„Unsere Gesellschaft erwartet, dass du Klischees bedienst“

Rapper Amewu setzt sich in seinen Texten mit der Kolonialgeschichte auseinander. Für ihn ist Musik ein guter Ort, um die Thematik zu vermitteln und um eigene Diskriminierungserfahrungen zu verarbeiten. „Koloniale Strukturen gibt es noch immer – vom Alltagsrassismus bis zu ungleichen Chancen. Die Musik ist ein guter Ort für Austausch. Er funktioniert auf zwei Ebenen. Da sind zum einen die Hörer:innen: Sie setzen sich über die Musik mit der Thematik auseinander und hinterfragen im Idealfall ihre eigene Position innerhalb kolonialer Strukturen. Zum anderen ist da der Künstler, der Problematiken thematisiert und gegebenenfalls eigene Diskriminierungserfahrungen verarbeiten kann. 2017 haben mich die Rap-Künstler Megaloh, Musa und Ghanaian Stallion eingeladen, Teil des Albums Platz an der Sonne der Black Superman Group zu sein. Das Album beschäftigt sich mit Afrika, der Kolonialgeschichte und der postkolonialen Situation in Deutschland, aber auch generell Schwarzer Selbstermächtigung. In einer Strophe des Tracks ,Geschichtsunterricht‘ beschreibe ich, wie ich begann, mich mit Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Erst dadurch konnte ich das ganze Ausmaß der Problematik erfassen und verstehen, warum Menschen mich in Deutschland mit einer derartigen Selbstverständlichkeit …

Transkript: Good News enorm Podcast Folge 33

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 33 von „Good News enorm“. Immer mehr Menschen streamen Musik aber auch Podcasts. Das hat Auswirkungen auf die Umwelt: Angefangen bei der Produktion unserer Smartphones bis hin zu den Servern von Spotify, Apple und Co – das alles frisst ziemlich viele Ressourcen. Wie können wir Musik hören, ohne der Umwelt zu schaden? Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge sprechen Good-News-Redakteurin Bianca Kriel und Astrid Ehrenhauser, Redakteurin beim enorm Magazin, über Musikstreaming bei Spotify, Apple und Co.  Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News enorm – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche. Ein Podcast von Good News und dem enorm Magazin. Heute sprechen wir darüber, wie nachhaltig Musikstreaming ist. Aber erst einmal der Gute-Nachrichten-Überblick: Die Schildkrötenpopulation in Kap Verde hat sich stark erholt. Dank Schutzmaßnahmen der Regierung und von NGOs verzeichnet der afrikanische Inselstaat womöglich weltweit den größten Caretta-Meeresschildkrötenbestand. Allein im letzten Jahr wurden 200.000 Nester gezählt. Ein Forschungsteam der University of Maryland in College Park hat eine nachhaltigere, …

Trans-Dj über Diversität in Clubszene

„Geld ist ein wichtiger Teil von Inklusion“

Die Wurzeln von elektronischer Musik und Dance Culture sind queer und bunt. In den Clubs der internationalen Hauptstädte legen aber meistens weiße und männliche DJs auf. Das „No Shade“-Kollektiv in Berlin versucht, die Musikszene diverser zu machen. Einer von ihnen ist Tres, alias Folly Ghost, ein Transgender-DJ aus Rio de Janeiro. Das No Shade-Kollektiv aus Berlin hat dieses Jahr ihr erstes Boiler-Room-Set gespielt, 2019 legten sie auf der Afterparty der „No Fotos On The Dance Foor“-Austellung im C/O Berlin und bei den Feierlichkeiten zum dreißigjährigen Jubiläum des Mauerfalls auf. Keine schlechte Bilanz für ein Kollektiv, das es erst seit knapp drei Jahren gibt. No Shade reicht es aber nicht, Erfolg zu haben. Sie wollen eine Bühne für alle schaffen. Tres, du gehörst zum „No Shade“-Kollektiv. Was ist euer Anliegen? No Shade ist eine Party-Serie und ein Mentoring-Programm für Frauen, nicht-binäre Personen und Transmenschen, die DJs werden wollen. Wir wollen Gleichberechtigung und Zugang für diese Menschen in der Szene. Und wir wollen natürlich, dass sie großartige Sets abliefern. Das Kollektiv wurde vor knapp drei Jahren gegründet. …