Lifehack Marke Seneca

Das Silicon Valley macht mit der antiken Denkschule des Stoizismus Geld und verkauft sie als ultimatives Selbsoptimierungstool. Philosoph:innen wehren sich dagegen. Vor etwa sechs Jahren verliebte sich das Silicon Valley in Seneca. Der römische Staatsmann war Anhänger der antiken Philosophie des Stoizismus, die uns lehrt, dass wir die Eudaimonia, ein ausgeglichenes Leben in „gutem Geist“, nur erreichen können, wenn wir uns an der Tugend ausrichten. Also etwa die eigene Sterblichkeit akzeptieren, unsere Emotionen beherrschen und Komfortzonen vermeiden, zum Beispiel durch kalte Bäder. Aus diesen Werten leiten wir heute auch das Adjektiv „stoisch“ ab, das wir benutzen, wenn jemand auch angesichts von Leid unerschütterlich bleibt. Business-Gurus wie der US-amerikanische Marketing-Profi Ryan Holiday erkannten sich darin wieder und begannen damit, „Modern Stoicism“ als Selbsttherapie für erfolgreiche Entrepreneur:innen anzupreisen. Holidays Buch „Das Hindernis ist Dein Weg“ wurde zum Verkaufsschlager; berühmte American-Football-Spieler lasen sich medienwirksam in der Umkleidekabine daraus vor. Inzwischen hat Holidays Blog „Daily Stoic“ mehr als eine Million Follower:innen, die ermutigt werden, sich mit Stoiker-Merch einzudecken. Memento-mori-Münze für 26 Dollar gefällig? Kolumne Historismus Die Kolumne Historismus von …