Kroatien: Sorglos Segeln im Land der tausend Inseln

Ein Gastbeitrag von Ina Hiester. Nach vier Jahren auf einem Segelboot im Mittelmeer zieht es mich weiter in die Ferne. Doch um den Gefahren der Weltmeere und den Extremen des Klimawandels gewachsen zu sein, musste ein stabileres Boot her – und dieses fanden wir in Kroatien. Drei Monate und 400 Seemeilen später kann ich das Land der tausend Inseln als Rundum-Sorglos-Urlaubs-Destination empfehlen. „Z“ – als der letzte Buchstabe strahlend weiß am dunkelblauen Rumpf haftete, trat ich einen Schritt zurück und hielt kurz inne. KOBLENZ, der rheinische Wahlheimathafen für unser neues (altes) Segelboot iNYATHI, liegt 1.000 Kilometer Luftlinie von dem kroatischen Dorf Milna entfernt. Hier warteten wir seit etwa vier Wochen ungeduldig auf unsere Bootspapiere, denn wir wollten endlich los. iNYATHI, das ist Zulu für „Büffel“ und bringt deutlich zum Ausdruck, was wir von den vor uns liegenden 20 Tonnen Stahl erwarten: sei stark, sei unverwüstlich, trotze allen Gefahren, lass dich nicht unterkriegen. Und bring uns so einmal um die Welt – mindestens. Koblenz als Heimathafen hat dabei für mich als Hunsrücker Dorfkind durchaus Wumms. Dorthin …

Wie sich Overtourism-Destinationen in der Krise neu erfinden

Amsterdam verbietet die private Vermietung von Ferienwohnungen im Stadtzentrum und Venedig verbannt Kreuzfahrtschiffe bis zum Jahresende aus der Lagune: Das sind nur zwei Entwicklungen, die man in den letzten Monaten in der Nachrichtenlandschaft lesen konnte. Immer mehr Destinationen, die mit Overtourism konfrontiert sind, bzw. waren, stellen sich dem Problem und möchten einen fairen Tourismus in ihrer Region fördern. Die Wichtigkeit von staatlichen Maßnahmen und zivilgesellschaftlichen Initiativen Neben staatlichen Regulatoren wie Gesetzen, spielen dabei auch Initiativen aus der Zivilgesellschaft eine zentrale Rolle. Das zeigt das Beispiel aus Venedig: So ist das Verbot von Kreuzfahrtschiffen der jahrelangen Arbeit des Bürgerkomitees „No grandi navi“ (zu deutsch: „Keine großen Schiffe“) zu verdanken. Dabei spielte auch die Coronakrise eine entscheidende Rolle: Die Pandemie sorgte für ein Umdenken bei vielen Venezianer*innen, die in der Krise eine Chance sahen. Eine Chance, den Tourismus neu aufzustellen und nachhaltiger zu gestalten. Ein nachhaltiges Miteinander zwischen Reisenden und Bereisten fördern So steigert die Organisation „Venezia Autentica“ mit ihrer Plattform beispielsweise die Akzeptanz zwischen den Touristen und Einheimischen. Reisende können auf der Plattform Aktivitäten buchen und …

Als Gast kommen, als Freund gehen

Die „International Greeter Association“ bietet Reisenden kostenlose Stadtführungen in mehr als 130 Städten und Regionen rund um die Welt an. Dabei heißen die sogenannten „Greeter“ Gäste in ihrer Stadt willkommen und nehmen sie mit auf einen ausgiebigen und persönlichen Spaziergang. Jenseits von ausgetretenen Touristenpfaden in entspannter Atmosphäre unterwegs Bei den zwei- bis dreistündigen Führungen, mal zu Fuß, mal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zeigen die freiwillig tätigen Greeter den Reisenden ihre ganz persönliche Stadt. Dabei besucht man nicht selten Orte, die sich jenseits von ausgetretenen Touristenpfaden und Empfehlungen von Reiseführern befinden. Innerhalb einer entspannten Atmosphäre erfährt man dabei oftmals auch vom letzten Klatsch in der Stadt und lauscht Geschichten, wie es ist, dort zu leben. Die Greeter Idee wurde bereits 1992 in New York geboren, als Lynn Brooks die „Big Apple Greeters“ gründete. Als echte New Yorkerin wollte sie Reisenden ihre ganz persönlichen Lieblingsecken der Stadt während der Rundgänge näherbringen: „Ich möchte, dass andere Leute New York so verstehen, wie ich es tue. Ich möchte, dass sie die Stadt so erleben, wie ich es tue. Alles, …