Modelabels entdecken Crowdfunding

Eigentlich keine neue Idee: Tausende Projekte konnten in den letzten Jahren bereits erfolgreich über die Schwarmfinanzierung umgesetzt werden. In der Modebranche war dieses Modell bisher allerdings nicht besonders verbreitet. Ohne die Crowd hätte es die Lederjacke von Bleed Clothing vermutlich nie geben. Schwarz. Weich. Nur auf den zweiten Blick erkennbar, dass sie aus Kork gefertigt wurde. Geschäftsführer Michael Spitzbarth erzählt, wie sein Werbefotograf Kristoffer Schwetje den Prototyp auf seinem Schreibtisch sah und vorschlug: Wenn es über den klassischen Weg zu riskant ist, weil nicht absehbar ist, ob die Kunden das Produkt wirklich haben wollen – mach Crowdfunding! Du bekommst sofort Feedback, produzierst erst mal nur so viel wie geordert, der Preis hält sich im Rahmen, weil keine Aufschläge dazukommen für Handel, Logistik, möglicherweise Bankkredit. Acht intensive Wochen folgten. Geeignete Plattform finden. Fundingziel kalkulieren. Reise nach Portugal. Videodreh inmitten alter, knorriger Korkeichen. „Letztlich kamen 74 000 Euro zusammen“, so Spitzbarth, 14 000 Euro mehr als anvisiert. Im vergangenen Jahr hat er in Kooperation mit der Tierschutzorganisation Peta zusätzlich einen veganen Sneaker mit 67 000 Euro gefundet. …

Nachhaltige Modebranche kämpft vereint ums Überleben

Corona stürzt die nachhaltige Modebranche in eine schwere Krise – jetzt heißt es mehr denn je: zusammenhalten. Mitte Januar konnte es jeder spüren: Green Fashion hat es aus ihrer Nische herausgeschafft. Nie waren so viele konventionelle Modehändler und -einkäufer auf der Neonyt, der Fachmesse für nachhaltige Mode in Berlin. Nicht mehr nur um zu schauen, was die „Ökos“ so treiben. Sondern auch um Gespräche zu führen, Ware zu ordern. „Die Stimmung war unglaublich“, so Show Director Thimo Schwenzfeier. „Alle haben sich auf die Sommersaison gefreut.“ Corona war da noch weit, weit weg. Heute, drei Monate später, sitzt Schwenzfeier in seinem Büro und plant die zweite Neonyt für 2020, „auch wenn wir natürlich nicht wissen, ob sie wie geplant Ende Juni starten wird, wie viele Labels wirklich dabei sein werden“. Wer kann sich nach der Krise einen Stand leisten? Wer rutscht in die Insolvenz? Wer ist schon weg? Manch kleines Label aus Spanien hat er schon seit Tagen nicht mehr erreicht. Nachhaltige Modebranche: Keine großen Rücklagen Corona ist für die nachhaltige Modebranche ein herber Schlag: nach …