Ein Hotelalltag in Zeiten des Corona-Virus

Ein Partner erzählt: Ein Gastbeitrag von Angeli & Christian Wehrli, Betreiber des Albergo Casa Santo Stefano Unsere Situation Nachdem wir uns erst einmal durch einen Wust von bürokratischer Arbeit „gewühlt“ haben, berichten wir Ihnen jetzt gerne etwas aus unserem momentanen Alltag: Unser Hotel ist seit 14 Tagen wieder geschlossen, nachdem wir gerade eine Woche normalen Hotelbetrieb hatten. Offiziell dürfen wir es zwar offen behalten, aber kein Gast wagt zur Zeit Ferien zu machen. Alle Kurse und Seminare sind seit Mitte März bis Anfang Mai storniert worden und wir stehen vor der Situation, dass wir und die Kursleiter von den Mai-, Juni- und Julikursen sich fragen, ob wohl diese Kurse zustande kommen oder auch noch abgesagt werden müssen? Und natürlich kommen zur Zeit auch keine Buchungen für diese Kurse rein. Wir sehen uns einem Liquiditätsengpass konfrontiert Da wir den Teilnehmern, von unseren annullierten Kursen die schon bezahlten Kursgebühren erstatten müssen, haben wir zur Zeit statt Einnahmen nur Ausgaben und bereits sehen wir uns mit einem Liquiditätsengpass konfrontiert. Hätten wir gewusst was in diesem Jahr 2020 auf …

Hilfe unter Nachbarn im Alter

„Jeder sollte Zeit ansparen können“

Der Bedarf an Betreuung nimmt zu. Doch nachbarschaftliche Hilfe ist nicht mehr selbstverständlich. Gernot Jochum-Müller fordert deshalb, dass Zeitsparen Teil der Altersvorsorge wird Herr Jochum-Müller, Sie wollen in Österreich mit Zeitpolster eine neue Form der Altersvorsorge aufbauen. Wie läuft’s? Bislang sehr gut. Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat Zeitpolster zu einem der zehn wichtigsten Projekte des Landes ernannt. Das hat uns viel Aufmerksamkeit gebracht. Wir haben schon aus allen Bundesländern Österreichs Anfragen von Gemeinden, die mitmachen wollen. In den nächsten zwei Jahren werden wir vor allem in Wien und Vorarlberg gezielt Gruppen aufbauen. Wie kann man mit Ihrem Modell vorsorgen? Indem man Zeit anspart. Das funktioniert so, dass Sie andere Menschen unterstützen, zum Beispiel Ältere, aber auch Familien. Das kann eine Autofahrt zum Arzt sein, Hilfe im Haushalt oder bei der Gartenarbeit. Dafür erhalten Sie eine Zeitgutschrift statt Geld, die Sie später gegen Betreuungsleistungen einlösen können. Zum Beispiel, wenn Sie krank werden oder eben im Alter. Das Ziel ist, ein breites Netz an nachbarschaftlicher Hilfe aufzubauen. Unser Modell ist so strukturiert, dass sich auf der Ebene der …

Innovationen gegen Einsamkeit

Zusammenhalt per Zeitkonto

Vorwärts zum Tauschhandel: Mithilfe von Zeitkonten will eine Genossenschaft im Schweizer Städtchen Zug die Nachbarschaftshilfe wiederbeleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Ein Ortsbesuch Margrit Longhi breitet ein kleines gelbes Handtuch auf dem Tisch aus, streift zwei goldene Ringe vom Finger und verreibt ein paar Tropfen Orangenöl in ihren Händen. Dann nimmt sie die linke Hand von Bernadette Flüeler, legt sie auf das Handtuch und fängt an, sie zu massieren. Mit leichtem Druck streicht sie von der Handwurzel bis zur Fingerspitze. Das soll die Durchblutung fördern. Denn Bernadette Flüeler hat, wie so oft, kalte Hände. „Angenehm so?“, fragt Longhi. Flüeler nickt lächelnd. Die Handmassage war eine spontane Idee. Zuvor hat Bernadette Flüeler die ältere Dame mit ihrem Auto vom Turnen abgeholt und nach Hause gebracht. Jetzt sitzen sie zusammen am großen schwarzen Esstisch und trinken eine Apfelschorle. Unter den Gläsern liegen weiße gehäkelte Platzdeckchen. Margrit Longhi hat noch Kekse auf den Tisch gestellt. Die 86-Jährige ist eine unternehmungslustige ältere Dame, deren grüne Augen leuchten, wenn sie von Ausflügen in die Berge berichtet. Aber es sei ein …