Klimaschutz oder grüner Kolonialismus?

Im Norden Schwedens entsteht Europas größter Landwindpark. Dort, wo jetzt grüner Strom erzeugt wird, weideten bislang die Rentiere der indigenen Sami. Ein Baustellenbesuch, bei dem es auch darum geht, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet. https://enorm-magazin.de/wp-content/uploads/Episode_44_Lappland.mp3 Diesen Artikel kannst du dir auch vorlesen lassen! Den enorm Podcast „Zukunft hörst Du hier an“ findest du auf Spotify, Apple Podcasts und überall da, wo es Podcasts gibt, sowie über den RSS-Feed. Im Norden Schwedens traben zwei Rentiere über einen Schotterplatz im Wald. Es sind Ausreißer, weit entfernt von ihrer Herde. Die Steine klackern unter ihren Hufen, ihre Geweihe wippen leicht auf und ab. Sie laufen an einem Baustellen-Schild vorbei: „Markbygden Phase 2“, Zutritt nur für autorisiertes Personal. Dazu das Logo von Enercon. Der deutsche Hersteller von Windkraftanlagen hat hier sein Baustellenbüro. Die beiden Rentiere ignorieren die geparkten Autos und die Wohncontainer. Am Ende des Platzes biegen sie rechts ab und trotten die Schotterpiste entlang. Es ist der größte Landwindpark Europas, der hier entsteht, mitten im stillen Nirgendwo. Unzählige Kiefern und Fichten wachsen eng an eng, der moosige Boden ist bedeckt von Waldblaubeeren und Preiselbeeren. Von …