Regionale und pestizidfreie Blumen-Geschenke

Rosen mitten im frostigen deutschen Winter? Das geht nicht, daher stammen die meisten Blumen zum Valentinstag aus fernen Ländern. Das ist nicht gut für die Umwelt. Aber es gibt auch nachhaltige Alternativen. Rosen und Valentinstag gehören für viele Liebenden zusammen. Für Corinna Hölzel nicht. „Wenn ich im Laden die Sträuße mit den riesigen roten Rosen sehe, gelingt es mir nicht, Freude zu empfinden“, sagt die Pestizid-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Gründe dafür liegen unter anderem in den langen Transportwegen, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und den schlechten Arbeitsbedingungen. „Die Rosen werden aus afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern kurzfristig eingeflogen, um den enormen Bedarf zu decken“, sagt Hölzel. Bei der Produktion auf den Plantagen werde ein Cocktail an Pestiziden eingesetzt, von dem sich bei Tests regelmäßig Rückstände in den Schnittrosen finden ließen. Aber es gibt noch mehr gute Gründe gegen die Blume der Liebe als Geschenk am Valentinstag: „Die Arbeiter wissen meist nichts von den Gefahren, haben keine Schutzkleidung, keine geregelten Arbeitszeiten. Die Menschenrechtslage ist in der Regel katastrophal, wenn der Betrieb nicht …

Selbstbestimmter Handel statt „Entwicklungshilfe“

Salem El-Mogaddedi ist Mitgründer des Sozialunternehmens Conflictfood. Er will Landwirt:innen in Krisenregionen durch selbstbestimmte, faire Handelspartnerschaften stärken. Zum Beispiel ein Frauenkollektiv, das Safran in Afghanistan anbaut. Ein persönlicher Bericht. „Ich bin gebürtiger Niedersachse und lebe mit zwei Kulturen. Meine Eltern sind in den Fünfzigerjahren von Afghanistan nach Deutschland gezogen, um hier zu studieren. Die brutale Invasion der Sowjetunion in Afghanistan Ende der 1970er-Jahre und der darauf folgende Bürgerkrieg erschwerte es ihnen später, zurückzukehren. Die afghanische Lebens- und Esskultur wurde in meiner Familie stark gehegt und gepflegt. Ich bin mit der persischen Sprache und religiösen Feierlichkeiten aufgewachsen. Aber: Mein soziokultureller Hintergrund ist nicht typisch afghanisch. Und das nicht nur, weil ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, sondern weil Afghanistan ein Multi-Ethnien-Staat ist. Es gibt nicht DEN Afghanen. Das Land ist kulturell und sprachlich sehr vielfältig. Was aktuell in Afghanistan passiert, reißt viele Wunden auf. Jahrzehntelang war das Land Spielball verschiedener Großmächte: Großbritannien, Sowjetunion, USA. Afghanistan zählt zu den am schwersten verminten Staaten der Welt und hat Millionen Tote zu beklagen. Gemeinsam mit meinem Vater, der als …