Digital Detox: fast ganz offline auf dem Jakobsweg

Besonders im Urlaub wünschen sich viele, nicht nur die Zeit, sondern auch den rasenden Puls von Emails, Messengern und Sozialen Medien einmal komplett anzuhalten. Unsere Autorin Ina erzählt, wie ihr das auf dem portugiesischen Jakobsweg gelungen ist – ohne ganz auf die praktischen Seiten des World Wide Webs zu verzichten. Schlaflos liege ich in meinem Stockbett. Über mir schnarcht lautstark meine optisch so zarte, akustisch jedoch erstaunlich viel Raum einnehmende Zimmergenossin. So fängt er also an, mein zweiter Jakobsweg. Weil trotz Ohrstöpseln an Schlaf nicht zu denken ist, greife ich reflexartig zum Handy. Es ist 8 Zentimeter breit, 17 Zentimeter lang und wiegt 245 Gramm. Mein Smartphone und ich, wir haben eine komplizierte Beziehung. Ich habe es fast immer bei mir, ohne es fühle ich mich verwundbar und unvollständig. Doch mit E-Mails, Push-Notifications, Stories und Feeds raubt es mir nicht nur eine geradezu unverschämte Menge an Lebenszeit, sondern macht mich auch immer öfter zu einem Menschen, der ich gar nicht sein mag. Unkonzentriert. Abgelenkt. Nicht bei der Sache. Es ist an der Zeit, das zu …

Lohnt sich Lidl wirklich?

Deutschlands umsatzstärkster Discounter will auch in puncto Nachhaltigkeit spitze sein. Wie schwer das ist, zeigt ein krummes Beispiel. „Wir richten unsere gesamte Wertschöpfungskette an dem Ziel aus, nachhaltigster Discounter Deutschlands zu werden“, sagt Matthias Oppitz, Vorstandsmitglied bei Lidl. Ein großes Versprechen. Der Konzern möchte Corporate Social Responsibility, seine unternehmerische Verantwortung, ernst nehmen. Nur folgerichtig, denn für Lidl arbeiten etwa 91.000 Angestellte. Das Unternehmen von Milliardär Dieter Schwarz ist Deutschlands umsatzstärkster Discounter, vor Aldi Süd. Lidl möchte seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht werden, veröffentlicht seit 2016 Nachhaltigkeits- und Fortschrittsberichte. Auf dem Papier funktioniert die neue Strategie. Seit Juni 2021 bestünden alle Kunststoffflaschen der Eigenmarken zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik, das Unternehmen biete über 450 vegane Produkte an und sei eine Partnerschaft mit Bioland, die über 100 Artikel umfasse, eingegangen, so Lidl. „Der Kooperationsvertrag mit Lidl wurde langfristig verlängert“, bestätigt Gerald Wehde, Sprecher von Bioland. Darüber hinaus werden laut Lidl Zucker und Salz in den hauseigenen Produkten reduziert, in der Sortimentsgestaltung berücksichtigt man „verstärkt Nachhaltigkeitsaspekte“. Bereits 2018 bilanzierte das Unternehmen: „520 Tonnen Zucker konnten bislang …

Good News

Uni Havard zahlt 94 Millionen Euro zur Wiedergutmachung von Sklaverei, Bambini können jetzt auch Nachnamen der Mama annehmen, Gesetz gegen Einschüchterung von Medienschaffenden

Die Universität Harvard will mit 94 Millionen Euro Nachkommen von Sklav*innen sowie die Rassismus-Forschung unterstützen; Neugeborene in Italien können jetzt auch den Nachnamen der Mutter annehmen; und die EU will mit einem neuen Gesetz Medienschaffende besser vor Einschüchterung schützen: Das sind die Good News des Tages

One Planet Guide – ein interaktives Tool zum nachhaltigen Reisen

Von der Urlaubsplanung über das Reiseerlebnis vor Ort bis zum In-Kontakt-Bleiben nach den Ferien – wer nachhaltig reisen möchte, kann entlang der gesamten „Customer Journey“ auf zahlreiche Dinge achten, um einen möglichst umweltverträglichen und sozialverantwortlichen Urlaub zu verbringen. Die Organisation „Tourism Watch bei Brot für die Welt“ hat nun mit ihren „One Planet Guide“ ein interaktives Online-Angebot geschaffen, das ein praktischer Reisebegleiter ist. Dabei zeigt das Tool, dass Rücksicht auf Umwelt und Soziales nicht Komfortverzicht bedeutet, sondern vielmehr eine neue Qualität des Reisens ermöglicht. Zwischen Greenwashing und echtem nachhaltigen Engagement unterscheiden Mit ansprechenden Illustrationen, inspirierenden Reisetipps und gut recherchiertem Wissen hilft der „One Planet Guide“, die Auswirkungen des eigenen Reiseverhaltens einzuordnen und sorgt gleichzeitig für den ein oder anderen Aha-Effekt. Er zeigt, wie man Greenwashing von echtem nachhaltigem Unternehmensengagement unterscheidet, gibt Tipps zum Ressourcensparen bei Anreise und vor Ort sowie Orientierung zum Umgang mit fliegenden Händler:innen oder beim Besuch spiritueller Orte. Insgesamt 24 Sharepics und eine intuitive Bedienbarkeit laden dazu ein, die gesammelten Tipps auf Social Media zu teilen. So kannst du das neu erlernte …

08. Juni 2022

Global Food Summit in München 2022

„Ambassadors for Bioeconomy: Was brauchen wir in der Nahrungsmittelkrise“ Der Krieg in der Ukraine, der Klimawandel und COVID gefährden derzeit die sichere Versorgung mit Lebensmitteln. Wie können wir diese Herausforderungen meistern – und welche Rolle spielt dabei die Bioökonomie? Dank der Innovationen der vergangenen Jahre in diesem Bereich können wir bereits heute hochwertiges Eiweiß in großen Mengen nur aus CO2, Wasser und Bakterien oder Milch und Käse ohne Kühe durch Fermentationsverfahren herstellen, und das an jedem beliebigen Ort auf der Erde. Auch der Anbau von Weizen oder Reis in klimakontrollierter Landwirtschaft ist bereits möglich. Dieses Verfahren steckt noch in den Kinderschuhen, könnte aber helfen, sich vor klimabedingten Ernteausfällen zu schützen. Die Innovationen in der Bioökonomie, wie Genom-Editing oder Biotech, gelten als die bahnbrechendsten Entwicklungen in der Pflanzen- und Viehzucht. Um im Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen nachhaltig zu ernähren, aber auch um die aktuellen Krisen zu bewältigen, müssen wir mehr Fortschritt wagen. Die weltweit wichtigsten Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen kommen am 8. Juni in München zusammen, um als “Ambassadors for Bioeconomy” …

Achtsames Offline Retreat auf Schloss Neuenhof

Sabrina Paul arbeitet als systemische Coachin mit dem Schwerpunkt Achtsamkeit und Resilienz und bietet vom 6. bis 8. Mai 2022 ein „Achtsames Offline Retreat” auf Schloss Neuenhof in Lüdenscheid an. Durch eine klare Abgrenzung zum Alltag, Reduktion von digitalen Ablenkungen und eine achtsame Wahrnehmung des Körpers wird der „Mental Overload” reduziert und die zerstreute Aufmerksamkeit wieder gebündelt. Das Retreat fördert die bewusste Wahrnehmung eigener Bedürfnisse, um stärker in Einklang mit ihnen zu leben. Teilnehmende lernen, besser von den Gedanken an die Arbeit abzuschalten, um in der Freizeit geistig gegenwärtig zu sein. Blühende Natur, gesunde Ernährung und Achtsamkeit Umgeben von blühender Natur bringt Sabrina Paul die Themen Achtsamkeit und Resilienz in Verbindung mit Sport, Yoga und gesunder Ernährung: „Achtsamkeit beschreibt einen Zustand bewusster Geistesgegenwart. Darin steckt der Begriff „Gegenwart“: Statt sich Gedanken über die Vergangenheit oder Zukunft zu machen, wird die Aufmerksamkeit ganz auf den gegenwärtigen Moment gerichtet. Achtsamkeit bedeutet vor allem, wahrzunehmen, was man denkt und fühlt, und was um einen herum los ist. Das hilft, eigene Bedürfnisse zu erkennen und darauf reagieren zu können. …

Gib Gummi, Pusteblume!

Continental macht Fahrradreifen aus den Wurzeln von Pflanzen. Doch wie umweltfreundlich ist die Kautschuk-Alternative wirklich? Ob für Fahrrad, Auto oder Lkw: Reifen sind ziemlich ausgetüftelte Hochleistungsprodukte. Während der Fahrt sind sie stärkster Belastung ausgesetzt, übertragen die Antriebskräfte und sorgen für den nötigen Grip. Das klappt bisher nur, wenn sie elastischen Naturkautschuk enthalten. Davon braucht der in Hannover gegründete Konzern Continental, einer der größten Reifenhersteller der Welt, jährlich mehrere Millionen Tonnen. Das Problem: Herkömmlicher Naturkautschuk basiert auf dem Milchsaft des Kautschukbaums. Dieser wächst vor allem in tropischen Regionen. Gerade in Lateinamerika und Südostasien wurden in den vergangenen Jahren großflächig wertvolle Regenwälder gerodet – sie mussten neuen Kautschukplantagen weichen. Schon seit 2011 forscht Continental an Alternativen für die Kautschukbäume. In Zusammenarbeit mit der Universität Münster und dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie gelang es dem Konzern nun, aus den Wurzelfäden des Russischen Löwenzahns Naturkautschuk zu gewinnen. Er soll genauso belastbar sein wie das Gummimaterial aus den Bäumen. Der Vorteil: Löwenzahn wächst fast überall. So ließe sich die weitere Zerstörung des Regenwaldes vermeiden, Transportwege wären kürzer. Außerdem …