Bridge&Tunnel schenkt Alttextilien ein zweites Leben und ermöglicht gesellschaftlich benachteiligten Menschen eine neue Zukunftsperspektive
 
Herausforderung
 
Durch die Fast Fashion Mentalität der Textilbranche entstehen Berge an Textilüberschüssen und Alttextilien. Werden diese als Müll verbrannt, werden Unmengen an CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen. Als Second Hand Ware landet der Großteil in Entwicklungsländern und zerstört dort die lokale Textilwirtschaft.
 
Über Bridge&Tunnel
Seit 2013 betreiben Conny & Lotte den Co-Working Space Stoffdeck, eine Gemeinschaftswerkstatt für Mode- und Textildesigner in Hamburg-Wilhelmsburg. Als sie hörten, dass sich ein deutsch-türkischer Nähclub in einer Wilhelmsburger Moschee zum Nähen trifft, luden sie sie kurzerhand ein, ihren Nähtreff in ihrer Werkstatt zu machen. Und konnten dann live mit ansehen, was für Zauberhände viele der – oftmals langzeitarbeitslosen – Menschen hatten. Da war ihnen schlagartig klar: wir müssen diese beiden Welten vernähen.
 
Lösung: Fair und lokal produzierte Produkte
Bridge&Tunnel steht für Social Design, eine Designpraxis, die über eine reine konsumorientierte Gestaltung von Produkten hinausgeht. Für Bridge&Tunnel bedeutet dies, soziales Tun und wirtschaftliches Handeln zusammenzubringen. So findet die Produktion des Labels bewusst nicht im Ausland, sondern im Herzen von Hamburg im Stadtteil Wilhelmsburg statt.
 
Impact: Material recyclen & Chancen für benachteiligte Menschen
In der Werkstatt nähen gesellschaftlich benachteiligte Frauen und Männer verschiedener Herkünfte und Kulturen, die sonst von der (Langzeit-)Arbeitslosigkeit bedroht sind, in einer Werkstatt die Kollektionen. Das Denim Design entsteht aus Materialüberschüssen und Alttextilien. Die Materialüberschüsse und Ausschussware erhalten sie über Kooperationen mit der Kleiderkammer Wilhelmsburg oder Hanseatic Help.
 
Das Team von Bridge&Tunnel
Die Näherinnen und Näher stammen aus insgesamt 5 Ländern. Alle verbindet, dass sie hervorragend nähen können – und das unabhängig von Diploma oder Zeugnissen. Zum Team gehören eine russischstämmige gehörlose Näherin, ein afghanischer Herrenschneider, zwei Frauen mit indischem und kurdischen Hintergrund, die schon viele Jahre in Deutschland leben, aber durch Kinderbetreuung, fehlende Ausbildung und mittelmäßige Sprachkenntnisse keinen Job finden konnten sowie eine Bekleidungstechnikerin mit türkischen Wurzeln, die das Team anleitet.