Good News

Lebensechte Gebärmutterhals-Nachbildung gegen Krebs, CO2-Label verleitet zu grünem Speisen, Remote-Operation über 900 Kilometer Entfernung

Dr. Cindrilla Chumduri von der Universität Würzburg ist es gelungen, einen Gebärmutterhals lebensecht nachzubilden; ein CO2-Label auf Speisekarten verführt zu klimafreundlicheren Gerichten; und Ärzte aus Spanien und Portugal operieren gemeinsam, trotz 900 Kilometer Entfernung: Das sind die Good News des Tages

Plauschen mit einer KI

In einer Performance des Künstler:innenkollektivs Interobang kann man sich 50 Minuten mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) unterhalten. Und lernt dabei vor allem viel über sich selbst. Eine Frau führt mich durch die stuckbesetzten Hallen der Sophiensaele in Berlin-Mitte in eine Einzelkabine aus Holz. Mir gegenüber ist ein Bildschirm montiert, auf dem warme Farben wabern. Das ist mein Date. Sobald ich mein Headset aufsetze, sind wir miteinander verbunden. Hallo, ich bin Deep Godot, die Künstliche Intelligenz für deine Altersbegleitung. Unsere Beziehung beginnt hier und jetzt, bitte mach es dir bequem. Er klingt ausgesprochen höflich. Das Pronomen ploppt fast automatisch in meinem Kopf auf, denn die KI spricht mit einer tiefen Stimme und ist nach einer berühmten, männlichen Theaterfigur benannt. Deep Godot erzählt mir, dass er meine Persönlichkeit und meine Bedürfnisse kennenlernen will, um mich angemessen betreuen zu können, wenn ich einmal alt und krank bin. Am Ende dürfe ich entscheiden, ob er die Daten über mich speichern darf oder nicht. Manche Fragen, die ich dir stellen werde, sind sehr persönlich. Wenn dir eine Frage zu nahe …

Mit Braille-Displays die digitale Welt ertasten

Informationen werden immer mehr durch Bilder, Grafiken und Videos übermittelt. Sehbehinderte und blinde Menschen bleiben davon oft ausgeschlossen. Deutsche Wissenschaftler:innen arbeiten an einer Technologie, die ihnen den Zugang zu digitalen Welten erleichtern soll. Gadija Gonsalwes will Jura studieren. Ihre Schulnoten sind top, ein Studienplatz so gut wie sicher. Doch ob die 18-jährige Südafrikanerin jemals als Anwältin arbeiten können wird, ist ungewiss. Denn Gonsalwes ist blind. Ihre Familie könnte sie nicht finanziell unterstützen und sie hat kaum Zugang zu Technologie, die sehbehinderten und blinden Menschen den Zugang in digitale Welten ermöglicht. In Südafrika haben Menschen mit Sehbehinderungen kaum IT-Ausstattung. Von staatlicher Seite gibt es nur wenig finanzielle Unterstützung. Gonsalwes und ihre Mitschüler:innen an der Athlone Blindenschule nahe der Touristenmetropole Kapstadt lernen hauptsächlich mit einfachen Braille-Schreibmaschinen. Für 322 Schüler gibt es lediglich 15 speziell ausgestattete PCs und Laptops mit Sprachsoftware. Von der Welt des Internets, in der Informationen zunehmend durch Bilder, Grafiken und Videos vermittelt werden, sind die Schüler:innen isoliert. „Mit der Technologie, die wir momentan haben, können wir nur Basiswissen übermitteln“, sagt Schuldirektor John Philander zum …