das tut er oft – legt er seinen Kopf ein wenig in den Nacken, als ob er ansonsten vor Lebensfreude und Enthusiasmus überlaufen würde. Ich treffe ihn im Hevresac in der menorquinischen Inselhauptstadt Mahon. Alt und hipp, vollgepackt und durchgestylt: das Hevresac Das „Hevresac”, ehemaliges Wohnhaus des Kaufmanns und Kapitäns Joan Roca i Vinent, hat er gemeinsam mit seiner Frau Stéphanie zu einem Boutique-Hotel der besonderen Art umgestaltet. Der Geist des 1826 verstorbenen Kapitäns i Vinent, der die Insel sowohl unter englischer, französischer als auch spanischer Herrschaft kulturell und wirtschaftlich erblühen …

„Ich fühle mich viel leichter“

Julietta Ibishi bekommt in einem bundesweiten Modellversuch drei Jahre lang jeden Monat 1.200 Euro. Damit kann sie machen, was sie will. Wie verändert das ihr Leben? Protokoll eines Wandels. https://enorm-magazin.de/wp-content/uploads/Episode_BGE.mp3 Diesen Text kannst du dir auch vorlesen lassen! Den enorm Podcast „Zukunft hörst Du hier an“ findest du auf Spotify, Apple Podcasts und überall da, wo es Podcasts gibt, sowie über den RSS-Feed. An der Trasse der U1 entlang, zwischen Kottbusser Tor und Moritzplatz, reihen sich die grauen Hochhäuser, für die ein Künstler einmal den liebevollen Hashtag #kotticabana kreiert hat. In einem von ihnen, ganz oben im 14. Stock, lebt Julietta Ibishi. Sie hat sehr blaue Augen, eine sanfte Stimme und trägt ihr Haar in eingedrehten, schwarzen Zöpfen. „Eine Zeit lang wollte ich unbedingt weg hier“, erzählt sie, während sie durch die Einzimmerwohnung führt, die sie mit ihrem Freund Pete teilt. „Die ganzen Junkies und so weiter. Aber eigentlich liebe ich es hier in Kreuzberg.“ Wir treten auf ihren riesigen Balkon, von dem man über die ganze Stadt blicken kann. Obwohl es fast Juli ist, regnet es in Strömen. Die dottergelbe …

Good News

Die Good News-Redaktion sagt Danke! Auf ein tolles 2022 voller guter Nachrichten!

Liebe Good News Leser:innen! 2021 haben wir über 300 gute Nachrichten gefunden – für euch! Ihr seid es, die uns jeden Tag dazu motivieren, die besten, innovativsten, wirkungsvollsten Good News zu finden. Ein riesen Dankeschön für euer Interesse und eure Unterstützung in diesem verrückten Jahr! Und ein besonderer Dank gilt unsere Spender:innen – ihr macht es möglich, dass wir jeden Monat über 120.000 Menschen mit guten Nachrichten zum positiven Wandel inspirieren können. Auf ein tolles 2022! Eure Good Redaktion Bianca, Selina und Christian

Im Osten geht die Zukunft auf

Autonomes Fahren, Cyber Security, Künstliche Intelligenz: Länder wie Ungarn, Rumänien und Polen sind Zentren für Hightech geworden. Viele Gründer:innen verfolgen dabei eine soziale Mission. Einige Beispiele für innovative Start-ups in Osteuropa. Slowenien: Sondermüll im Wäschesack Jede Woche spült ein Durchschnittshaushalt beim Waschen etwa eine Plastiktüte voller Mikroplastik ins Abwasser. Die slowenische Juristin Mojca Zupan hat mit PlanetCare einen anschraubbaren Filter für Waschmaschinen entwickelt, der 90 Prozent des Mikroplastiks abfängt. Inwiefern ist der Filter von PlanetCare kreislauffähig? Mojca Zupan: Wenn Kund:innen unsere Filter nach 20 Waschgängen entsorgen würden, landeten die Fasern auf der Mülldeponie und gelangten so in die Natur. Also bekommen sie ein vorfrankiertes Label, um die Kartuschen kostenlos an uns zurückschicken zu können. Wir reinigen und verschicken sie wieder. Nur das Filtermedium recyceln wir. Es macht fünf Prozent des Produkts aus. Daraus wollen wir Dämmmatten herstellen, zum Beispiel zur Gebäudeisolierung. Auch die Schalldämmung in Waschmaschinen ist eine Option. Aktuell sind das aber nur Pläne, denn fürs Recycling werden 1.000 Kilogramm Fasern benötigt; nach 20 Waschgängen sammeln sich gerade mal 20 Gramm im Filtermedium. Also …

Die Kalahari zeigt uns die Zukunft

Schon heute ist es in Regionen Botswanas und Namibias heißer und trockener als an vielen Orten der Erde. Wissenschaftler:innen erforschen nun, was der Temperaturanstieg für Tiere und Pflanzen bedeutet – und was die Welt daraus lernen kann. Tausende Zikaden geben ein ohrenbetäubendes Konzert. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel auf den rostroten Sand. Regen gilt in diesem Teil der Erde als Segen. Überleben können nur die Widerstandsfähigsten, egal ob Pflanze oder Tier. In flimmernder Hitze untersucht Olufemi Olubodun (30) ein Nest von Siedelwebern. Die in Kolonien brütenden Vögel haben das Nest wie drei riesige Trauben mit Grashalmen um die Äste einer Akazie geflochten. Die überdimensionale Massenbehausung besteht aus Dutzenden ineinander verflochtenen Brutkammern, die das Innere des Gemeinschaftsnests trotz hoher Außentemperaturen kühlhalten. Diese können in der Kalahari oft 40 Grad Celsius überschreiten. Olubodun inspiziert eine Brutkammer, in der sich ein Paar Zwergfalken bei den Koloniebrütern eingenistet hat. Die kleinen Raubvögel helfen, die Nester vor hungrigen Schlangen zu schützen, sind aber auch ein Feind, der den Nachwuchs der Weber tötet. Behutsam nimmt Olubodun ein Falkenküken nach dem …

Schaumparty mit Impact

Das Familienunternehmen Dr. Bronner’s ist der größte Naturseifenhersteller der USA. Hinter dem Erfolg verbirgt sich eine ebenso skurrile wie bemerkenswerte Pioniergeschichte. Dieser Text erschien in der Ausgabe Dezember/Januar 2021 des enorm Magazins mit dem Titel „Im Osten viel Neues“. David und Mike quatschen fröhlich über ihre Schokolade. Beide tragen Hawaii-Hemden und sind offenkundig Fans ihres Produkts. Wer zufällig auf ihren Selfmade-Promo-Clip im Netz stößt, könnte meinen, da pitchen halt gerade zwei nette Typen aus Vista, Kalifornien, eine neue nachhaltige Fairtrade-Schoki. Ist auch nicht ganz falsch. Allerdings heißen David und Mike beide mit Nachnamen Bronner – und sind längst die Chefs des erfolgreichsten Naturseifenherstellers der USA: Dr. Bronner’s. Ihr Familienunternehmen wächst seit Jahren gewaltig, 2020 trotz Corona um 43 Prozent. Dr. Bronner’s ist über siebzig Jahre alt und zählt zu den Nachhaltigkeitspionieren Nordamerikas. Wer den Namen nicht kennt, hat meist aber schon mal die mit Infos und Botschaften vollgestopften Etiketten gesehen. Auf jeder der neun Kosmetik-Produktlinien – neben Seife gibt es etwa Körperlotion, Lippenbalsam und Zahnpasta in unterschiedlichen Größen und diversen Duftnoten – findet sich auch ein …