Wie uns Flechten beim Umweltschutz helfen

Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen helfen uns dabei, zu bestimmen, wie gut oder schlecht es der Natur geht. Welche Art im Stadtpark oder im Wald vorkommt, gibt etwa Aufschluss über die Luftqualität. Das macht sie zu einem sogenannten Bioindikator. Die Flechte ist eine Lebensgemeinschaft aus Pilzen und Grünalgen oder Cyanobakterien. Ein kluges Konzept der Natur, denn die Beziehung ist für alle Beteiligten vorteilhaft. In strikter Arbeitsteilung versorgen die Algen oder die Bakterien die Gemeinschaft mit Nahrung durch Photosynthese. Das Pilzgeflecht dient als Reservespeicher und schützt vor dem Austrocknen und vor UV-Licht. Organismen – Pflanzen, Tiere, Bakterien – reagieren darauf, wenn sich ihre Umwelt verändert. Wenn sich etwa die Luftqualität verschlechtert, passen sie sich an. Im schlimmsten Fall verschwinden sie. Die feinfühligsten dieser Organismen nennt man Bioindikatoren. Sie zeigen Umweltveränderungen frühzeitig an. Bestimmte Fische, wie Elritzen oder Bachforellen, benötigen sehr sauberes Wasser. So helfen sie dabei, die Wasserqualität einzuordnen. Auch auf enorm: Wie wir Trinkwasser aus der Luft filtern können – inspiriert von einem Wüstenkäfer Bioindikator Flechte: Luftqualität einfach selber messen Auch die Flechte eignet sich als …

Wie Green Nudging Unternehmen umweltfreundlicher macht

Die gemeinnützige Agentur Energiekonsens des Bundeslands Bremen hilft Firmen und ihren Mitarbeiter:innen klimaschonender zu wirtschaften. Dafür braucht es weder Verbote noch Zwänge, sondern nur kluge Kommunikationsstrategien. Erst sind fünf Eisbären auf dem Duschkopf zu sehen, dann vier, drei, zwei, einer. Die Botschaft: Je kürzer Du duschst, desto mehr Eisbären bleiben übrig. Die Ingenieur:innen, die das Schweizer Produkt entwickelt haben, konnten in Studien zeigen, dass Menschen kürzer duschen und im Durchschnitt 22 Prozent Energie sparen, wenn sie darauf hingewiesen werden, was sie verbrauchen. Die Eisbären sind ein sogenannter „Green Nudge“, ein Stups oder Anreiz, sich grüner, umweltfreundlicher zu verhalten. „Green Nudging“, das Konzept, Menschen ohne große Verbote oder neue Regeln zu umweltfreundlicherem Verhalten zu animieren, wird immer populärer. Die Eisbären sollen die Folgen des Klimakrise anschaulich machen: Wer viel Energie verbraucht, trägt zu Treibhausgasen bei. Die sorgen für die Klimaerwärmung, was zu Eisschmelze führt und den Lebensraum der Eisbären bedroht. Auch auf enorm: Aus der klimaneutralen Utopie muss jetzt eine Erfolgsstory werden“  Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Energiekonsens des Bundeslands Bremen hilft Unternehmen beim Green Nudging. Mehr als …

In diesem Staat haben Brandungswellen Rechte

In Peru gibt sind Wellen gesetzlich geschützt, sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Surfer:innen hatten 13 Jahre lang für diesen Status gekämpft. Nun ziehen Aktivist:innen aus anderen Ländern Südamerikas nach. Dieser Text erschien in der Ausgabe April/Mai 2022 des enorm Magazins mit dem Titel: „Der Sport gehört uns – Gemeinschaft statt Kommerz: Diese Initiativen und Athlet:innen holen sich das Spiel zurück.“ Wie ein Strich soll sie sich den Strand entlangziehen, gleichmäßig von einer Seite zur anderen brechen – die perfekte Welle. Zwischen 18 und 50 Millionen Surfer:innen weltweit suchen nach ihr. Die Geschichte des Sports beginnt auf den Polynesischen Inseln, Höhlenmalereien aus dem zwölften Jahrhundert zeigen Menschen, die auf Wellen reiten. Damals mit einfachen Brettern aus Holz oder Schilfrohr, später auf Hawaii mit professionellen Sportgeräten aus Hartschaum und Glasfaser. Seit 2020 ist Surfen eine olympische Disziplin, die ersten Olympiasieger:innen sind Carissa Moore aus Hawaii und der Brasilianer Italo Ferreira. Ein Riesenerfolg für die Community, insbesondere, weil der Kolonialismus ihren Sport lange bedrohte – auf Hawaii etwa wurde er noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Vereinigten Staaten …

Mütter der Wildtiere

Das Akashinga-Projekt schult marginalisierte Frauen als Rangerinnen. Der Kampf gegen Wilderei gibt ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. In militärischen Uniformen streifen die Akashinga-Rangerinnen durch das hohe Gras der Savanne Simbawes. Sie tragen schwere Stiefel und Gewehre über den Schultern. Diese Bilder gehen um die Welt. Denn Akashinga ist Simbabwes erste Anti-Wilderei-Einheit, die nur aus Frauen besteht. Und noch etwas ist besonders: Alle Mahlzeiten der Rangerinnen sind vegan. Das khakigrüne Hemd ihrer Uniform hat Nyaradzo Hoto an diesem Nachmittag gegen ein sandfarbenes T-Shirt getauscht. Sie sitzt unter einem Baum im Schatten. Per Video erzählt sie mit Kopfhörern im Ohr von ihrer Arbeit als Rangerin im Sambesi-Tal im Norden Simbabwes. Trotz der wackeligen Internetverbindung erkennt man im Hintergrund den beigen Stoff der Zelte des Camps. Bei Akashinga hat Hoto ihre Liebe zu den Tieren entdeckt. „Wir müssen sie schützen“, sagt sie. „Wir sind die Mütter der Wildtiere.“ Das Wort Akashinga stammt aus der Bantusprache Shona und bedeutet „die Tapferen“. Damien Mander, ein Australier mit vielen Tattoos und breiten Schultern, gründete die Anti-Wilderei-Einheit 2017. Sie ist …

La Réunions Rückkehr zur Natur

Früher war es auf der französischen Übersee-Insel La Réunion schick, alles aus Frankreich zu importieren. Jetzt entdecken die Bewohner:innen ihre eigenen Ressourcen wieder – und wehren sich gegen Umweltzerstörung. https://enorm-magazin.de/wp-content/uploads/Episode_37_La-Reunion.mp3 Diesen Text kannst du dir auch vorlesen lassen! Den enorm Podcast „Zukunft hörst Du hier an“ findest du auf Spotify, Apple Podcasts und überall da, wo es Podcasts gibt, sowie über den RSS-Feed. Halb verborgen von uralten Riesenfarnen steht die kleine Maison Folio. Durch die Flügeltür mit weißen Blumen-Ornamenten und tannengrünen Fensterläden schreitet eine Dame in bunter Tunika hinaus in den Garten. Flankiert von zwei Katzen bleibt sie zwischen dem Pavillon und dem Springbrunnen stehen. Es duftet nach Zimtbäumen. Der Garten von Solange Folio, die alle nur Madame Folio nennen, ist eine botanische Schatztruhe: Er birgt die ganze Vielfalt der Natur von La Réunion. Die Insel, auf der es Korallenriffe und weiße Strände, Regenwald, eine Wüste und einen der aktivsten Vulkane der Welt gibt, ist gerade mal so groß wie das Saarland. Und obwohl sie vor der Küste Afrikas liegt, ist sie doch ein Département von Frankreich und damit Teil der …

Regionale und pestizidfreie Blumen-Geschenke

Rosen mitten im frostigen deutschen Winter? Das geht nicht, daher stammen die meisten Blumen zum Valentinstag aus fernen Ländern. Das ist nicht gut für die Umwelt. Aber es gibt auch nachhaltige Alternativen. Rosen und Valentinstag gehören für viele Liebenden zusammen. Für Corinna Hölzel nicht. „Wenn ich im Laden die Sträuße mit den riesigen roten Rosen sehe, gelingt es mir nicht, Freude zu empfinden“, sagt die Pestizid-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Gründe dafür liegen unter anderem in den langen Transportwegen, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und den schlechten Arbeitsbedingungen. „Die Rosen werden aus afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern kurzfristig eingeflogen, um den enormen Bedarf zu decken“, sagt Hölzel. Bei der Produktion auf den Plantagen werde ein Cocktail an Pestiziden eingesetzt, von dem sich bei Tests regelmäßig Rückstände in den Schnittrosen finden ließen. Aber es gibt noch mehr gute Gründe gegen die Blume der Liebe als Geschenk am Valentinstag: „Die Arbeiter wissen meist nichts von den Gefahren, haben keine Schutzkleidung, keine geregelten Arbeitszeiten. Die Menschenrechtslage ist in der Regel katastrophal, wenn der Betrieb nicht …