Good News

Herdenschutzhunde verhindern Wolfsrisse, Klimaschutz ist möglich, gerecht und profitabel, erstes Lehrbuch komplett in weiblicher Form geschrieben

In Thüringen verhindern Herdenschutzhunde erfolgreich Wolfsrisse; drei neue internationale Studien kommen zum Schluss, dass Klimaschutz möglich, profitabel und sozial gerecht ist; und WirtschaftsinformatikerInnen haben das erste Lehrbuch geschrieben, das komplett im generischen Femininum verfasst ist: Das sind die Good News des Tages

Good News

Dänemark verpflichtet sich gesetzlich zum Klimaschutz, mehr Fernzüge bei der Deutschen Bahn, Nahrung aus Luft

In Dänemark können BürgerInnen ihre Regierung jetzt per Gesetz zur Verantwortung ziehen, sollte diese die vereinbarten Klimaziele verfehlen; die Deutsche Bahn hat ihr Angebot erweitert und will täglich 13.000 Sitzplätze mehr anbieten; und wie GründerInnen mit Sonnenlicht, Luft und winzigen Organismen neue Wege gefunden haben, Essen anzubauen: Das sind die Good News des Tages

„Wir achten die Selbstbestimmtheit des Wassers”

Indigene Forscher*innen müssen mehr Gehör finden, fordert der Professor für indigene Klimagerechtigkeit Kyle Whyte. Im Gespräch erklärt er, wie das dem Umweltschutz dienen kann. Herr Whyte, worum geht es bei indigener Klima- und Umweltgerechtigkeit? Um Verbundenheit. Wir können auf die Klimakrise umso besser reagieren, je mehr Vertrauen wir herstellen – in unseren Beziehungen und in unserer Verantwortung für alles, mit dem wir uns die Umwelt teilen. Wir müssen uns fragen: Wie wollen wir unsere Verantwortung für unsere menschlichen und nichtmenschlichen Verwandten, wie ich das als indigener Forscher nenne, in einer komplexen Umwelt wahrnehmen, die sich permanent wandelt? Was heißt das konkret? Wir trennen nicht zwischen Mensch, Natur und Spiritualität. Wenn wir etwa eine Beziehung der Verbundenheit zum Wasser haben, achten wir das Einverständnis und die Selbstbestimmtheit des Wassers… …in westlichen Ohren klingt das seltsam… …aber es ist ein wichtiger Punkt. Denn es beschreibt eine Haltung, die handfeste Folgen hat: Wir verschmutzen Wasser nicht oder leiten es einfach um, nur weil wir uns irgendeinen Vorteil davon versprechen. Wenn wir uns mit Wasser verbunden fühlen, respektieren wir …

Indigene Perspektiven auf Nachhaltigkeit

Viele indigene Völker leben seit jeher nachhaltig. Doch anstelle von ihnen zu lernen, werden sie diskriminiert, verdrängt und ermordet. Auch in der aktuellen Coronakrise sind indigene Menschen besonders gefährdet. Indigene Rechte = Klimagerechtigkeit“, schrieb Greta Thunberg am 18. Februar 2020 auf Twitter. Damit machte die Aktivistin auf den Kampf von Angehörigen des indigenen Stammes der Wet’suwet’en in Kanada aufmerksam: Sie kämpfen gegen eine Pipeline in ihrem Territorium, die Erdgas ins Innere des Landes befördern soll. Im Februar 2020 blockierten die Demonstrant*innen – Stammesangehörige, aber auch Angehörige anderer indigener Gruppen und nicht-indigene Kanadier*innen,die sich mit ihnen solidarisierten – Straßen und Zugschienen im Bundesstaat British Columbia im Westen des Landes. Die Polizei nahm mehr als zwei Dutzend Menschen fest, um den Weg für die Bauarbeiten frei zu machen. Doch überall in Nordamerika gingen Menschen auf die Straße, um für die Rechte der Wet’suwet’en zu demonstrieren. Es geht den Wet’suwet’en bei ihrem Protest um zwei Dinge: Den Schutz der Natur vor weiterer Ausbeutung und den Schutz ihrer Lebensräume und ihrer Autonomie. Indigene Perspektiven: Umweltschutz als zentrales Thema Thunbergs …

Der Kampf gegen den Klimawandel muss auch jetzt weitergehen

Am Freitag startet der nächste globale Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung: diesmal findet er digital statt. Warum wir auch im Kampf gegen die Coronakrise die Umwelt nicht vergessen dürfen und wie beides zusammenhängt, hat Sinnfluencerin Louisa Dellert für uns aufgeschrieben. Wir sitzen alle in einem Boot. Diese Redewendung benutzt man, wenn mehrere Menschen gleichermaßen von einer negativen oder unangenehmen Sache betroffen oder dafür verantwortlich sind. Vom Coronavirus sind wir alle betroffen. Damit meine ich die gesamte Menschheit. In diesen Tagen ist es egal, ob du viel oder wenig Geld hast. Ob du ein großes Auto fährst oder ein Fahrrad besitzt. Das Virus macht keinen Halt vor gesellschaftlichen Ungleichheiten. Und dann gibt es da noch etwas neben dem Virus. Etwas, von dem wir ebenso betroffen sind: den Klimawandel. Der Unterschied zum Virus: Vom Klimawandel sind wir nicht nur betroffen, sondern wir sind alle für ihn mitverantwortlich. Wir sehen aktuell in den Medien täglich herzzerreißende Bilder. Bilder, die veranschaulichen, wie plötzlich und unkontrolliert ein Virus Menschen aus dem Leben reißen kann. Wir nehmen die Gefahr wahr. Wir spüren sie. …

„Beethoven Pastoral Project“

Sinfonie für das Klima

Ludwig van Beethoven wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden. Mit dem „Beethoven Pastoral Project“ soll nun ein künstlerisches Statement für den Klimaschutz gesetzt werden – weltweit. „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande“ – das Anfangsmotiv der 6. Sinfonie Ludwig van Beethovens kennt jeder, auch wenn nur wenige wissen, dass das als „Pastorale“ bekannt gewordene Musikstück eine veritable Natursinfonie ist. Entstanden ist Werk zwischen 1807 und 1808. Für den großen deutschen Komponisten ist 2020 ein besonderes Jubiläumsjahr. Er wäre 250 Jahre alt geworden. Gestorben ist der ab 1801 unter fortschreitender Taubheit leidende Pianist 1827. Mit dem „Beethoven Pastoral Project“ soll nun ein künstlerisches Statement für den Klimaschutz gesetzt werden. Beethovens 6. Sinfonie ahmt instrumental einen Spaziergang in der Natur nach. So tauchen im zweiten Satz ein rauschender Bach sowie die explizit nachempfundenen Rufe von Nachtigal und Kuckuck auf. Im vierten Satz folgt zudem ein ordentliches Gewitter, das über Land zieht – Blitz- und Sturminterpretationen inklusive. „Beethoven Pastoral Project“: Orchester und Musiker zur Eigeninterpretation eingeladen Mach’s gut! Unterstütze unsere publizistische Unabhängigkeit Um …