„Ich hole mir meine Nahrungsfreiheit zurück“

Pommes, Toast und Würstchen haben die traditionelle Ernährung in Südafrika verdrängt. Menschen wie die Köchin Nonhlanhla Godole versuchen, die alte Esskultur wiederzubeleben. Nonhlanhla Godole fastet. Ein Monat Rohkost ist ihr Opfer für die Vorfahren. Doch ihre selbst auferlegte Reinigung hält die Köchin nicht davon ab, schon vormittags an Pfannen und Töpfen zu stehen, in denen es zischt und blubbert und duftet. Auf der Anrichte liegen die Überbleibsel vom Sorghum-Brot, das sie am frühen Morgen für eine Kundin gebacken hat. Dazu Salat und hausgemachte Paprikapaste. Godole brutzelt in der Küche ihres Hofes nahe der südafrikanischen Metropole Johannesburg. Sie kocht auf vier Gasherden gleichzeitig, schnippelt und holt zwischendurch etwas aus dem Kühlschrank. Es ist Sonntag. Am Nachmittag hat sie einen weiteren Auftrag abzuarbeiten: Smudge, ein von ihr geschnürtes Bündel aus verschiedenen indigenen Kräutern; und Chai, ihre selbst zusammengestellte Teemischung. Vorbereitung im Wohnzimmer: Godole schnürt ein Bündel aus indigenen Kräutern, den Smudge. Bild: Victoria Schneider Essen ist für die 35-jährige Südafrikanerin mehr als guter Geschmack und Sattwerden. „Nahrung ist Leben“, sagt sie. „Sie hat heilende Kräfte und ist …

Auf dem Acker mit Benedikt Bösel

Wie ein Landwirt mit seinem Team ein Brandenburger Gut auf kargem Boden erblühen lässt. Mit einer neuen Methode: Beyond Farming. https://enorm-magazin.de/wp-content/uploads/Episode_26_Ortsbesuch-Benedikt-Boesel.mp3 Diesen Artikel kannst du dir auch vorlesen lassen! Den enorm Podcast „Zukunft hörst Du hier an“ findest du auf Spotify, Apple Podcasts und überall da, wo es Podcasts gibt, sowie über den RSS-Feed. Der Kinderwagen stockt kurz auf dem unebenen Ackerboden. Mit einem Ruck manövriert ihn Benedikt Bösel weiter. Immer wieder lupft der Wind das hellgrüne Baumwolltuch, es schützt Bösels acht Wochen alte Tochter vor der Mittagssonne. Geduldig zupft es der Landwirt zurecht, tippt zwischendurch auf seinem Handy, nimmt einen Anruf entgegen. Neben ihm auf dem Acker mäht eine der Praktikant:innen mit dem Einachser. Eine Mitarbeiterin, die gerade neue Schilder für die Pflanzreihen angebracht hat, kommt auf Bösel zu. „Ich habe gestern einen Hirschkäfer gesehen.“ „Warum hast du das nicht auf Insta gespostet? Das müssen wir direkt machen“, erwidert Bösel. Die Öko-Landwirtschaft Gut & Bösel ist erst seit Kurzem auf Instagram mit Storys vom Mähen oder vom lachenden Bösel mit seiner grauen Kappe, die er verkehrt herum trägt, oder Fotos …