Die sogenannten „Blue Zones“ hüten ein ganz besonderes Geheimnis: Ein Rezept für ein langes, erfülltes Leben. Insgesamt fünf Regionen dieser Welt bezeichnet man als blaue Zone. Neben fernen Zielen wie der Nicoya-Halbinsel auf Costa Rica, einer kalifornischen Gemeinde namens Loma Linda und der japanischen Insel Okinawa schaffen es auch zwei europäische Inseln auf die Liste: Sardinien in Italien und die kleine Insel Ikaria in Griechenland. Hier leben überdurchschnittlich viele Neunzig- und Hundertjährige, die sich bester Gesundheit erfreuen. Doch was steckt eigentlich dahinter und was ist das Geheimnis hinter den „Blue Zones“? Können wir uns davon vielleicht sogar etwas abgucken?

Abgeschiedenheit und viele Sonnenstunden

Zuallererst fällt auf, dass sich fast alle „Blue Zones“ auf Inseln befinden oder recht abgelegen liegen. Gleichzeitig herrscht an allen Orten ein überwiegend warmes Klima vor und es gibt viele Sonnenstunden. Nun leben längst nicht alle von uns an abgeschiedenen Orten, die regelmäßig von der Sonne geküsst werden. Das Schöne: Neben den geografischen und klimatischen Bedingungen, gibt es weitere Gemeinsamkeiten der blauen Zonen, die man ganz einfach in den eigenen Alltag integrieren kann. Folgende Lebensstilmerkmale haben die Forscher herausgearbeitet, die für ein langes Leben sorgen sollen.

Du bist, was du isst

Die abgeschiedene Lage der „Blue Zones“ sorgt dafür, dass sich die Bewohner*innen weitgehend selbst versorgen. Sie ernähren sich überwiegend saisonal und regional, essen also das, was es vor Ort – je nach Jahreszeit – gerade so gibt. Dabei ist ein großer Teil der Ernährung pflanzenbasiert und besteht zu einem wesentlichen Teil aus Hülsenfrüchten, die reich mit Nährstoffen sind und viel Eiweiß enthalten. Auf Sardinien isst man beispielsweise gerne Fava Bohnen und auf Ikaria sind Kichererbsen besonders beliebt.

Außerdem landet sehr viel grünes Gemüse wie Spinat und Salat, Kohl und Gurken auf den Tellern der Bewohner*innen. Hinzu kommen weitgehend unverarbeitete Vollkornprodukte, aber auch Reis, Hirse und Roggen. Auch naturbelassene Nüsse stehen ganz oben auf dem Ernährungsplan der Langlebigen.

Auf den Tellern landen weitgehend unverarbeitete Vollkornprodukte
Im Domu Antiga auf Sardinien werden die frischen Zutaten direkt verarbeitet
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle beim geheimen Zutatenmix für ein langes Leben

Pflanzenbasiert, ausgewogen und nicht übermäßig ernähren

Fleisch und Fisch wird zwar auch gegessen, jedoch nur selten. Der Speiseplan der „Blue Zones“ zeichnet sich vor allem durch die Ausgewogenheit aus. Gleichzeitig achten die Bewohner*innen darauf, sich nicht übermäßig zu ernähren. Statt also so lange zu essen, bis sie nicht mehr können, essen sie nur solange, bis der Magen zu etwa 80 Prozent gefüllt ist. Kleinere Schüsseln und Teller helfen dabei, die Essens- und Kalorienmenge zu reduzieren. Ebenfalls in moderaten Mengen handhaben die Bewohner*innen der „Blue Zones“ ihren Alkoholkonsum: Roter Wein wird in mäßigen Mengen getrunken – am liebsten in guter Gesellschaft, was uns auch schon zum nächsten Punkt bringt.

Die Bewohner*innen der Blue Zones ernähren sich weitgehend pflanzenbasiert
Die Mahlzeiten werden gerne in Gemeinschaft eingenommen

Ein starkes soziales Netz, auf das man sich verlassen kann

Was die „Blue Zones“ ebenfalls gemein haben, ist ein ausgeprägtes soziales Netz – allen voran die Familie. Sie steht über allem, ihr wird viel Wert beigemessen und man verbringt viel Zeit miteinander. Das familiäre Engagement wird darüber hinaus auch in die Nachbarschaft getragen: So herrscht in allen „Blue Zones“ ein hohes gesellschaftliches Engagement. Egal, wie alt man ist, jede*r hat seine Rolle in der Community. Die Gemeinschaft kümmert sich umeinander und ist füreinander da. Das Leben und die Arbeit der Bewohner*innen sind mit Sinn erfüllt. Interessant ist auch, dass in allen untersuchten Regionen, die Religion oder eine gewisse Spiritualität eine zentrale Rolle spielt, in die sich die Bewohner*innen ebenfalls aktiv einbringen.

Auffallend ist die enge Vernetzung mit der eigenen Familie und das hohe gesellschaftliche Engagement in den Blue Zones

Regelmäßig an der frischen Luft bewegen

Zu guter Letzt betätigen sich die Bewohner*innen der „Blue Zones“ regelmäßig körperlich, dabei aber nie übermäßig. Leichte Wanderungen oder Spaziergänge an der frischen Luft gehören ebenso zum Alltag der Menschen wie sanfte Sporteinheiten an Yoga oder Pilates und reichen bereits aus, um positiv zur Langlebigkeit beizutragen. Dies führt übrigens auch automatisch zu einem geringeren Stressempfinden der Menschen – einer ebenfalls nicht zu vernachlässigen Komponente im geheimen Zutatenmix für ein langes Leben.

Bewegung an der frischen Luft gehört zum Alltag der Langlebigen

Das Geheimnis nach einem langen Leben ist gelüftet

Die „Blue Zones“ zeigen, dass schon einfache Mittel ausreichen, um die Langlebigkeit positiv zu beeinflussen und ein mit Sinn erfülltes Leben zu leben. Eine weitgehend pflanzenbasierte Ernährung, eine starke soziale Gemeinschaft, gesellschaftliches Engagement, der Glaube an etwas Größeres und regelmäßige Bewegung sind alles Dinge, die ein jede*r recht einfach in den eigenen Alltag integrieren kann.

Wer sich jetzt noch mehr von den Inselbewohner*innen abgucken möchte, könnte ganz einfach den nächsten Urlaub in einer „Blue Zone“ verbringen. Wir können euch einen Besuch im „Domu Antiga“ auf Sardinien wärmstens empfehlen. Das nachhaltige Boutique-Hotel bringt ihren Gästen die sardische Lebensweise auf authentische Art und Weise näher – zum Beispiel bei einem Kochkurs oder Ausflug in die unberührte, wilde Natur. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Der Begriff „Blue Zones“ stammt von Dan Buettner, dessen Werk zum ersten Mal in der Titelgeschichte des Magazins „National Geographic“ auf englischer Sprache erschien.

Im Domu Antiga auf Sardinien kann man mehr von dem einzigartigen Lebensstil der Langlebigen lernen
Das Boutique-Hotel bringt ihren Gästen die sardinische Lebensweise näher
Eintauchen in die blaue Zone auf Sardinien im Domu Antiga