Breite Blätter, knorrige Stämme, tropische Hitze – so wächst Kakao. Doch der Kakaoanbau schluckt viel Wasser, beim Transport des Rohstoffs wird jede Menge CO2 in die Luft gepustet. Das Münchner Start-up Planet A Foods hat nun eine Schokoladenalternative aus Sonnenblumenkernen entwickelt, ChoViva. Weil die Sonnenblumenkerne wie Kakao geröstet und fermentiert werden, entsteht ein schokoladenähnliches Aroma. Rechtlich gilt die Fake-Schokolade nicht als Schokolade – fehlt ja der Kakao. Seit Ende 2023 ist ChoViva im Handel, meist als Topping von Keksen, Müslizusatz oder in Riegeln.
Die Sonnenblumen-Schoki soll laut Planet A Foods bis zu 90 Prozent CO2 einsparen, im Vergleich zu Schokolade auf Kakao-Basis, unter anderem weil regionaler Anbau Transportemissionen spart. Zudem wird beim Sonnenblumen-Kakao kein Regenwald zerstört: In Ghana etwa verschwanden durch Kakao-Bäume zwischen 1988 und 2008 mehr als 80 Prozent des Bestandes. Dabei speichern Regenwälder pro Hektar mehr als doppelt so viel CO₂ wie Kakaoplantagen. Der Wasserverbrauch bei der Herstellung der Schokoladen-Alternative ist ebenfalls deutlich geringer: Die Produktion eines Kilos Kakao erfordert laut WWF etwa 24.000 Liter Wasser, die gleiche Menge Sonnenblumen benötigt nur ein Zwanzigstel. Auch andere Unternehmen werkeln an der kakaofreien Schokolade, wie Win-Win (UK), Voyage Foods (USA) oder Foreverland (Italien).
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