Die Geschichte von „myBoo“ beginnt mit einem Urlaubsfoto eines Freundes, der gerade durch Ghana reist. Darauf zu sehen: Ein Fahrrad aus Bambus. Das war Ende 2012 und die Empfänger des Fotos sind zu diesem Zeitpunkt frisch eingeschriebene Studenten in Kiel. Die Idee des Bambusfahrrads fasziniert sie und so gründen die zwei Kommilitonen Maximilian und Jonas kurzerhand das Unternehmen „myBoo“, welches heute nicht nur einzigartige Bambusfahrräder produziert und zum Verkauf anbietet, sondern darüber hinaus auch einen echten Mehrwert für die Gesellschaft bietet.

Gründer von myBoo

Eine hundert Jahre alte Idee, neu gedacht

Die Idee eines Bambusfahrrads ist alles andere als neu. Der schnell nachwachsende Rohstoff wurde bereits vor über 100 Jahren zum Bau von Fahrrädern verwendet. Dabei wurde das älteste Bambusfahrrad von 1894 jedoch ganz anders gebaut als die „myBoo“-Räder, die heute in liebevoller Handarbeit in Ghana produziert und anschließend in die Kieler Fahrradmanufaktur geliefert werden. Hier werden die Bambusfahrräder schließlich nach den ganz individuellen Kundenwünschen zusammengebaut.

Produktion von myBoo-Fahrrädern

Einzigartige Räder, die Bildung ermöglichen

Mit dem Kauf eines Bambusfahrrads bei „myBoo“ sichert man nicht nur faire Arbeitsplätze in Ghana, sondern ermöglicht Kindern den Zugang zu guter Bildung, denn das Unternehmen arbeitet mit einer Schule vor Ort zusammen. Mit Stipendien und „Schul-Starter-Sets“, die unter anderem Schreibmaterialien und Schuluniform enthält, wird Kindern in ländlichen Regionen der Schulbesuch ermöglicht.

Wir finden, die Bambusfahrräder von „myBoo“ sind die Anschaffung mehr als wert. Daher haben wir Felix, Head of Communications bei myBoo, unsere drei Fragen gestellt.

1. Was war bzw. ist die Motivation hinter myBoo?

Als Ende 2012 die Idee zu my Boo entstand, war es von Anfang an das Ziel ein Unternehmen mit Mehrwert für die Gesellschaft zu gründen. Mit unseren Bambusfahrrädern verbinden wir ein hochwertiges und innovatives Produkt, konkretes soziales Engagement und nachhaltiges wirtschaftliches Handeln miteinander.

Mittlerweile arbeiten für die my Boo GmbH gut 50 Menschen in Deutschland, unser Partner in Ghana beschäftigt ebenfalls circa 40 junge Menschen. Besonders stolz sind wir auf die im Herbst 2019 eröffnete „Yonso Project Modell School“, die aus den Erlösen unserer Bambusfahrräder finanziert wird und aktuell über 300 Kindern einen Zugang zu einer hochwertigen Bildung bietet und noch einmal zusätzlich über 20 faire Arbeitsplätze schafft.

2. Was rätst du unseren Leser*innen: Was kann man konkret für eine bessere Zukunft tun?

Jede*r eurer Leser*innen haben täglich von Neuem die Chance zu entscheiden, was mit ihrem Geld passiert. Sei es an der Supermarktkasse, im Café, im Onlineshop oder auch im Fahrradladen: Überall kann sich bewusst dafür entschieden werden, welches Produkt gekauft wird und welches Unternehmen damit unterstützt werden soll.

Das aus verschiedenen Gründen nicht jede*r die Möglichkeit hat, immer das gute und faire Produkt zu kaufen, ist uns natürlich bewusst, daher unser Tipp: Werdet Expert*innen für ein bestimmtes Thema. Das einfachste Beispiel: Nehmt euch vor nur noch Wasser aus Glasflaschen zu trinken und spart in eurem Alltag aktiv Kunststoff ein.

Und ganz wichtig für eine bessere Zukunft: Fahrt mehr Fahrrad. Es muss nicht unbedingt aus Bambus sein, aber fahrt mehr Fahrrad! 😉

3. Wie passen Reisen und Nachhaltigkeit für dich zusammen?

Reisen und Nachhaltigkeit passt sehr gut zusammen! Eine der nachhaltigsten Arten von Reisen, ist sicherlich das Reisen mit dem Fahrrad. Auf der einen Seite natürlich aus ökologischer Sicht, auf der anderen Seite mit Sicherheit auch, wenn man sich möglichst nachhaltig an Erlebnisse der Reise erinnern möchte. Reisen mit dem Fahrrad entschleunigt und die Umwelt wird viel intensiver wahrgenommen. Auch auf unseren Bambusbikes werden regelmäßig lange Reisen unternommen. Die längste dauerte zwölf Monate und führte ein Ehepaar von Hamburg bis nach China.

Mehr Informationen zu myBoo

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