Die Sächsische Schweiz mit dem imposanten Elbsandsteingebirge ist ein tolles Reiseziel für alle, die mal wieder Lust darauf haben, frische Bergluft zu schnuppern. Vor allem Berliner und Dresdner finden dort einen Ort mit kurzer Anreisezeit. Zweieinhalb Stunden dauert es mit dem Zug aus Berlin, 45 Minuten aus Dresden. Selbst Tagesausflüge sind also möglich. Vor allem jetzt zur kälteren Jahreszeit bringt die Landschaft eine ganz besondere Atmosphäre mit sich.

Im Herbst bestaunt man beispielsweise den Farbwechsel der Bäume, die zum Teil in Nebelwolken gehüllt sind und im Winter liegt hier genügend Schnee, die die Landschaft in ein richtiges Winterwunderland verwandelt.

Die Sächsische Schweiz ist geprägt von bizarren Felsformationen

Die Sächsische Schweiz liegt wie der Name schon verrät in Sachsen und unmittelbar vor der tschechischen Grenze. Daher wird die Region auch oftmals Sächsische-Böhmische Schweiz genannt. Hier prägen bizarre Felsformationen das Landschaftsbild und vor allem im Sommer ist die Region ein beliebtes Reiseziel. Zur kälteren Jahreshälfte hingegen kann man, wenn man Glück hat, ganze Wanderwege für sich alleine haben. Dann geht alles ein bisschen gemütlicher zu.

Die Sächsische Schweiz ist auch in den kälteren Monaten einen Besuch wert

Bereits die Anreise mit dem Zug wirkt entschleunigend auf uns

Dabei wirkt bereits die Anreise mit dem Zug entschleunigend auf uns. Wir sitzen im Eurocity-Zug, der uns vom Berliner Hauptbahnhof und Dresden weiter zu unserem Ziel nach Bad Schandau führen soll. Der Zug ist kein typischer Zug der Deutschen Bahn, sondern ein tschechischer Zug mit gemütlichen Sitzen und geschlossenen Abteilen, die mehr Privatsphäre bieten.

Außerdem gibt es ein charmantes Bordbistro, das tschechische Speisen serviert. Fast fühlt man sich, als würde man eine Zugreise mitten durch Tschechien unternehmen. Die Endstation des Zuges ist Prag und wir überlegen kurz, ob wir nicht einfach sitzen bleiben sollen in den gemütlichen Sitzen dieses tschechischen Zuges.

Doch dann beginnt sich die Landschaft vor dem Zugfenster langsam zu verändern. Wir fahren jetzt direkt entlang der Elbe und entdecken die ersten Felsformationen. Dazwischen stehen vereinzelt kleine Fachwerkhäuschen und immer mal wieder grasen ein paar Kühe oder Schafe direkt am Wasser. An diesen idyllischen Anblick könnte man sich gewöhnen und so verwerfen wir die Idee einfach sitzen zu bleiben und steigen am Bahnhof Bad Schandau aus.

Vom Nationalparkbahnhof Bad Schandau mit der Fähre über die Elbe fahren

Der Nationalparkbahnhof befindet sich auf der anderen Seite des kleinen Städtchens, weshalb noch eine Überfahrt mit der Fähre notwendig ist. Schon alleine dafür lohnt sich jedoch die Anfahrt mit der Bahn, denn die kurze Fahrt übers Wasser ist ein wirklich schönes Erlebnis, das ebenfalls sehr entschleunigend wirkt.

Die Überfahrt mit der Fähre ist ein tolles Erlebnis

Frische Bergluft und Inspiration auf dem Weg zum Kuhstall genießen

Nach einer kurzen Stärkung in Bad Schandau geht es dann für uns weiter in die Natur. Schließlich sind wir ja hier, um die frische Luft zu genießen. Dafür geht es mit der traditionsreichen Kirnitzschtalbahn, die übrigens auch ein besonderes Erlebnis ist, hinauf zum „Lichtenhainer Wasserfall“ und anschließend weiter zu Fuß bis zum „Kuhstall“.

Der „Kuhstall“ ist mit 11 Metern Höhe und 17 Metern Breite das zweitgrößte Felsentor des Elbsandsteingebirges und sorgt seit jeher für viel Inspiration bei zahlreichen Künstlern. Das ist nicht verwunderlich, denn von hier aus genießt man einen wirklich atemberaubenden Blick über die Sächsische Schweiz. Allerspätestens jetzt sollte sich bei jedem noch so großstadtgeplagten Menschen ein wohliges Gefühl der Entspannung und Ruhe ausbreiten.

Mit der traditionsreichen Kirnitzschtalbahn fahren
Gemütlich und gemächlich geht es hinauf zum Wandern
Der Ausblick vom zweitgrößten Felsentor über die Sächsische Schweiz ist atemberaubend
Die Naturlandschaft wirkt jetzt in der kälteren Jahreshälfte mystisch

Zum Abschluss in die Panoramasauna mit Blick in den Sternenhimmel

Wer, wie wir, noch mehr Entspannung möchte, kann zurück in Bad Schandau die Therme mit großzügiger Saunalandschaft besuchen. Dort kann man dann in der Panoramasauna mit Blick in den weiten Sternenhimmel Aufgüsse mit Namen wie Honig-Pfeffer genießen, die genauso gut riechen wie sie klingen. Und danach bleibt nicht mehr viel übrig, als sich tiefenentspannt ins Bett zu fallen zu lassen und sich auf die verbleibende Zeit in der Sächsischen Schweiz zu freuen.

Tagesausflug nach Schmilka und zur Kleinen Bastei

Die nächsten Tage kann man dann so oder so ähnlich verbringen. Lohnenswert sind beispielsweise auch Ausflüge in das kleine Örtchen Schmilka kurz vor der tschechischen Grenze, welches man bequem mit Bus erreichen kann. Von hier aus führt ein Wanderweg hinauf zur Kleinen Bastei. Dort offenbart sich ein wunderschöner Panoramablick über das Elbtal. Danach oder davor stärkt man sich in der alten Mühle, wo es wahlweise selbstgebrautes Bier und Brot oder riesige Kuchenstücke und guten Kaffee zu genießen gibt.

Egal für was man sich am Ende auch entscheidet: Die Sächsische Schweiz ist eine Region, die es zu Entdecken lohnt und die man auch auf nachhaltige Art und Weise bereisen kann – ohne Auto und dafür mit Zug, Fähre, Bahn und Bus.

Das beschauliche Örtchen Schmilka mit Einkehrmöglichkeit