„Krisen können uns wachrütteln!“

Aysel Osmanoglu sitzt seit 2017 im Vorstand der GLS Bank. Die Betriebswirtin hofft, dass wir als Gesellschaft und auch die Banken aus der Coronakrise lernen. Inwiefern wirken sich Krisen an den Finanzmärkten – aktuell die Coronakrise – auf nachhaltige Banken wie die GLS Bank aus? Krisen können uns wachrütteln! Was ist wichtig im Leben? Wie ist mein Verhältnis zu meiner Umgebung, zu den Menschen und zur Natur? Was kann ich besser machen? Das kann uns widerstandsfähiger machen, individuell und gesellschaftlich – auch als Bank. Es ist noch zu früh, um genaue Prognosen zu treffen, aber unsere ersten Risikoanalysen, mit denen wir derzeit abzuschätzen versuchen, wie sich Corona auf unsere Zahlen auswirken wird, haben gezeigt, dass wir als Bank widerstandsfähig sind. Wir sind gut gewappnet. Auch von der Finanzkrise waren wir damals nicht negativ betroffen, weil wir nicht an der Börse spekulieren, sondern in Unternehmen investieren, die sich um Grundbedürfnisse wie Ernährung, erneuerbare Energien oder Wohnen kümmern. Doch die Corona-Krise betrifft auch uns als nachhaltige Bank, weil wir mit der Realwirtschaft zu tun haben. Wir sehen, …

Nachhaltige Banken

Das kannst du mit deinem Girokonto bewirken

Ob Genossenschaftsbank, große Privatbank oder eine nachhaltige Alternative: Es macht einen Unterschied, wo wir unser Girokonto haben – sei es mit Blick auf Menschenrechte, Umweltschutz oder den Klimawandel. Immer mehr Menschen in Deutschland parken ihr Geld auf dem Girokonto. Ende 2018 lagen dort insgesamt 890 Milliarden Euro, wie eine Studie des FinTech-Unternehmens Deposit Solutions ergab. Das ist fast doppelt so viel wie noch sieben Jahre zuvor. Eine riesige Summe Geld – die viel bewirken kann. Denn die eigene Hausbank finanziert mitunter Unternehmen, die auf fossile Energien, Tierversuche, Kinderarbeit oder Gentechnik setzen. Deswegen sagt auch Christian Klein, Professor für nachhaltige Finanzwirtschaft an der Uni Kassel: „Egal, was wir mit unserem Geld machen, wir bewirken immer etwas. Wenn Sie sagen, es ist mit Ihrem Gewissen nicht vereinbar, wenn Geld in Waffen oder Atomkraft angelegt wird, dann sollten Sie genau gucken, was Ihre Hausbank mit dem Geld macht. Es liegt in der Verantwortung des Verbrauchers, sich damit zu befassen.” Doch Klein stellt eine generelle Trägheit fest: „Einem Großteil der Menschen – gerade älteren Generationen – fällt es schwer, …

ZDF-Serie Bad Banks

Falsch gespart

In der zweiten Staffel der ZDF-Serie Bad Banks wollen geläuterte Ex-Banker*innen es besser machen: nachhaltiger und klimafreundlicher. Gelingt der Strukturwandel? Am Ende gibt es keinen ohne Schuld. Keinen, der nicht verwundet ist. Das System frisst exemplarisch seine Anzugträger, Kostümgestalten und deren hippe Antagonisten. In der zweiten Staffel der ZDF-Serie Bad Banks geht es erneut um die durch einen Finanzskandal schwer angeschlagene, fiktive Deutsche Global Invest. Erzählt wird, das sei vorab gesagt, ebenso zynisch wie scharfkantig. Und der Episoden-Thriller ist brutal – ohne dass allzu viel Blut vergossen wird. Ok, ein schmieriger Investor kriegt zurecht was im eigenen Wellness-Keller auf die Nase und die eine oder andere Nebenfigur erwischt es schließlich endgültig. Eine solide Schlägerei gibt’s am Ende auch. Sonst ist das alte Hauptthema der vielfach prämierten Serie von 2018 – das dunkle, böse Investmentbanking – oberflächlich einem neuen, vermeintlich guten gewichen. Der Gegenpol zum Turbo-Kapitalismus der Global Invest ist die junge Firma Green Wallet. Das Finanz-Start-up oder FinTech bietet dem wegen des Skandals gefallenen Banker-Nachwuchs aus Frankfurt eine neue Chance. Dafür müssen Jana Liekam (Paula …