„Ich zeige eine diverse Gesellschaft“

Die Illustratorin Laura Breiling nimmt in ihren Zeichnungen Machtverhältnisse unter die Lupe. Sie zeichnet das Leben divers, kantig und gerne mit Beinhaaren. Anfangs war sie damit Außenseiterin, heute ist sie pop. „Die hier ist schön, oder?“ Ein Zeigefinger drückt kräftig auf den Griff einer Sprühflasche, feuchter Nebel legt sich auf goldene Blattadern vor einer dunkelgrünen Mooswand. „Das ist eine Juwelorchidee, Macodes Petola.“ Wenn Laura Breiling über ihre Pflanzen spricht, ist ihre Stimme ruhig, beinahe bedächtig. Ein Kontrast zu den bunten Arbeiten, die sie sonst im Internet präsentiert. Die Pflanze mit den Goldadern ist nicht allein. Jede Wand in Breilings Homeoffice erscheint bewachsen, Blätter und Ranken greifen mit grünen Fingern bis unter die hohe Decke. Ein Großstadtdschungel, mitten in Berlin-Kreuzberg. Eigentlich hat die Illustratorin auch noch ein Co-Working-Atelier in Neukölln – aber dort war sie lange nicht mehr, Corona wegen. Seit elf Jahren ist Laura Breiling selbstständige Illustratorin, sechs davon in Berlin. Zwischen Blattwerk und grünem Geäst findet sie Ruhe und Entspannung vom Arbeitsalltag und den lauten Straßen Berlins. Trotzdem bleibt der Kiez eine ständige Inspirationsquelle: …

Mit Braille-Displays die digitale Welt ertasten

Informationen werden immer mehr durch Bilder, Grafiken und Videos übermittelt. Sehbehinderte und blinde Menschen bleiben davon oft ausgeschlossen. Deutsche Wissenschaftler:innen arbeiten an einer Technologie, die ihnen den Zugang zu digitalen Welten erleichtern soll. Gadija Gonsalwes will Jura studieren. Ihre Schulnoten sind top, ein Studienplatz so gut wie sicher. Doch ob die 18-jährige Südafrikanerin jemals als Anwältin arbeiten können wird, ist ungewiss. Denn Gonsalwes ist blind. Ihre Familie könnte sie nicht finanziell unterstützen und sie hat kaum Zugang zu Technologie, die sehbehinderten und blinden Menschen den Zugang in digitale Welten ermöglicht. In Südafrika haben Menschen mit Sehbehinderungen kaum IT-Ausstattung. Von staatlicher Seite gibt es nur wenig finanzielle Unterstützung. Gonsalwes und ihre Mitschüler:innen an der Athlone Blindenschule nahe der Touristenmetropole Kapstadt lernen hauptsächlich mit einfachen Braille-Schreibmaschinen. Für 322 Schüler gibt es lediglich 15 speziell ausgestattete PCs und Laptops mit Sprachsoftware. Von der Welt des Internets, in der Informationen zunehmend durch Bilder, Grafiken und Videos vermittelt werden, sind die Schüler:innen isoliert. „Mit der Technologie, die wir momentan haben, können wir nur Basiswissen übermitteln“, sagt Schuldirektor John Philander zum …

Good News

E-Autos in 5 Minuten laden, eine Herznotfall-App, die Leben retten kann, Fassaden-Fertigteile mit Rankhilfen für grünere Städte

Am Kamener Kreuz wurde einer der größten Schnellladeparks Europas für E-Autos eröffnet; die Deutsche Herzstiftung hat eine App entwickelt, die Helfer*innen in Notsituationen schnell und richtig anleitet; und Forschende haben ein Betonfertigteil-System mit Kletterhilfen für grünere Gebäudefassaden entwickelt: Das sind die Good News des Tages

Alte Äpfel, neue Arbeit, gelungene Inklusion

Das Hamburger Sozialunternehmen „Das Geld hängt an den Bäumen“ macht Saft aus alten Obstsorten und pflegt Gärten. Dafür stellt es Menschen ein, die anderswo schwer Arbeit finden würden, etwa weil sie eine Behinderung haben. Goldgelb und trüb schwappt der Apfelsaft in Flaschen über das Fließband. Neben gestapelten Getränkekisten steht Simon Riedel, greift eine Flasche und stellt sie behutsam auf das Band, wo zwei Rollen das Etikett aufkleben: filigran gezeichnetes Obst auf weißem Grund. Später wird er per Hand runde Sticker anbringen: „Nachbarsgarten“, „sozial, nachhaltig, regional“. Das Hamburger Sozialunternehmen „Das Geld hängt an den Bäumen“ produziert den Apfelsaft aus alten Sorten. Zunächst nur pur mit Früchten ungenutzter Streuobstwiesen, nun auch gemischt mit Birne, Holunder, Johannisbeere und Rhabarber oder als Schorle. So erhält es ökologisch wertvolle Streuobstwiesen, auf denen hochstämmige Bäume vereinzelt wachsen und regionale Apfelsorten wie Finkenwerder Herbstprinz, Juwel aus Kirchwerder oder Dithmarscher Paradiesapfel. Seit 2010 ist das Unternehmen gemeinnützig und hat sich neben diesem ökologischen einem sozialen Zweck verschrieben: Arbeitsplätze schaffen für Menschen mit Behinderungen, chronischen Krankheiten oder anderen Beeinträchtigungen, aber auch für ehemals obdachlose …

Good News

Spanien: Tiere sind fühlende Wesen, „Stille Stunde“ im Supermarkt für Menschen mit Autismus, Bitter-Geschmacksrezeptoren gegen Krebs

Die spanische Regierung erkennt Tiere juristisch als fühlende Wesen an; die Supermarktkette Spar hat die „Stille Stunde“ eingeführt für autistische Menschen; und Forschende der Uni Wien haben herausgefunden, dass Bitter-Geschmacksrezeptoren das Wachsen von Tumorzellen eindämmen können: Das sind die Good News des Tages

Good News

US-Marine benennt ein Schiff nach Harvey Milk, erster Wirkstoff gegen Muskelschwund entdeckt, Walking Football: Inklusiver Fußball in Hamburg

Die US-Marine setzt ein Zeichen für Vielfalt und benennt ein Schiff nach der homosexuellen Ikone Harvey Milk; Forschende aus Göttingen und Berlin haben womöglich ein Medikament gegen Muskelschwund entdeckt; und Hamburg will den sozial-inklusiven Ansatz „Walking Football“ etablieren: Das sind die Good News des Tages

Good News

Mit dem Nachtzug von Wien nach Paris, wärmeresistentes Insulin entwickelt, Verbeamtung auch mit Psychotherapie möglich

Ab Dezember 2021 fährt neu ein Nachtzug von Wien über München nach Paris; einem Forschungsteam aus Indien ist es gelungen, wärmeresistentes Insulin herzustellen; und Bewerber*innen, die sich verbeamten lassen möchten, können dies auch tun, wenn sie in psychotherapeutischer Behandlung sind: Das sind die Good News des Tages

Good News

Wie gute Nachbarschaft gelingen kann, Gratis-Verhütung für junge Frauen in Frankreich, Österreich stoppt illegale Plastikexporte

In unserer neuen Podcastfolge von „Good News enorm“ geht es um Nachbarschaft und was wir für ein besseres Miteinander tun können; Frankreich übernimmt ab 2022 für Frauen zwischen 15 und 25 alle Kosten für Verhütungsmittel; und mit Schwerpunktkontrollen will Österreich gegen illegale Plastikexporte vorgehen: Das sind die Good News des Tages

Good News

Weltweit kein bleihaltiges Benzin mehr im Einsatz, Tierbestände in Kenia erholen sich, wie Lego nachhaltiger werden soll

Das UN-Umweltprogramm hat verkündet, dass die Ära des bleihaltigen Benzins endgültig beendet sei; ein landesweiter Wildtierzensus in Kenia hat gezeigt, dass die Schutzmaßnahmen gegen Wilderei Wirkung zeigen; und der dänische Spielzeughersteller Lego will Teile seiner Nachhaltigkeitsstrategie schneller als geplant umsetzen: Das sind die Good News des Tages

Good News

Potentiell bewohnbarer Planet entdeckt, WLAN-Sharing in Bangladesch, sichere und schnelle Hilfe per App bei häuslicher Gewalt

Ein Forschungsteam der Uni Cambridge hat einen potentiell bewohnbaren Planeten entdeckt; in Bangladesch ermöglicht das Start-up Bonton Connect, dass Menschen sich günstig WLAN teilen; und Sabine Knapp entwickelt eine App, mit der Frauen sich sicher Hilfe holen können, wenn sie häusliche Gewalt erleben: Das sind die Good News des Tages

Good News

Meeresalge entdeckt, die Erdöl produziert, Adidas will kein Neuplastik mehr verwenden, wie Heizungen in Zukunft Räume abkühlen könnten

Ein Forschungsteam aus Japan hat im Arktischen Ozean eine Alge entdeckt, die Erdöl produzieren kann; die Sportmarke Adidas will nachhaltiger werden und bis 2024 kein Neuplastik mehr verwenden; und das Fraunhofer-Instituts für Bauphysik hat untersucht, ob sich bereits installierte Heizsysteme auch dafür eignen, Räume zu kühlen: Das sind die Good News des Tages