Sardellen schwimmen wie Staubsauger mit offenem Maul durchs Meer, lassen es volllaufen – und filtern dabei winzige Partikel raus: Plankton, Krebseier, Fischlarven. Was zu klein oder zu flüssig ist, um fressbar zu sein, etwa das Wasser, fließt durch die Kiemen wieder ab. Die gesammelten Leckereien warten am Ende des Mauls, hinten am Schlund, darauf geschluckt zu werden. Aber leider auch das Mikroplastik, denn die Sardellen-Filtrierung kann nicht zwischen unappetitlichem Kunststoff und leckerem Krebs-ei unterscheiden. Gerade deshalb könnte ausgerechnet ihr Filterprinzip zum perfekten Mikroplastik-Fänger im Waschwasser unserer Haushalte werden.
Offenmaulige Filter-Fische
Gut zwei Drittel unserer Kleidung bestehen aus synthetischen Fasern wie Elasthan, Nylon oder Polyester, die Yoga-Hosen, Sport-BHs und Fleecejacken flexibel machen sollen. Doch wenn diese Stoffe beim Waschen aneinanderreiben, gegen die Trommel schlagen und warmes Wasser mit Waschmittel ihre Fasern flutet, werden sie brüchig und lösen sich in winzigen Fitzeln ab: Mikroplastik eben. Pro Trommel voller synthetischer Klamotten können auf diese Weise eine Million Plastikpartikel ins Abwasser gelangen. In Deutschland fangen moderne Kläranlagen zwar bis zu 95 Prozent des Mikroplastiks auf. Doch der Rest versumpft im Klärschlamm – und der wiederum auf Feldern, als Dünger. In Europa fließen pro Person und Jahr etwa 25 Gramm Mikroplastik aus Waschvorgängen in Gewässer, weltweit sind es 200.000 bis 500.000 Tonnen jährlich, die schließlich im Meer landen. Dort verschlucken es die offenmauligen Filter-Fische.
Aber wie genau lässt sich ihr Schluckmechan…
Waschfisch: Sardellen saugen Partikel aus dem Meer