Diese Insekten sind Klima-Techniker

Termiten legen verzweigte Gänge und Schächte an, um ihre Nester zu belüften. Das funktioniert so gut, dass es Architekt:innen weltweit nachahmen. Er kriecht vorwärts mit den Armen, tiefer hinein in den lehmbraunen, unterirdischen Schacht. Seine sonore Stimme hallt in dem Hohlraum wieder, klingt außer Atem: „Dies, 1,80 Meter unter der Erdoberfläche, ist der Keller der Kolonie“, schnurrt Doku-Legende David Attenborough in die Kamera. 1990 steckt der britische Biologe in einem nigerianischen Termitenhügel. Er filmt für die BBC-Serie Trials of Life. Der Hügel ist eigentlich eine Art Kamin, mehrere Meter hoch, und Zuhause von Millionen Termiten. Ihr Mörtel: Speichel, Zellulose und Erde. Von außen sehen die Türme der blinden Insekten geschlossen aus und fühlen sich steinhart an. Doch sie enthalten zahlreiche Poren und größere Öffnungen an der Basis. Im Inneren legen die Tiere verzweigte Gänge und Luftschächte an sowie einen – je nach Termiten-Art – geschlossenen oder offenen „Schornstein“ in der Mitte, der den höchsten Punkt des Hügels mit den Gemächern der Königin in seinem Herzen verbindet. Denn ihre bis zu 20.000 Eier am Tag legt …