Der Schatz der Frauen

Die Arbeit in Edelsteinbergwerken ist seit der Kolonialzeit in Simbabwe schwer, dreckig und elend. Anders in einer Mine im Norden des Landes. Hier schürfen nur Frauen – nachhaltig, ordentlich bezahlt und mit der Aussicht auf bessere Bildung. Als Rumbidzai Gwinji die Zimbaqua-Mine zum ersten Mal besucht, weiß sie sofort: „Ich will Teil davon sein.“ Sie sieht, wie Dutzende Frauen in einer Grube nach Aquamarinen schürfen. Andere kümmern sich um die Beete im anliegenden Garten. Eigentlich war Gwinji in den ländlichen Norden Simbabwes gereist, um die Arbeiterinnen der Mine zu schulen. Sicherheit und Nachhaltigkeit im Bergbau stehen auf dem Lehrplan. „Aber dann war ich diejenige, die in diesen Tagen in der Mine am meisten gelernt hat“, sagt Gwinji heute: über Zusammenhalt und den Wert von Unabhängigkeit als Frau und Mutter. Kurzerhand bewirbt sie sich um eine feste Stelle als Koordinatorin bei Zimbaqua. Sie bekommt sie. Seither zählt Gwinji zum Team der ersten Mine Afrikas, in der ausschließlich Frauen arbeiten. Rumbidzai Gwinji, die Koordinatorin der Zimbaqua-Mine im Norden Simbabwes, „wollte sofort Teil davon sein“ Bild: Iver Rosenkrantz / …

Neue Regeln für Crowdworking

„Arbeit 4.0 braucht auch einen Sozialstaat 4.0“

Auf sogenannten Crowdworking-Plattformen bieten Firmen übers Internet Mikrojobs an. Dafür wird oft nicht mal der Mindestlohn gezahlt. Nun haben Plattformbetreiber klare Regeln festgelegt. Vor einigen Jahren hatte die Designerin Ramona Herrmann eine Auftragsflaute. Um ihr Einkommen aufzustocken, suchte die Selbstständige im Internet nach Aufträgen – und landete bei der Crowdworking-Plattform Jovoto. Dort schreiben Unternehmen Projekte aus, für die sich Designer, Künstler und Marketing-Experten mit ihren Ideen bewerben können. Für die besten Ideen gibt es von den Firmen ein Honorar. Über die Website hat Herrmann schon Aufträge von großen Unternehmen bekommen, zum Beispiel von Greenpeace, der Deutschen Bank und dem Schweizer Messerhersteller Victorinox. „Das sind Kunden, die ich mit meiner kleinen Agentur nie bekommen würde“, sagt die 44-Jährige. Über die Plattform aber sammelt sie wichtige Referenzen und verdient sich etwas Geld dazu. Grafik- und Webdesigns erstellen, Texte übersetzen, Software testen, Marketing-Konzepte entwickeln oder Preise im Supermarkt abfotografieren – das sind typische Aufgaben, die über Online-Plattformen wie Jovoto vergeben werden. Die Idee: Unternehmen zerlegen Arbeiten in kleinere Projekte, die im Prinzip jeder mit einem Internetanschluss und einem Computer …