Am Freitag startet der nächste globale Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung: diesmal findet er digital statt. Warum wir auch im Kampf gegen die Coronakrise die Umwelt nicht vergessen dürfen und wie beides zusammenhängt, hat Sinnfluencerin Louisa Dellert für uns aufgeschrieben.

Wir sitzen alle in einem Boot. Diese Redewendung benutzt man, wenn mehrere Menschen gleichermaßen von einer negativen oder unangenehmen Sache betroffen oder dafür verantwortlich sind. Vom Coronavirus sind wir alle betroffen. Damit meine ich die gesamte Menschheit. In diesen Tagen ist es egal, ob du viel oder wenig Geld hast. Ob du ein großes Auto fährst oder ein Fahrrad besitzt. Das Virus macht keinen Halt vor gesellschaftlichen Ungleichheiten. Und dann gibt es da noch etwas neben dem Virus. Etwas, von dem wir ebenso betroffen sind: den Klimawandel. Der Unterschied zum Virus: Vom Klimawandel sind wir nicht nur betroffen, sondern wir sind alle für ihn mitverantwortlich.

Wir sehen aktuell in den Medien täglich herzzerreißende Bilder. Bilder, die veranschaulichen, wie plötzlich und unkontrolliert ein Virus Menschen aus dem Leben reißen kann. Wir nehmen die Gefahr wahr. Wir spüren sie. Wir verstehen, dass es jetzt auf das Verhalten jedes Einzelnen ankommt. Solidarität und Zusammenhalt sind besonders in diesen Tagen dringend erwünscht. Von der Politik und der Gesellschaft. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass sich die Coronakrise und der Klimawandel schwer vergleichen lassen. Aber es ist verführerisch, die Gedanken darum kreisen zu lassen.

Der Unterschied vom Klimawandel zum Virus: Vom Klimawandel sind wir nicht nur betroffen, sondern wir sind alle für ihn mitverantwortlich.
Louisa Dellert, Sinnfluencerin

Die Bedrohung des Klimawandels ist für uns nicht sofort sichtbar. Die Folgen, wenn wir oft fliegen, Auto fahren oder die Massentierhaltung unterstützen, betreffen uns oft nicht so unmittelbar und lebensbedrohlich wie etwa das Coronavirus. Unsere Folgegenerationen, so sagt es der Großteil der Wissenschaft, wird das ganze Ausmaß auf sich nehmen müssen: Überschwemmungen, Waldbrände, Dürreperioden. Dadurch wird die Lebensgrundlage von Millionen Menschen zerstört werden. Menschen werden aus ihrer Heimat flüchten, weil ihr eigenes Land unbewohnbar sein wird. Der Meeresspiegel wird ansteigen und auch der Lebensraum vieler Tiere wird sich verkleinern, wenn nicht sogar verschwinden.

Auch auf enorm: Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Corona-Alltag

Davon spüren wir – zumindest hierzulande – jetzt noch fast nichts. Der Klimawandel ist keine Krankheit, die zum sofortigen Tod führen kann. Der Klimawandel ist tückisch, weil er sich uns Menschen langsam und unsichtbar annähert. Die Auswirkungen werden ähnlich sein. Viel Leid und eine Welt, die sich neu erfinden muss.

Was also tun? Es fühlt sich irgendwie falsch an in der jetzigen Krise über den Klimawandel zu debattieren. Und doch ist es wichtig. Wir müssen auch weiterhin darüber sprechen. Der Regierung Noten auf ihre Klimapolitik geben. Digital demonstrieren und Aufmerksamkeit finden. Jede*r kann auch jetzt seinen Teil für eine lebenswertere Zukunft beitragen. Wir müssen nur wollen. Den erhobenen Zeigefinger sollten wir dabei allerdings in der Hosentasche lassen. Der bringt uns nicht weiter. Vielmehr ist es der gegenseitige Austausch, von dem wir profitieren. Auch jetzt während Corona. Sich helfen, gegenseitig informieren, Tipps geben.

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Louisa Dellert

Louisa Dellert ist Unternehmerin und Sinnfluencerin für Nachhaltigkeit und Politik. Auf ihrer Seite louisadellert.com und ihren Social-Media-Kanälen schreibt sie über alles, was mit einem grüneren Planeten zu tun hat.