Wie wir die Biodiversität bewahren

Wir Menschen verursachen das sechste Massenaussterben auf dem Planeten. Was können wir tun, um es zu begrenzen? Dieser Text erschien in der Ausgabe Juni/Juli 2022 des enorm Magazins. Du kannst sie bei GoodBuy versandkostenfrei und klimapositiv bestellen. https://enorm-magazin.de/wp-content/uploads/Episode_46_Biodiversitaet.mp3 Diesen Artikel kannst du dir auch vorlesen lassen! Den enorm Podcast „Zukunft hörst Du hier an“ findest du auf Spotify, Apple Podcasts und überall da, wo es Podcasts gibt, sowie über den RSS-Feed. Im Sauriersaal des Berliner Naturkundemuseums, flankiert von Skeletten ausgestorbener Spezies. Ein Abend im Mai, kurz vor dem Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt. Die drei Direktoren der Leibniz-Naturforschungsmuseen fordern radikalen Klima- und Biodiversitätsschutz. „Nichts weniger als unsere eigene Existenz steht auf dem Spiel“, heißt es. Noch haben wir eine „historische Chance“, es zu verhindern: das sechste Massenaussterben. 66 Millionen Jahre vor unserer Zeit: Ein Meteorit schlägt auf der Erde ein. Die Katastrophe löscht die Dinosaurier aus. Umringt von ihren Überresten zieht Museumsdirektor Johannes Vogel eine Parallele: „Heute sind wir Menschen der Meteorit. Gelingt es uns in dieser Dekade nicht, den katastrophalen Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten, laufen wir Gefahr, bis zu …

Regionale und pestizidfreie Blumen-Geschenke

Rosen mitten im frostigen deutschen Winter? Das geht nicht, daher stammen die meisten Blumen zum Valentinstag aus fernen Ländern. Das ist nicht gut für die Umwelt. Aber es gibt auch nachhaltige Alternativen. Rosen und Valentinstag gehören für viele Liebenden zusammen. Für Corinna Hölzel nicht. „Wenn ich im Laden die Sträuße mit den riesigen roten Rosen sehe, gelingt es mir nicht, Freude zu empfinden“, sagt die Pestizid-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Gründe dafür liegen unter anderem in den langen Transportwegen, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und den schlechten Arbeitsbedingungen. „Die Rosen werden aus afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern kurzfristig eingeflogen, um den enormen Bedarf zu decken“, sagt Hölzel. Bei der Produktion auf den Plantagen werde ein Cocktail an Pestiziden eingesetzt, von dem sich bei Tests regelmäßig Rückstände in den Schnittrosen finden ließen. Aber es gibt noch mehr gute Gründe gegen die Blume der Liebe als Geschenk am Valentinstag: „Die Arbeiter wissen meist nichts von den Gefahren, haben keine Schutzkleidung, keine geregelten Arbeitszeiten. Die Menschenrechtslage ist in der Regel katastrophal, wenn der Betrieb nicht …

Rettet den Schatz im Wald

In Rumänien kämpfen Aktivist:innen um Jahrtausende alte Bäume. Helfen sollen EU-Recht und Ökotourismus. Dieser Text erschien in der Ausgabe Dezember/Januar 2021 des enorm Magazins mit dem Titel „Im Osten viel Neues“. Dicht und stolz recken sich die Bäume in der hügeligen Landschaft gen Himmel. Das Video der Umweltorganisation Agent Green zeigt ein nach EU-Recht geschütztes Gebiet im Făgăraș-Gebirge in den rumänischen Südkarpaten. Doch als die Kamera weiter schwenkt, dominiert nicht sattes Grün, sondern kahl geschlagene Hänge und trostlose Schneisen. Jährlich werden in Rumänien fünf bis zehn Millionen Kubikmeter Holz illegal geschlagen, schätzen Expert:innen. Das Verheerende: Diese Wälder sind oft über Jahrhunderte, gar Jahrtausende gewachsen. In Rumänien liegen etwa zwei Drittel der verbliebenen Urwälder der Europäischen Union, Skandinavien ausgenommen. Reiche Ökosysteme, widerstandsfähig gegenüber Dürren, Stürmen und der Klimakrise. Heimat für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Hier tummeln sich Auerhühner, durchs Dickicht streifen Wolfsrudel, Braunbären und Luchse. Außerdem speichern die Wälder viel CO2. Im Jahr 2017 hat die Unesco Rumäniens alte Buchenwälder und Buchenurwälder zum Weltnaturerbe erklärt. Viele Naturwälder, aber auch ein Großteil der rumänischen Urwälder zählen zu den …

Aboriginals und die Buschfeuer

„Wir wissen am besten, wie man Australien beschützt”

Die Aboriginal People in Australien werden in die Bekämpfung der Buschfeuer nicht miteinbezogen. Dabei haben sie effektive Feuermanagement-Techniken, die sie seit Tausenden von Jahren anwenden. Sie fühlen sich von der Regierung ignoriert und im Stich gelassen. „Feuer ist nicht der Gegner. Feuer muss benutzt werden, um sich um ‘Land’ zu kümmern.” Oliver Costello klingt erschöpft, als er diesen Anruf entgegennimmt. Seit zwölf Stunden arbeitet er ununterbrochen in seinem Büro im australischen Bundesstaat New South Wales. Wenn Costello „Land” sagt, meint er nicht die Nation Australien. Er meint auch nicht Land im Sinne von Raum oder Boden. Das Wort „Land” wird von den Indigenen Australiens benutzt, um sowohl ein Ökosystem, als auch den spirituellen Raum, der mit diesem Ökosystem verflochten ist, zu beschreiben: Es geht um die Beziehung zwischen Mensch, Land, Tieren und Pflanzen. In diesem Verständnis hat der Mensch eine Verantwortung, sich um dieses sensible Ökosystem zu kümmern: Feuer spielt dabei eine zentrale Rolle. Als „Cultural Burning” werden die uralten Techniken der Aboriginals bezeichnet, kontrollierte Feuer zu legen, gefährliche Brände zu verhindern, mit Feuer so …