Namibia setzt auf gemeindebasierten Naturschutz

Trophäenjagd und Umweltschutz – wie passt das zusammen? In Namibia setzen sich kommunale Gemeinschaften für den Schutz von Wildtieren ein. Dafür werden sie an den Einnahmen aus Jagd und Tourismus beteiligt. Früh morgens machen es sich Namibia-Tourist:innen auf den Bänken der offenen Safarifahrzeuge so bequem, wie es eben geht. Der Sand in den Haaren und der Sonnenbrand im Nacken sind schnell vergessen, wenn die erste Elefantenherde die staubige Straße kreuzt. Doch die gigantischen Tiere, die rund um die Salzpfanne des Etosha-Nationalparks so friedlich und erhaben wirken, können in ländlichen Gebieten die Ernte eines Jahres in wenigen Sekunden zerstören. Gemeindebasierter Naturschutz: Rechte und Verantwortung „In den 1960er-Jahren gehörten Namibias Giraffen, Nashörner und Löwen allein dem Staat“, erinnert sich Christopher Brown, Vorsitzender der namibischen Umweltkammer. Für die Farmer:innen bedeutete das vor allem Frust. Ihr Vieh konkurrierte mit den Wildtieren um das wenige Gras und wurde regelmäßig von ihnen gefressen. „Die Farmer hatten keinen Nutzen von den Wildtieren, sondern nur Probleme und Kosten“, sagt der Ökologe und Umweltwissenschaftler. Die Konsequenz: Viele Wildtiere wurden illegal geschossen und ihr Bestand …

Der Schatz der Frauen

Die Arbeit in Edelsteinbergwerken ist seit der Kolonialzeit in Simbabwe schwer, dreckig und elend. Anders in einer Mine im Norden des Landes. Hier schürfen nur Frauen – nachhaltig, ordentlich bezahlt und mit der Aussicht auf bessere Bildung. Als Rumbidzai Gwinji die Zimbaqua-Mine zum ersten Mal besucht, weiß sie sofort: „Ich will Teil davon sein.“ Sie sieht, wie Dutzende Frauen in einer Grube nach Aquamarinen schürfen. Andere kümmern sich um die Beete im anliegenden Garten. Eigentlich war Gwinji in den ländlichen Norden Simbabwes gereist, um die Arbeiterinnen der Mine zu schulen. Sicherheit und Nachhaltigkeit im Bergbau stehen auf dem Lehrplan. „Aber dann war ich diejenige, die in diesen Tagen in der Mine am meisten gelernt hat“, sagt Gwinji heute: über Zusammenhalt und den Wert von Unabhängigkeit als Frau und Mutter. Kurzerhand bewirbt sie sich um eine feste Stelle als Koordinatorin bei Zimbaqua. Sie bekommt sie. Seither zählt Gwinji zum Team der ersten Mine Afrikas, in der ausschließlich Frauen arbeiten. Rumbidzai Gwinji, die Koordinatorin der Zimbaqua-Mine im Norden Simbabwes, „wollte sofort Teil davon sein“ Bild: Iver Rosenkrantz / …

„Ich hole mir meine Nahrungsfreiheit zurück“

Pommes, Toast und Würstchen haben die traditionelle Ernährung in Südafrika verdrängt. Menschen wie die Köchin Nonhlanhla Godole versuchen, die alte Esskultur wiederzubeleben. Nonhlanhla Godole fastet. Ein Monat Rohkost ist ihr Opfer für die Vorfahren. Doch ihre selbst auferlegte Reinigung hält die Köchin nicht davon ab, schon vormittags an Pfannen und Töpfen zu stehen, in denen es zischt und blubbert und duftet. Auf der Anrichte liegen die Überbleibsel vom Sorghum-Brot, das sie am frühen Morgen für eine Kundin gebacken hat. Dazu Salat und hausgemachte Paprikapaste. Godole brutzelt in der Küche ihres Hofes nahe der südafrikanischen Metropole Johannesburg. Sie kocht auf vier Gasherden gleichzeitig, schnippelt und holt zwischendurch etwas aus dem Kühlschrank. Es ist Sonntag. Am Nachmittag hat sie einen weiteren Auftrag abzuarbeiten: Smudge, ein von ihr geschnürtes Bündel aus verschiedenen indigenen Kräutern; und Chai, ihre selbst zusammengestellte Teemischung. Vorbereitung im Wohnzimmer: Godole schnürt ein Bündel aus indigenen Kräutern, den Smudge. Bild: Victoria Schneider Essen ist für die 35-jährige Südafrikanerin mehr als guter Geschmack und Sattwerden. „Nahrung ist Leben“, sagt sie. „Sie hat heilende Kräfte und ist …

Good News

Allianz für Global Green New Deal, Impfstoffproduktion für Afrika, mehr queere Figuren in Hollywood-Filmen

Eine Gruppe von internationalen Politiker*innen hat sich zur „Global Alliance for a Green New Deal“ zusammengeschlossen; das Institut Pasteur in Senegals Hauptstadt Dakar will ab 2022 Corona-Impfstoffe für den afrikanischen Kontinent herstellen; und 2020 ist der Anteil von queeren Figuren in Hollywood-Filmen gestiegen: Das sind die Good News des Tages

Good News

Mittel gegen Gebrochenes-Herz-Syndrom gefunden, mit Algen seltene Erden in Elektroschrott recyceln, App lokalisiert Geisternetze

Australische Wissenschaftler*innen haben womöglich ein Mittel gegen das Broken-Heart-Syndrom gefunden; das Projekt REEgain hat ein Verfahren entwickelt, womit seltene Erden umweltfreundlich recycelt werden können; und der WFF will mit einer App die Meeresböden von Geisternetzen befreien: Das sind die Good News des Tages

Good News

Neue Afrikanische Freihandelszone, Pakistan verbietet Jungfräulichkeits-Tests, Großbritannien will Süßigkeiten an der Supermarktkasse verbieten

Die neue innerafrikanische Freihandelszone AfCFTA könnte bis 2035 über 30 Millionen Menschen von Armut befreien; das Hohe Gericht in Pakistan hat die sogenannten „Zwei-Finger-Tests“ zur Überprüfung der Jungfräulichkeit von Frauen verboten; und in Großbritannien soll die Platzierung von Süßigkeiten an der Supermarktkasse in Zukunft abgeschafft werden: Das sind die Good News des Tages

Good News

Durchbruch in der HIV-Prävention, neues Kühlsystem funktioniert ohne Strom, Norwegen erweitert den Schutz von LGBTQ vor Diskriminierung

Eine klinische Studie konnte zeigen, dass ein neues Präparat zur HIV-Prävention bei Frauen besonders wirkungsvoll ist; inspiriert von dem Kühlprinzip von Kamelhaut haben Forscher*innen des MIT eine Kühltechnologie entwickelt, die ohne Elektrizität funktioniert; und in Norwegen ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Geschlechteridentität und der sexuellen Orientierung ab sofort gesetzlich verboten: Das sind die Good News des Tages

Good News

17-Jährige entwickelt Prognose-System für Erntemengen, smarte Abfalleimer sparen Sprit und Arbeitszeit

Die US-Amerikanerin Lillian Kay Petersen hat ein Modell entwickelt, mit dem sich anhand von Satellitenbildern Erntemengen im Globalen Süden vorhersagen lassen; die Müllabfuhr im Tiroler Schwaz kann dank intelligenter Abfalleimer Unmengen an Sprit und Zeit sparen; und der DJ Robin Perkins spendet den Erlös seines neuen Musikalbums für den Artenschutz: Hier kommen die Good News des Tages

Landwirtschaft in Ruanda

Mit dem Tee wachsen

Immer neue Investitionen für immer mehr Wachstum sind bei uns eher Teil des Problems als der Lösung. In anderen Teilen der Welt sieht das anders aus: Eine Teefabrik in Karongi zeigt, wie Geld aus Europa effektiv in Ruanda eingesetzt wird. Hier“, sagt David Mutangana, der Direktor der Teefabrik in Karongi, „hier wird die neue Fertigungsstraße stehen“. Wo derzeit nur ein leerer Raum in einer Halle zu sehen ist, sieht David neue Kapazitäten, neue Qualitäten, neue Potenziale. Und neue Arbeitsplätze: 60 Arbeiter beschäftigt die Fabrik derzeit, mit der zweiten Fertigungsstraße wird sich ihre Zahl verdoppeln. Die Produktion der Fabrik soll sich in der Anlaufphase von drei auf fünf Tonnen pro Tag erhöhen, aber der Unternehmer ist zuversichtlich, die Kapazität langfristig auf zehn bis 15 Tonnen hochfahren zu können. Immer wieder checkt er auf seinem Smartphone live die Preise, die seine Produkte an der Börse erzielen. Wie war’s denn heute, David? „Ordentlich: 2,42 Dollar pro Kilo für die Qualität PF2, für BP1 sogar zwischen 3,5 und 4,2 Dollar.“ Eine ganz normale Fabrikbesichtigung eigentlich. Bis auf den Ort, …