PUREVIU ist ein nachhaltiges Mode-, People- und Stadtmagazin, das am 2. Juni 2022 an den Start ging. Die Idee dahinter: Pro Ausgabe werden zehn Aktivist:innen, Designer:innen und Unternehmer:innen einer Stadt vorgestellt, die Mode bereits neu denken und neu gestalten. Dadurch erhält Fashion Change ein Gesicht, wird greifbarer und unmittelbar erfahrbar. Die erste Station: München.

Mirjam Smend und Heike Littger ©Yinin+Got

Heike Littger (rechts), 52, ist freie Journalistin, Autorin und Buchlektorin. Zuvor Redakteurin und Ressortleiterin bei der Süddeutschen Zeitung (Bildung und Beruf), Max, enorm und dem Online-Magazin ChangeX. Als freie Journalistin hat sie unter anderem geschrieben für Kursbuch, gdi Impuls, Magazin Schule, managerSeminare, Zeit online, Computerwoche, Capital, Impulse und Geo Saison. Studium: Ethnologie, Politikwissenschaften und Völkerrecht in München (LMU).

Mirjam Smend (links), 51, ist freie Autorin, Bloggerin, Speakerin und seit 2018 Gründerin des B2C Messe- und Konferenzformats Greenstyle Munich fair & conference. Zuvor 16 Jahre erst Online- dann Printredakteurin bei Glamour und dann bei Elle. Als Fashion Revolution Ambassador und Game Changer nutzt sie alle Möglichkeiten, um nachhaltige Mode zu einem Mainstream-Thema zu machen: mit der Organisation von Blogger Lounges, dem Aufbau von Green Fashion Tours in München, dem Greenstyle Pop-Up-Store im Münchner Rathaus und Greenstyle-Events auf Messen im In- und Ausland. Nächster Stopp: Greenstyle x Neonyt Lab in Frankfurt vom  24. bis 26. Juni 2022. Studium: Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Paris Lodron Universität Salzburg.

Innenseiten Pureviu

1.     Was war bzw. ist eure Motivation hinter PUREVIU?

Als Redakteurinnen und Autorinnen für verschiedene Verlage führen wir seit Jahren Gespräche mit Menschen, die die Modewelt neu denken und neu gestalten. Jedes Mal ein inspirierender Austausch, der uns beflügelt. Vor allem weil allen Akteurinnen und Akteuren – so unterschiedlich sie auch sein mögen – eines gemein ist. Sie haben für sich selbst Grenzen definiert, die sie nicht (mehr) überschreiten wollen und innerhalb dieser Grenzen neue Freiheiten entdeckt. Mode nachhaltig zu gestalten, bedeutet für sie keineswegs Verzicht, sondern Kreativität, Innovation, Fairness, Gemeinschaft, Kommunikation, Wohlergehen.

2021 haben wir uns dann entschieden, ein eigenes Magazin zu gründen. Um die Menschen, die sich in der Mode bereits auf den Weg gemacht haben, noch besser ins Rampenlicht zu rücken. Und ihnen mehr Sichtbarkeit zu geben und ihr Engagement und ihre Arbeit gebührend zu würdigen. Sie zeigen uns, wie viel Kreativität, Wissen und Können in Kleidung, Schuhen und Accessoires stecken, wenn wir sie nicht als Wegwerfware betrachten! Wie viel politisches und emanzipatorisches Potenzial!

Warum Mode und nachhaltige Mode immer noch als „Mädchen-Thema“ abgetan wird, können wir nicht nachvollziehen. Vielleicht steckt auch Kalkül dahinter, denn die Modeindustrie ist eine der schmutzigsten Industrien überhaupt. Sie verursacht mehr Treibhausgase als die internationale Luft- und Seeschifffahrt zusammen, leistet unter anderem durch Zwangsarbeit den zweitgrößten Beitrag zur modernen Sklaverei und trägt durch kulturelle Aneignung maßgeblich zum Verlust traditioneller Handwerkskunst bei. Um hier einen Wandel zu schaffen, braucht es mehr Bewusstsein, mehr Austausch und vor allem mehr Inspiration.

2.     Was ratet ihr unseren Leser:innen: Was kann man konkret für eine bessere Zukunft tun?

Haltet die Augen offen nach Menschen, die euch mit ihren Ideen, ihrer Haltung, ihrem Mindset und ihrer Extraportion an positiver Energie begeistern. Begeisterung hat das Potential, uns Menschen aus der Komfortzone zu bugsieren. Wir nehmen neue Perspektiven ein, kommen in Bewegung, haben auch noch Spaß dabei und stecken im besten Fall unser Umfeld mit an. Das Tolle: In jeder Stadt gibt es couragierte Vordenker:innen, leidenschaftliche Unterstützer:innen und engagierte Netzwerke.

3.     Wie passen Reisen und Nachhaltigkeit für euch zusammen?

Wir müssen nicht auf Reisen verzichten, auch nicht auf Fernreisen. Dennoch ergeben sie für uns nur Sinn, wenn wir danach mit positiven Geschichten im Gepäck zurückkehren. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir uns auf das jeweilige Land und die Menschen vor Ort einlassen. Also nicht einfach nur konsumieren, sondern eintauchen und erleben. Mit nachhaltiger Mode ist es ganz ähnlich, auch hier geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität, Wertschätzung und Verbundenheit.

PUREVIU kann als Print-Magazin oder E-Book über pureviu.de bezogen werden: 160 Seiten, 20 beziehungsweise 16 Euro.

Hier findest du die aktuelle Ausgabe