„Habe ich auch wirklich an alles gedacht?“ – dieser Gedanke kommt plötzlich auf, als ich mittags im Zug in Richtung Mecklenburgische Seenplatte sitze. Während der Zug so vorbeisaust an grünen und sich langsam bunt verfärbenden Wäldern, befinde ich, dass ich alles eingepackt habe – einschließlich der Sehnsucht nach einer erholsamen Auszeit auf dem Lande. Letztere – so hoffe ich – soll im „Gutshaus Lexow“ gestillt werden.

Nachdem die Augen genügend über die Landschaft geschweift sind, gehe ich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen beim Zugfahren nach und hole mein Buch hervor. Die nächste Stunde lese ich darüber, dass Menschen im Grunde gut sind und so langsam stellt sich ein wunderbares Gefühl der Entspannung ein.

Entspannt mit Zug und Rad an die Mecklenburgische Seenplatte

Nach knapp zwei Stunden mit dem Zug steigen meine Reisebegleitung Adam und ich in Waren an der Müritz, dem größten Binnensee Deutschlands, aus. Von hier aus ist es noch eine gute Stunde mit dem Fahrrad in das beschauliche Dörfchen Walow, wo sich das „Gutshaus Lexow“, befindet. Umrahmt von Wiesen und Feldern steht das denkmalgeschützte Landhaus, das von Bettina Buschow und Patrick Oldendorf betrieben wird und in dem wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden.

Fischbrötchen von der regionalen Fischerkooperative

Auf Empfehlung der Gastgeber stärken wir uns vorab noch mit einem schmackhaften Fischbrötchen aus „Fischers Küche“ in Bahnhofsnähe. Hier gibt es neben frischem Fisch von der Fischerkooperative der Region auch andere Köstlichkeiten, darunter leckere Eisbecher. Ich verliebe mich in das Vanilleeis mit Kürbiskernöl und karamellisierten Kürbiskernen, dass an einem sonnigen Herbstnachmittag wie heute hervorragend schmeckt.

Auf dem straßenbegleitenden Fahrradweg geht es neben der Herbstsonne, die die umliegenden Sonnenblumenfelder in ein wunderschönes Licht taucht, zur Unterkunft. Pünktlich zur Abendbrotzeit kommen wir schließlich an. Noch völlig gesättigt, versprechen wir die kleine Abendbrotkarte des Hauses am Folgetag ausgiebig auszuprobieren.

Unter der Herbstsonne entlang von Sonnenblumenfeldern radeln
Der Eingangsbereich heißt uns willkommen

Die Badewanne im Gutshaus Lexow ist eine echte Wohltat nach langen Radtouren

So beziehen wir unser Zimmer „Friedrichsruh“ und staunen nicht schlecht über die große Badewanne, die sich in den nächsten Tagen noch als wahre Bereicherung – vor allem nach langen Radtouren – beweisen sollte. Außerdem gibt es hier ein Sofa, auf dem man es sich mit samt eines Buchs wunderbar bequem machen kann. Überglücklich und etwas erschöpft fallen wir ins gemütliche Bett und es dauert nicht lange, bis unsere Augen von ganz alleine zufallen.

Der Schlüssel zum Zimmer Friedrichsruh
Blick ins Badezimmer mit einladender Badewanne
Detailaufnahme Badezimmer
Auf dem Sofa kann man ein paar gemütliche Lesestunden verbringen

Am nächsten Morgen weckt uns der Hahn von nebenan. Dank kleiner Teeauswahl und French Press auf dem Zimmer, haben wir es für das erste Heißgetränk des Tages nicht weit und starten mit einem Morgenkaffee im Bett in den Tag.

Ofenwarme Brötchen und regionale Spezialitäten zum Frühstück

Danach geht es rüber ins Haupthaus zum Frühstück, für das die Mitarbeiterin Nicole zuständig ist. Sie nimmt uns herzlich in Empfang und das großzügige Frühstücksbuffet bestehend aus ofenwarmen Brötchen, regionalen Wurst- und Käsespezialitäten, selbstgemachten Marmeladen, Müsli, Joghurt und frischem Obst lässt wirklich keinerlei Wünsche offen. Dazu schmeckt frischer Quittensaft oder wahlweise ein weiterer Kaffee mit Hafermilch.

Unsere Terrasse
Ausgiebig frühstücken im Haupthaus des Gutshaus Lexow

Ausflugstipps rund um das Gutshaus Lexow

Mit neuer Energie, kann man dann auch wieder gut ausgeruht losradeln, um die Umgebung zu erkunden. Empfehlenswert ist ein Besuch des kleinen Hofladens in Göhren-Lebbin, der eine breite Auswahl an Bio-Produkten bietet. Besonders freue ich mich über das basische Badesalz, das eine entgiftende Wirkung haben soll und direkt in meinem Körbchen landet, damit ich es noch am selben Abend ausprobieren kann.

Ebenfalls schön ist ein Ausflug in das Inselstädtchen Malchow mit hübscher Altstadt und Kloster. Hier finden sich auch zahlreiche Restaurants, die teilweise direkt an der charmanten Drehbrücke liegen, die jede Stunde Boote durchlässt. Auch wir lassen es heute entspannt angehen und genießen die dörfliche Ruhe – vor dem Sturm.

Ein Abendessen im Kerzenlicht

Zum späten Nachmittag – ich „entgifte“ gerade in der Badewanne – wird es dann windiger und plötzlich gehen alle Lichter aus. Ein Stromausfall im Ort. Glücklicherweise verfügt das Gutshaus über einen gasbetriebenen Herd, sodass unser zuvor gebuchtes Abendessen trotzdem stattfinden kann. Bei romantischem Kerzenschein genießen wir neben den anderen Gästen frische Pasta und die ganz besondere Atmosphäre, die auch von der Mitarbeiterin Anja und dem Koch Fritzi mit einer Portion Humor und Gelassenheit genommen wird.

Ein Nachbarschaftsladen ums Eck
Der Hofladen in Göhren-Lebbin
Regionaler Honig vom Imker
Abendessen im Kerzenlicht

Wenige Stunden gehen die Lichter dann auch wieder an – doch wir lassen die Kerze, die wir kurzerhand mit aufs Zimmer genommen haben, weiter brennen und genießen die besondere Stimmung noch ein wenig.

Abschied nehmen vom ländlichen Idyll im Gutshaus Lexow

Am nächsten Morgen heißt es dann auch schon wieder Abschied nehmen, von unserem schönen Zimmer, den zuvorkommenden Mitarbeiter:innen und der wunderbaren Landidylle, die die Sehnsucht nach einer erholsamen Auszeit mehr als gestillt hat und die so nicht mehr zurück in die Reisetasche gepackt werden muss. Stattdessen landet zum krönenden Abschluss ein Gastgeschenk in der Tasche – ein selbstgemachtes Kräutersalz vom Koch Fritzi, mit dem ich mir eine Portion Gelassenheit und Humor, die im Gutshaus Lexow zu jeder Zeit herrscht, wieder zurück in die eigenen vier Wände zaubern kann.

Mehr Informationen zum Gutshaus Lexow

Blick ins Zimmer
Das Gutshaus Lexow von Außen