Good News I 22.09.2022

Erster Schadstoffblitzer für Containerschiffe in Wilhelmshaven I Knorpelgewebe ist doch heilbar I Heizen und sparen dank Starkwindstrom

Hast du öfters mal Gelenksschmerzen in Hüfte, Knie oder Schultern? Dann haben wir gute Nachrichten für dich: Wissenschaftler*innen haben festgestellt, dass sich Knorpelgewebe doch regenerieren kann. Und in Wilhelmshaven steht der erste Schadstoffblitzer für Containerschiffe – mal sehen, wie stark die Meere belastet sind.

Wie sprechen wir diskriminierungsfrei über Menschen auf der Flucht?

In der enorm Rubrik „Wortwahl“ beschäftigen wir uns diesmal mit der Frage: Wie können wir diskriminierungsfreier über Menschen auf der Flucht sprechen – egal, von woher sie fliehen und wie sie aussehen? Millionen müssen aus der Ukraine fliehen – Genau wie die Menschen aus den Bürgerkriegen in Syrien und Somalia. Doch die Sprache der Berichterstattung unterscheidet sich gewaltig. Die Tagesschau titelte im Februar: „500.000 Menschen aus der Ukraine geflüchtet“. Über die Migrationsbewegungen vor sieben Jahren schrieb das Medium: „Flüchtlingskrise 2015”. Eine aktuelle Überschrift der Zeit lautet: „Flucht aus der Ukraine: Sie erzählen von Schrecken und Solidarität.“ 2016 schrieb die Zeitung: „Flüchtlingskrise: Das Jahr, das Deutschland veränderte“. „Flucht aus der Ukraine“ und „Menschen aus der Ukraine“ vs. „Flüchtlingskrise“? Die Tonalität ist heute emphatischer, menschlicher. Der Diskurs über einen diskriminierungsfreien Sprachgebrauch scheint fortgeschritten. Doch dabei fällt auf: Aus der Ukraine, anders als aus Syrien und Somalia, fliehen mehrheitlich weiße Menschen. Das sie im Gegensatz zu Menschen aus dem globalen Süden mehrheitlich nicht als „fremde Bedrohung” wahrgenommen werden, sondern als Individuen, denen man helfen muss, offenbart den rassistischen …

Ein Garten der Hoffnung

Viele Menschen fliehen derzeit vor der Wirtschaftskrise Venezuelas in die Nachbarländer. Für Indigene ist der Neustart oft besonders schwer. Ein Besuch in zwei Camps in Brasilien. Von oben sieht der Kräutergarten aus wie ein Stern. Sorgfältig angeordnet wachsen dort Aloe Vera, Goethepflanze, Oregano und viele Gewächse, für die es vermutlich keine deutschen Namen gibt. „In einem Traum hat mir der Geist meiner Ahnen gezeigt, dass ich diesen medizinischen Garten anlegen soll“, erzählt Mauricio Fiscal Grande. Der 42-Jährige steht mit einem Rechen in der Mitte seines Reichs. Es ist später Vormittag, die Temperatur ist in Boa Vista, der Hauptstadt von Brasiliens nördlichstem Bundestaat Roraima, schon weit über 30 Grad geklettert. Fiscal scheint das nichts auszumachen. Er gehört zur indigenen Ethnie der Warao und stammt aus Venezuela. Die spirituelle Führung durch Ahn:innen ist ein integrales Element der meisten indigenen Kulturen, auch der Warao. „Jede Ecke des Gartens hat einen Beschützer“, erzählt Fiscal und vermischt dabei zwanglos indigenen und christlichen Glauben: Neben dem Einfluss der Geister seiner Ahn:innen spricht er auch vom Schutz durch die Jungfrau Maria und …

Interview mit Lina Raukamp

Frühe Förderung durch Ankommer

Das Ankommer-Programm von Social Impact will Geflüchteten auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt helfen und fördert dazu gezielt Projekte und Sozialunternehmen, die Lösungen für geflüchtete Menschen entwickeln. Im Interview erklärt die Projektleiterin Lina Raukamp, was Bewerber mitbringen müssen, wie das Stipendienprogramm abläuft und wo sie sich noch mehr Initiativen wünschen würde Frau Raukamp, das Ankommer-Programm richtet sich an Gründer, Initiativen und Projekte, die geflüchtete Menschen als Zielgruppe haben und diese in Arbeit, Aus- oder Weiterbildung bringen wollen. Das ist ein Bereich, in dem es schon sehr viele Projekte und Förderungen gibt. Was macht Ankommer so besonders?  Wir sprechen Gründer an, die mit Geflüchteten etwas schaffen wollen. Das schließt natürlich nicht aus, dass die Initiativen, die wir fördern, auch von Geflüchteten stammen. Was Ankommer außerdem auszeichnet ist, dass die Idee noch keinen ausformulierten Businessplan haben muss. Wir fangen schon bei der Ideenfindung an und überarbeiten die mit den Gründern zusammen. Wir setzen also sehr früh im Prozess an und nicht erst dann, wenn das Projekt schon besteht. Und was bringt eine Förderung durch das Ankommer-Programm?  …

Projekt KulturMarktHalle

Hier trifft der syrische Brotbäcker auf deutsche Gemüsehändler

Ein Raum, in dem sich syrische Brotbäcker, afghanische Künstler und deutsche Gemüsehändler treffen? Die KulturMarktHalle macht das möglich und unterstützt gleichzeitig geflüchtete Menschen bei der Unternehmensgründung Für geflüchtete Menschen, die nach Deutschland kommen und arbeiten wollen, ist es oftmals eine große Hürde, sich selbstständig zu machen. Auch wenn sie in ihrem Heimatland jahrelang eine Bäckerei oder einen Friseursalon führten, sind sie mit komplizierter Bürokratie überfordert oder die deutschen Behörden erkennen ihre Qualifikationen erst gar nicht an. Ein Gründerteam aus Berlin möchte diese Hürde herabsetzen, indem sie Geflüchtete bei der Gründung unterstützen und ihnen einen Raum für die Umsetzung bieten – die KulturMarktHalle. In Berlin-Pankow, in der Nähe von vier neuen Flüchtlingsunterkünften, soll die KulturMarktHalle eröffnet werden. Juliane Wolf, eine der Gründerinnen des Projekts, entschied sich mit ihrem Team bewusst für dieses Umfeld. „Viele Geflüchtete wohnen in Unterkünften in einer Nachbarschaft, die noch nie besonders durchmischt war“, erzählt Wolf. Es fehle dort zum Beispiel an Cafés, wo man einfach mal einen Kaffee zusammen trinken könne. Für das Team war schnell klar, dass es hier einen Ort der …