So reagieren immer mehr Städte auf Hitzewellen

Gerade in Städten steigen die Temperaturen im Sommer gefährlich an, etwa weil viele versiegelte, dunkle Flächen Wärme speichern. Deshalb werden sogenannte Heat Officer ernannt. Ein wichtiger Zukunftsbegriff, den wir hier näher erklären. Heat Officer ist eine Berufsbezeichnung – und einer dieser Begriffe, für den es noch kein deutschsprachiges Äquivalent zu geben scheint. Offizier:in für Hitze vielleicht? Hitze-Beamt:in? Klingt etwas umständlich. Bleiben wir erst einmal bei der englischen Bezeichnung Heat Officer, eingedeutscht und gegendert Heat Officer:in. Das englische heat hat seinen Ursprung im altenglischen hætu und im germanischen hitjõ, woraus sich auch das deutsche Wort Hitze ableitet. Das gilt seit dem 8. Jahrhundert als belegt, seit dem Mittelalter also. Das Mittelalter lag übrigens klimatisch in einem Eiszeitalter. Eisig kalt war es aber nicht – Eiszeitalter heißt nur, dass zumindest einer der Pole vergletschert ist, selbst in einer Warmzeit. Und so war es auch im Mittelalter: Die Pole waren vergletschert und es herrschte eine Warmzeit, das Holozän. Heute leben wir immer noch im Holozän. Nur: Diese Warmzeit droht wegen der menschengemachten Klimakrise zu heiß zu werden. Selbst …

Das Zukunftsschutzgebiet

Wie kann Stadtraum dem gesellschaftlichen Wohl dienen? Der Dresdner Stadtentwicklungsverein Konglomerat sucht in seinem Essay „Na dann machen wir mal – Streifzug durch ein städtisches Stimmungsbild“ nach Antworten und findet sie in einer Wortneuschöpfung: „Zukunftsschutzgebiet“. Wo Naturschutzgebiete den Lebensraum von Flora und Fauna sichern, dienen Zukunftsschutzgebiete dem Schutz der Menschen in urbanen Räumen, ihrer Kultur und Selbstverwirklichung. Es geht auch um Partizipation: Orte sollen entstehen, die aktiv von ihren Bewohner:innen mitgestaltet werden. Sie interagieren dort auf vielfältige Weise miteinander, unabhängig von ihrem sonstigen sozialen und politischen Umfeld. So die Idee. Während der namensgebende Essay bereits 2018 entstand, trafen sich ein Jahr später die Mitglieder des Konglomerats – Vereinsmotto: „Wir treiben den Austausch zur gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung mit sämtlichen Akteur*innen voran“ – und weitere kreative Köpfe bei der #raumkon19 dann in Dresden. Sie beschäftigten sich mit Konzepten für gemeinwohlorientierte Stadtplanung. Denn das Wort sollte mit Leben gefüllt werden, Zukunftsschutzgebiete Realität werden. „Wir wollen einen Raum schaffen, der die Nachbarschaft zum Diskutieren und Handeln befähigt und damit eigentlich eine neue Art der öffentlichen Infrastruktur darstellt“, sagt Fridolin Pflüger …