Wer kennt’s nicht – die Geschehnisse der Welt prasseln auf einen ein, man verliert sich in Gedanken, ist ständig am Grübeln, und das Loslassen und Runterkommen fällt so richtig schwer. Gerade in Zeiten wie diesen ist das regelmäßige Krafttanken deshalb besonders wichtig. Eine Möglichkeit zu neuer Energie und innerer Ruhe zu kommen, ist der Besuch eines Kraftplatzes. Doch was ist zeichnet einen Kraftplatz eigentlich aus? Schon in frühzeitlichen Kulturen wurden Kraftplätze besucht, um Zeremonien abzuhalten. Aus dieser Zeit stammen auch Menhire (hochragende Steinblöcke), Steinkreise (Stichwort Stonehenge) oder Ringwälle, die man auch jetzt immer noch vielerorts findet. Bis heute haben diese Orte eine anziehende und mystische Wirkung und bewegen jedes Jahr viele Menschen dazu, dorthin zu pilgern.

Kraftplätze sind also Orte, die sich im Sinne von Beruhigung, Stärkung oder Entspannung positiv auf uns Menschen auswirken. Sie weisen sogar tatsächlich oftmals verschiedene Energien auf, manchmal werden sie aber auch einfach nur subjektiv als beruhigend und erholsam wahrgenommen. So oder so – an diesen Orten lautet das Motto immer gleich: Take it slow. Langsam machen kann man vor allem in Österreich gut. Wie praktisch, dass es hier besonders viele Kraftplätze gibt. Von Wien bis nach Vorarlberg – Energie und Kraft findet man hier fast an jeder Ecke und einige dieser Orte wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

1. Das Kraftplatz-Mekka Filzmoos im Salzburger Land

Als wäre das Örtchen Filzmoos im Salzburger Pongau nicht ohnehin schon einen Besuch wert, strotzt das Bergdorf auch noch vor guter Energie und lockt mit seinen insgesamt 17 Kraftplätzen. Schon seit jeher gibt es verschiedene Überlieferungen und Legenden, die von besonders kraftvollen und energiespendenden Plätzen berichten. Und diesen Sagen und Mythen kann man glauben, denn Filzmoos wurde geomantisch ausgemessen und tatsächlich fand man dabei spezielle Energieschwingungen an eben diesen 17 Plätzen.

Diese reichen übrigens von Kultplätzen und Sakralbauten über spezielle Felsformationen bis hin zu alten Bäumen oder einfachen Bänkchen in der Natur. Besonders empfehlenswert ist eine Wanderung zu den Hofalmen, denn dort finden Sie gleich drei kraftvolle Plätze (Hochzeitsplatz am Almsee, Platz der Dankbarkeit und Rund um den Almsee). Ach ja: Wer seine Reise zu einem der Kraftplätze nicht alleine antreten will, der macht das gemeinsam mit einem oder einer Kraftplatzbegleiter:in.

Almsee in Filzmoos ©Coen Weesjes, Filzmoos Tourismus

2. Die Kraftarena Groß Gerungs im niederösterreichischen Waldviertel

Die Kraftarena Groß Gerungs versammelt mit Kierlingstein, Opferstein, Klause, Weltkugel und Steinpyramide gleich fünf Kraftplätze an einem Ort. Gelegen im malerischen Waldviertel in Niederösterreich, übt die Kraftarena einen besonderen Reiz auf uns Menschen aus. Einige der Orte der Kraftarena wirken belebend und anregend, andere wiederum beruhigend und entspannend. Eines haben sie aber allesamt gemeinsam: Sie schenken Kraft.

Die Weltkugel, die ihren Namen den über 500 Tonnen und sieben Metern Durchmesser verdankt, besitzt zum Beispiel Bioinformationen, die bei Menschen elektromagnetische Belastungen aufheben sollen. Aber auch der sechs Meter lange Kierlingstein, den man erwandern kann, hat es wortwörtlich in sich. Er ist mit Wasser gefüllt, das der Legende nach Heilung und Schönheit bringt. Der Platz daneben wirkt sich angeblich zudem positiv und ausgleichend auf das vegetative Nervensystem aus.

Absolutes Highlight der Kraftarena ist aber wohl die knapp sieben Meter hohe Steinpyramide mit ihren kreisförmigen Stufen – übrigens die einzige ihrer Art in Mitteleuropa. Ihre Geschichte ist zwar schleierhaft und ihr Sinn unergründet, aber feststeht: sie soll reichlich Energie spenden.

Steinpyramide in der Kraftarena Groß Gerung

3. Der Mirnock in den Kärntner Nockbergen

Mitten in den Kärntner Nockbergen liegt der Mirnock, um den sich eine spannende Sage hüllt. So heißt es, dass vor unzähligen Jahren ein Riese die schöne Spitze des Mirnock umgerissen hat und somit nur eine runde Kuppe als Gipfel übriggeblieben ist. Auch wenn diese Sage richtig spannend klingt, so lässt sich die Form des Mirnock dann doch etwas anders erklären: Vor über 300 Millionen Jahren schob sich hier nämlich eine gewaltige Urgesteinsmasse an die Erdoberfläche und legte Gneis- und Schiefergestein frei. Dieses schuf anschließend den optimalen Nährboden für die saftigen Wiesen, die hier später wuchsen und auch noch heute ein Genuss fürs Auge sind.

Bei deren alleinigem Anblick tankt man bereits ordentlich Kraft, der Mirnock lockt aber zusätzlich noch mit anderen Kraftorten, wie etwa mit dem 7-stämmigen Baumheiligtum, dem Kräutergarten, den drei Trögen, dem Lochvisier Stein „Menhir“ und dem Platz des Windes am benachbarten Berg Palnock. Obendrauf gibt es noch eine sagenhafte Aussicht. Na, wenn das nicht der perfekte Ort zum Runterkommen und Energie tanken ist!

4. Der Lebensbaumkreis „Am Himmel“ in Wien

Wer hätte gedacht, dass es sogar im oftmals hektischen Wien einen Ort gibt, an dem es sich bestens entspannen und Kraft tanken lässt. „Am Himmel“ in Döbling, einem ohnehin beliebten Ausflugsziel in Wien, gibt es seit 1997 ein nachhaltiges Naturdenkmal, den sogenannten Lebensbaumkreis. Er dient als Ort der Ruhe und lockt regelmäßig Menschen aus den geschäftigen Teilen der Stadt an. Der Lebensbaumkreis besteht aus 40 verschiedenen Bäumen, die in zwei konzentrischen Kreisen angeordnet sind. Jeder Baum symbolisiert dabei den Zeitabschnitt eines ganzen Jahres und ist – ähnlich wie bei unseren Sternzeichen – einer gewissen Geburtsdekade zugeschrieben.

Ganz nach dem keltischen Baumhoroskop kann hier jeder seinen persönlichen Lebensbaum finden und über Lautsprecher alles Wissenswerte über ihn erfahren. Am Wochenende wird das Ganze sogar von klassischer Musik (wie könnte man es in Wien auch anders erwarten?) begleitet, um den Besucher:innen ein noch wertvolleres Erlebnis zu bieten.

Lebensbaumkreis ©Am Himmel

5. Die Steinkreise am Bürserberg in Vorarlberg

Der Bürserberg auf dem Hochplateau Tschengla in Vorarlberg steckt voller Geheimnisse und Kräfte. Die großen Steinkreise, die dort stehen, sind vermutlich auf das Neolithikum (5.000 bis 1.900 v.Chr.) zurückzuführen und deuten auf eine gigantische Kalenderanlage hin. Ein Kultplatz, der laut griechischen und römischen Geschichtsschreibern den Blick auf eine steinerne Gottheit, die Göttin Raetia, richtet. Die Menschen kamen damals schon hierher, um Kraft zu tanken und Heilungsprozesse in Gang zu setzen und auch heute ist die Energie und der Zauber, der von diesem Ort ausgeht, deutlich zu spüren.

Steinkreise Bürserberg ©Brandnertal Tourismus

Im Jahr 2003 tagte am Bürserberg sogar ein Gremium aus anerkannten Wissenschaftler:innen, darunter Herzchirurg:innen, Astronom:innen, Mythenforscher:innen, lokale Geschichtsforscher:innen, Geomant:innen und Messtechniker:innen. Sie alle wollten die kulturellen Leistungen unserer Vorfahren und die Einflüsse von Störzonen, Kraftplätzen und Wasseradern auf den Menschen erforschen und haben dabei tatsächlich eine hohe Kraftfeldkonzentration gefunden. Die Gefühle, die man an den Steinkreisen empfindet, sind also durchaus begründet, auch wenn sie der Wissenschaft bis heute noch ein Rätsel aufgeben. Heißer Tipp: Auch hier gibt’s nach Voranmeldung Führungen.

Nadine Pinezits ist Gastautorin bei Good Travel

Nadine ist freiberufliche Redakteurin und Texterin. Sie lebt in Österreich und pendelt zwischen Salzburg, der Steiermark und Wien. Sie ist somit entweder in den Bergen oder im Großstadtdschungel unterwegs, versucht aber gleichzeitig, so viel Zeit wie möglich in ihrem Herzensland Portugal zu verbringen.

Nadine liebt Tiere, das Surfen, pflanzliches Essen, Sonnenuntergänge und ihren Van Hermann, mit dem sie – immer auf der Suche nach guten Geschichten – Europa unsicher macht.