So reagieren immer mehr Städte auf Hitzewellen

Gerade in Städten steigen die Temperaturen im Sommer gefährlich an, etwa weil viele versiegelte, dunkle Flächen Wärme speichern. Deshalb werden sogenannte Heat Officer ernannt. Ein wichtiger Zukunftsbegriff, den wir hier näher erklären. Heat Officer ist eine Berufsbezeichnung – und einer dieser Begriffe, für den es noch kein deutschsprachiges Äquivalent zu geben scheint. Offizier:in für Hitze vielleicht? Hitze-Beamt:in? Klingt etwas umständlich. Bleiben wir erst einmal bei der englischen Bezeichnung Heat Officer, eingedeutscht und gegendert Heat Officer:in. Das englische heat hat seinen Ursprung im altenglischen hætu und im germanischen hitjõ, woraus sich auch das deutsche Wort Hitze ableitet. Das gilt seit dem 8. Jahrhundert als belegt, seit dem Mittelalter also. Das Mittelalter lag übrigens klimatisch in einem Eiszeitalter. Eisig kalt war es aber nicht – Eiszeitalter heißt nur, dass zumindest einer der Pole vergletschert ist, selbst in einer Warmzeit. Und so war es auch im Mittelalter: Die Pole waren vergletschert und es herrschte eine Warmzeit, das Holozän. Heute leben wir immer noch im Holozän. Nur: Diese Warmzeit droht wegen der menschengemachten Klimakrise zu heiß zu werden. Selbst …

„Moore sind die wichtigsten Kohlenstoffspeicher“

Viele Moore sind auf den ersten Blick kaum noch zu erkennen. Entwässert werden sie als Grünland oder Acker genutzt. Überall in Deutschland setzt nun ein Umdenken ein, denn die nassen Flächen haben großes Potenzial als CO₂-Speicher. Vermoderte Stümpfe längst abgestorbener Birken ragen als Zeugen früherer Entwässerung noch vereinzelt aus dem sumpfig-flachen Moorsee. Längst wachsen hier wieder Torfmoose. Das kleine Wittmoor an der Grenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein ist ein Beispiel für gelungene Renaturierung. Bereits vor Jahrzehnten wurden hier nach dem Torfabbau die Entwässerungsgräben wieder verschlossen und der Wasserspiegel angehoben. Inzwischen hat sich in Deutschland die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Trockenlegung und landwirtschaftliche Nutzung von Mooren erheblich zum Ausstoß der klimaschädlichen Gase Kohlendioxid (CO₂) und Lachgas (N₂O) beiträgt. Mit rund 53 Millionen Tonnen Treibhausgasen im Jahr 2019 waren das nach Angaben der Bundesregierung zuletzt fast sieben Prozent aller Emissionen in Deutschland. Auch auf enorm: Entscheidend im Kampf gegen die Klimakrise: Warum wir die Moore retten müssen Mitunter wichtiger als Wälder im Kampf gegen die Klimakrise „Global gesehen sind Moore die wichtigsten Kohlenstoffspeicher, da kommen Wälder nicht …

In Mosambik wächst die Hoffnung

An der Küste von Mosambik zerstören immer heftigere Tropenstürme Ernten und Häuser. Effektiven Schutz bieten Mangrovenwälder. Die Aktivistin Antonia Teixeira Chikono kämpft für ihren Erhalt – und gegen die Klimakrise. Ein Krater zieht sich durch Erftstadt-Blessem, braune Fluten reißen Gebäude und Ackerland mit sich. Autos schwimmen an Fachwerkhäusern vorbei, als wären sie Spielzeug. Der Regen lässt nicht nach, tagelang suchen Einsatzkräfte nach Vermissten, einige Ortsteile in der Eifel sind nicht einmal mit dem Boot erreichbar. Diese Bilder flimmern auch rund 8.000 Kilometer entfernt in Mosambik auf dem Fernseher von Familie Chikono. „Es hat mir sehr wehgetan, diese Nachrichten zu sehen, ich habe richtig mitgelitten“, sagt Antonia Teixeira Chikono im Juli am Telefon. Es ist erst zwei Jahre her, dass auch sie ihr Haus verloren hat, als der Zyklon Idai über die mosambikanische Küste fegte. Auch auf enorm: Inselstaat Kiribati: Starke Stimmen einer sinkenden Nation Ortsbesuch in Nhangau im Frühjahr 2020. Antonia Chikono wohnt fünf Kilometer vom Indischen Ozean entfernt, die Fahrt von der Hafenstadt Beira führt auf einer sandigen Piste vorbei an Feldern mit Maniok, …

Wie skandinavische Inseln die Klimawende einleiten

Klimawende in Skandinavien: Inselbewohner:innen folgen dem Rhythmus der Natur, versorgen sich autark mit grünem Strom und produzieren keinen Müll mehr. Knapp unter dem Polarkreis, auf der norwegischen Insel Lånan, leben Mensch und Tier in Symbiose. Umgeben von glatten Felsen, die aus dem Atlantik ragen wie Walbuckel, wartet Hildegunn Nordum im Mai auf die Rückkehr der Eiderenten. Die zahlreichen, selbst gezimmerten Bruthäuschen hat sie längst mit Seetang präpariert. An einigen hängen Namensschilder. Mette-Marit, Donald und Co brüten in aller Ruhe, weil Menschen ihre Fressfeinde verjagen.  Hildegunn Nordum ist eine von zehn saisonalen Inselbewohner:innen, die ihre Belohnung einsammeln, wenn die Nester der rund 600 Enten verlassen sind: kostbare Daunen, die sie säubern und zu Decken verarbeiten. Einnahmen und Handarbeit stehen nicht im Verhältnis, und doch lebt die Tradition der Ahn:innen. Warum? „Die Eiderenten sind ein Teil von uns und unserer Geschichte. Ohne die Arbeit hier würden Marder und Adler die Herrschaft übernehmen, das ist auf allen entvölkerten Inseln so. Die Eiderente würde verschwinden und damit auch die Daunentradition“, sagte Hildegunn Nordum Journalistinnen des Magazins Norr, die das …

Good News

Physik-Nobelpreis für deutschen Klimaforscher, längstes Unterseestromkabel kann Millionen Tonnen CO2 einsparen, DM nimmt alte Kunststofflaschen zurück

Der Nobelpreis für Physik 2021 geht u.a. an den deutschen Klimaforscher Klaus Hasselmann; dank des längsten Unterseestromkabels zwischen Norwegen und Großbritannien, könnten bis 2030 rund 23 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden; und die Drogeriekette DM will Kunststoffflaschen zu neuen Verpackungen upcyceln: Das sind die Good News des Tages

Good News

Provider führen Rating für Nachhaltigkeit von Smartphones ein, Polizeiarbeit ohne Waffen, das erste Unterwassermuseum im Mittelmeer

Mehrere große Mobilfunkanbieter wollen ein neues Umwelt-Rating einführen, das über Nachhaltigkeit von Smartphones informiert; die US-Stadt Ithaca will die Polizei reformieren und durch eine Abteilung ersetzen, die nur zum Teil bewaffnet ist; und in Marseille hat das erste Unterwassermuseum des Mittelmeeres eröffnet: Das sind die Good News des Tages

25.02. - 28.02.2021

#ArtSocial21

#ArtSocial21 Innovation Festival Social Hackathon + Art Festival = #ArtSocial21 Wie keine Generation vor uns, sehen wir uns täglich mit umwälzenden, gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert: Die digitale Revolution, der Klimawandel, gesellschaftlich-soziale Megatrends und nicht zuletzt eine weltweite Pandemie vereinnahmen unsere Lebenswelten und beeinflussen in großem Maße unser Zusammenleben. Auf der anderen Seite stehen uns aber auch so zahlreiche materielle und ideelle Wege offen wie noch nie zuvor – alles was wir tun müssen ist, die Möglichkeiten sinnstiftend gemeinschaftlich zu nutzen! Aus diesem Grund plant der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg gemeinsam mit dem DRK-Landesverband Baden-Württemberg und der Social Impact gGmbH das Innovation Festival #ArtSocial21. Eine Plattform, auf der wir gemeinsam im Rahmen eines Social Hackathons kreative Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Probleme erarbeiten und positive Zukunftsbilder schaffen wollen. Mit dem Leitgedanken „Kreativität ist der Rohstoff der Zukunft“ sollen die Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit unterstützt und so der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden. Hier heißt es für interdisziplinäre Teams aus Sozial-, Kreativ- und Digitalwirtschaft sowie der Zivilgesellschaft: Zusammendenken, was (bislang) nicht zusammengehört, neue Perspektiven einnehmen, Unmögliches möglich machen. Grundlage für den Social Hackathon …

„Wir achten die Selbstbestimmtheit des Wassers”

Indigene Forscher*innen müssen mehr Gehör finden, fordert der Professor für indigene Klimagerechtigkeit Kyle Whyte. Im Gespräch erklärt er, wie das dem Umweltschutz dienen kann. Herr Whyte, worum geht es bei indigener Klima- und Umweltgerechtigkeit? Um Verbundenheit. Wir können auf die Klimakrise umso besser reagieren, je mehr Vertrauen wir herstellen – in unseren Beziehungen und in unserer Verantwortung für alles, mit dem wir uns die Umwelt teilen. Wir müssen uns fragen: Wie wollen wir unsere Verantwortung für unsere menschlichen und nichtmenschlichen Verwandten, wie ich das als indigener Forscher nenne, in einer komplexen Umwelt wahrnehmen, die sich permanent wandelt? Was heißt das konkret? Wir trennen nicht zwischen Mensch, Natur und Spiritualität. Wenn wir etwa eine Beziehung der Verbundenheit zum Wasser haben, achten wir das Einverständnis und die Selbstbestimmtheit des Wassers… …in westlichen Ohren klingt das seltsam… …aber es ist ein wichtiger Punkt. Denn es beschreibt eine Haltung, die handfeste Folgen hat: Wir verschmutzen Wasser nicht oder leiten es einfach um, nur weil wir uns irgendeinen Vorteil davon versprechen. Wenn wir uns mit Wasser verbunden fühlen, respektieren wir …