26.02. und 27.02.2021

GUTES GELD LAB 2021

Online // Freitag, 26. Februar, 17-20 Uhr // Samstag, 27. Februar 2021, 11-15.30 Uhr   Wer spielt mit im großen Spiel um die schnellen Gewinne? In der verrückten Welt des Geldes werden Reiche immer reicher und andere immer ärmer. Kann das so weitergehen? Woher kommen die Gewinne, gibt es nachhaltige Alternativen und wieviel Wachstum verträgt eine Gesellschaft mit endlichen Ressourcen? Ein Kinofilm, Vorträge, Workshops, Diskussionsrunden und Interviews bringen Klarheit ins Finanz- und Wirtschaftssystem, hinterfragen es kritisch und beleuchten mögliche Alternativen. Mit Gerhard Schick von der Bürgerinitiative Finanzwende oder der investigativen Regisseurin Carmen Losmann haben wir namhafte Referent*innen im Boot – neben vielen kleineren und größeren nachhaltigen Initiativen. Teilnahme und Programm Willkommen sind alle, die sich informieren, im digitalen Foyer mit Gleichgesinnten austauschen oder Ideen und Menschen rund um die Frage kennenlernen wollen, wie unser Wirtschaftssystem nachhaltiger werden kann. Hier gibt es eine Übersicht über den aktuellen Stand des Programms und die Anmeldung. Über die Facebook Event-Seite bleibt ihr auf dem Laufenden. Veranstalter  Oikonnect – die Vernetzungsplattform von Oikocredit Deutschland

„Krisen können uns wachrütteln!“

Aysel Osmanoglu sitzt seit 2017 im Vorstand der GLS Bank. Die Betriebswirtin hofft, dass wir als Gesellschaft und auch die Banken aus der Coronakrise lernen. Inwiefern wirken sich Krisen an den Finanzmärkten – aktuell die Coronakrise – auf nachhaltige Banken wie die GLS Bank aus? Krisen können uns wachrütteln! Was ist wichtig im Leben? Wie ist mein Verhältnis zu meiner Umgebung, zu den Menschen und zur Natur? Was kann ich besser machen? Das kann uns widerstandsfähiger machen, individuell und gesellschaftlich – auch als Bank. Es ist noch zu früh, um genaue Prognosen zu treffen, aber unsere ersten Risikoanalysen, mit denen wir derzeit abzuschätzen versuchen, wie sich Corona auf unsere Zahlen auswirken wird, haben gezeigt, dass wir als Bank widerstandsfähig sind. Wir sind gut gewappnet. Auch von der Finanzkrise waren wir damals nicht negativ betroffen, weil wir nicht an der Börse spekulieren, sondern in Unternehmen investieren, die sich um Grundbedürfnisse wie Ernährung, erneuerbare Energien oder Wohnen kümmern. Doch die Corona-Krise betrifft auch uns als nachhaltige Bank, weil wir mit der Realwirtschaft zu tun haben. Wir sehen, …

Nachhaltige Banken

Das kannst du mit deinem Girokonto bewirken

Ob Genossenschaftsbank, große Privatbank oder eine nachhaltige Alternative: Es macht einen Unterschied, wo wir unser Girokonto haben – sei es mit Blick auf Menschenrechte, Umweltschutz oder den Klimawandel. Immer mehr Menschen in Deutschland parken ihr Geld auf dem Girokonto. Ende 2018 lagen dort insgesamt 890 Milliarden Euro, wie eine Studie des FinTech-Unternehmens Deposit Solutions ergab. Das ist fast doppelt so viel wie noch sieben Jahre zuvor. Eine riesige Summe Geld – die viel bewirken kann. Denn die eigene Hausbank finanziert mitunter Unternehmen, die auf fossile Energien, Tierversuche, Kinderarbeit oder Gentechnik setzen. Deswegen sagt auch Christian Klein, Professor für nachhaltige Finanzwirtschaft an der Uni Kassel: „Egal, was wir mit unserem Geld machen, wir bewirken immer etwas. Wenn Sie sagen, es ist mit Ihrem Gewissen nicht vereinbar, wenn Geld in Waffen oder Atomkraft angelegt wird, dann sollten Sie genau gucken, was Ihre Hausbank mit dem Geld macht. Es liegt in der Verantwortung des Verbrauchers, sich damit zu befassen.” Doch Klein stellt eine generelle Trägheit fest: „Einem Großteil der Menschen – gerade älteren Generationen – fällt es schwer, …

Jeremy Rifkin über Finanzmärkte im Wandel

Das Kapital wird grün

Der Zukunftsforscher Jeremy Rifkin ist überzeugt: Die Finanzmärkte sind bereit zu einem radikalen Umsteuern. Raus aus Öl und Kohle, Auto und Chemie. Rein in Wind und Sonne, Sharing und Gemeinschaft. Wenn man sie lässt. Herr Rifkin, jeden Tag lesen wir, jeden Freitag auf den Straßen hören wir, dass viel zu wenig und viel zu spät gehandelt wird, um die Klimakatastrophe zu verhindern. Und Sie verheißen uns, dass innerhalb von zehn Jahren die fossile Industrie zusammenbrechen und eine neue Wirtschaft entstehen wird? Genau das. Der Kollaps der fossil befeuerten Zivilisation steht unmittelbar bevor. Und dieser Zusammenbruch ist kein Problem – sondern eine Chance. Die Chance nämlich, eine neue, grüne Ära entstehen zu lassen, indem wir die Infrastruktur für die dritte industrielle Revolution aufbauen. Diese Infrastruktur vereint das digitale Kommunikationsinternet, das digitale nachhaltige Energieinternet und das digitale Mobilitäts- und Logistikinternet – auf einer in den Gebäudebestand integrierten Matrix des Internets der Dinge. Das klingt komplex. Wie soll das in dieser kurzen Zeit funktionieren? Wir sind ja schon mittendrin. Die Kosten für die Erzeugung von Solar- und Windenergie …