2016 gründete sich auf der VeggieWorld-Messe in München die V-Partei3 – Partei für Veränderung, Vegetarier:innen und Veganer:innen. NRW-Spitzenkandidat Simon Thomas will die Ideen seiner Partei in die Bevölkerung tragen, auch wenn es in diesem Jahr vielleicht noch nicht für den Einzug in den Bundestag reicht. Welche Ziele hat er?

„Der Grundstein für mein politisches Engagement wurde während meines Studiums gelegt. Ich war hochschulpolitisch aktiv in der demokratisch gewählten Interessenvertretung der Studierenden und wurde dort zum Vorsitzenden ernannt. Mit meinem Team habe ich mich für bessere Studienbedingungen eingesetzt. Das hat mir so viel Freude bereitet, dass ich danach in die Politik wollte und jetzt die Interessen von Veganer:innen sowie sozial denkenden und nachhaltig lebenden Menschen vertrete. Erfahrungen mit Politik hatte ich außerdem schon regelmäßig als Wahlhelfer in einem eigenen Wahllokal gesammelt. Da habe ich viel darüber gelernt, wie unsere Demokratie funktioniert.

Wenn ich mir die Politik der letzten Jahrzehnte anschaue, bin ich unzufrieden. Viele Probleme wurden unzureichend angegangen. Zum Beispiel die Klimakrise. Die Fridays for Future-Demos erinnern regelmäßig, dass viel zu wenig gemacht wurde. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Maßnahmen, die aktuell laufen, überhaupt nicht ausreichen. Politiker:innen haben zu viel Angst, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Doch so oder so steht uns ein radikaler Wandel bevor: Entweder durch die Folgen oder durch das Aufhalten der Klimakrise. Ich will es besser machen und nicht nur kritisieren.

Simon Thomas

ist 29, Ingenieur und Spitzenkandidat der V-Partei3 in Nordrhein-Westfalen. Seine politischen Ziele: radikaler Klimaschutz, mehr Menschen- und Tierrechte und die Förderung ökologischer Landwirtschaft.

V-Partei3: Mehr als Veganismus

In den Positionen der großen Parteien finde ich mich nicht ausreichend wieder, gerade im Hinblick auf die Bekämpfung der Klimakrise, Menschen- und Tierrechte und nachhaltiges Wirtschaften. Wäre ich in eine der großen Parteien eingetreten, hätte ich das kleinste Übel wählen müssen. Ich war immer schon sehr ökologisch, sehr nachhaltig und sehr minimalistisch unterwegs. Auf einer Nachhaltigkeits-Veggie-Messe habe ich die V-Partei3 kennengelernt. Das Parteiprogramm spiegelt meine Werte total gut wider.

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Natürlich weiß ich, dass wir als Kleinpartei bei dieser Wahl keine Chance haben, in den Bundestag einzuziehen – wegen der Fünf-Prozent-Hürde. Aber als Partei können wir unsere Ideale und Werte in die Bevölkerung tragen, sie sichtbarer machen. Auf Wahlplakaten können wir etwa für Veganismus und unsere sozialen Ideen eintreten, zum Beispiel für das bedingungslose Grundeinkommen, für das wir stehen. Auch wenn wir nicht in Parlamenten sitzen, haben wir die Möglichkeit, etwas zu erreichen. Und das ist wichtiger denn je: Unsere Ziele sind kein purer Idealismus, sondern die logische Konsequenz, wie wir zukünftig handeln müssen.

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Mein großes Ziel ist, die Menschen verstehen zu lassen, wie schädlich der Konsum tierischer Produkte ist. Jeder weiß, dass Rauchen schädlich ist. Auch Fleischessen ist schädlich. Es schadet dem Klima, es schadet der eigenen Gesundheit, es schadet den Tieren. Deshalb will ich, dass Fleischessen das Rauchen der Zukunft wird.”