Wildes Plastik aus Haiti

Der Versandhändler Otto versucht, weniger Verpackungsmüll zu produzieren. Tüten aus recyceltem Plastik und Mehrwegtaschen sollen helfen. Egal ob Socken, Waschmaschine oder aufblasbarer Whirlpool: Noch nie haben so viele Kund:innen bei Otto bestellt, der Umsatz im Geschäftsjahr 2020/2021 stieg um fast ein Drittel auf 4,5 Milliarden Euro. Entsprechend wächst die Verpackungsmenge – und der Müll. Besonders verzwickt: Polybags. Vor allem Textilien sind in diese kleinen Plastikbeutel verpackt, meist bestehen sie aus Einweg-Kunststoff, recycelt werden die wenigsten. Um das zu ändern, will Otto nun seine Retouren-Polybags vom spanischen Start-up Cadel Deinking recyceln lassen. 2,6 Millionen Beutel wurden bestellt, man sei „recht zuversichtlich“. Klar, Polybeutel in geschlossenen Systemen zu recyceln, ist sinnvoll. Das zeigt auch ein Bericht der Forschungsstelle für allgemeine und textile Marktwirtschaft an der Universität Münster. Besser wäre es, die Beutel gar nicht zu nutzen, gerade für Einzelverpackungen. Auch auf enorm: Blue Economy: Wie uns Insekten beim Plastikrecycling helfen Ebenfalls recycelt, aber aus „wildem Plastik“, sind Versandtaschen, die Otto seit Sommer 2020 nutzt. Dafür sammelt das Hamburger Start-up Wildplastic weggeworfenen Kunststoffmüll in Ländern ohne etabliertes Recyclingsystem, …

Good News

Herzschrittmacher löst sich auf und vermeidet so Zusatz-OPs, in Texas eröffnet das größte Altenheim für LGBTQI+, Biosensoren erkennen Viren in der Luft

Ein neuer Herzschrittmacher löst sich nach dem Einsatz von selber auf und vermeidet so zusätzliche Operationen; in Houston hat das größte Senior*innenheim für LGBTQI+ der USA eröffnet; und Forschende des MIT und der Harvard University haben Biosensoren entwickelt, die Viren in der Luft erkennen: Das sind die Good News des Tages

Good News

Wie CBD bei der Behandlung von Krebs helfen könnte, eine abfallfreie Shampooflasche, weniger Flugzeug-Treibstoff dank „Haifischhaut“

Die Studie eines deutschen Forschungsteams zeigt, dass Cannabidiol auch bei verschiedenen Krebsvarianten hilfreich sein kann; eine Berlinerin hat eine Verpackung aus Seife entwickelt, die komplett aufgebraucht werden kann; und eine Beschichtung für Flugzeuge, die der Haut von Haien nachempfunden ist, soll Treibstoff einsparen: Das sind die Good News des Tages

Good News

Prämien fürs Radfahren, Optimismus in Deutschland wächst, Zehnjährige startet erfolgreich Kampagne gegen Plastikramsch in Kinderzeitschriften

Eine App will Bewohner*innen in Harburg und Bergedorf zum Fahrradfahren motivieren; laut einer Studie ist der Optimismus in der Bevölkerung in Deutschland trotz Pandemie gestiegen; und eine 10-jährige Schülerin aus Wales hat erfolgreiche eine Kampagne gegen Plastikspielzeug in Kinderzeitschriften gestartet: Das sind die Good News des Tages

Good News

Wundverband zum Aufsprühen, Lego verabschiedet sich von Plastiktüten und arbeitet an Bausteinen aus Zuckerrohr, wie aus Einwegmasken Blumen werden

Ein israelisches Start-up hat einen sprühbaren Verband entwickelt, der die Behandlung von Wunden erleichtert; Spielzeughersteller Lego will sich noch früher von Plastiktüten verabschieden und arbeitet an Bausteinen aus Zuckerrohr; und die Einwegmasken von „Marie Bee Bloom“ sind komplett biologisch abbaubar und lassen sich nach dem Tragen einpflanzen: Das sind die Good News des Tages

Good News

Plastiktütenverbot ab 2022, Europaparlament will ein Recht auf Reparatur, sprechender Herd hilft blinden Menschen beim Kochen

Ab 2022 dürfen in deutschen Supermärkten keine Einkaufstüten aus Plastik mehr angeboten werden; die EU will mit einem Recht erwirken, dass Elektrogeräte so gebaut werden müssen, dass sie repariert werden können; Erfinder aus Aachen haben Knöpfe entwickelt, die herkömmliche Herde für Menschen mit Sehbehinderung umrüsten: Das sind die Good News des Tages 

Good News

Freiwillige befreien Flussufer von 320 Tonnen Müll, Jane Fraser wird erste Chefin einer Wall Street-Bank

Beim diesjährigen Rhine Clean Up haben Zehntausende Helfer die Flussufer von Rhein, Mosel und Ruhr von 320 Tonnen Abfall befreit; Jane Fraser wird die erste Frau an der Spitze einer Wall Street Bank; und laut einer Studie profitieren Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen von regelmäßigem Tanzen: Das sind die Good News des Tages

Künstlerin Swaantje Güntzel

Verborgenes Plastik sichtbar machen

Die Künstlerin Swaantje Güntzel beschäftigt sich seit zwölf Jahren mit dem Thema Plastikmüll – und konfrontiert die Betrachter mit Verdrängtem. Unter der Meeresoberfläche verbirgt sich etwas, das nicht gesehen werden darf. Der Schein trügt – dieses Gefühl lässt Swaantje Güntzel seit ihrer Kindheit nicht los. In ihren Arbeiten will die 47-Jährige oft Verborgenes sichtbar machen – nicht nur den in den Meeren treibenden Plastikmüll, sondern auch die Schattenseiten unseres Verhältnisses zur Natur. Die unschöne Wahrheit zeigen Seit etwa zwölf Jahren arbeitet die Künstlerin über Kunststoffabfall. Es begann mit einem Artikel über all das Plastik, das Forscher in den Mägen von Seevögeln fanden. Güntzel macht es zum Objekt ihrer Kunst: ein bunter Kaugummiautomat, ein alter Drehkreisel, gefüllt mit Plastikabfällen aus den Mägen von Albatrossen. Meist ziehen spielerische, positiv konnotierte Gegenstände die Blicke des Betrachters auf sich – bis sich eine unschöne Wahrheit zeigt. In den ersten Jahren ihrer Arbeit über Plastik musste Güntzel ihre Werke Galeristen mühsam erklären. Anerkannt wurde lediglich, dass sie „Bewusstsein schaffe“. Doch Güntzel sieht sich nicht als Aktivistin, sondern als Künstlerin – …