Pionierinnen der Gleichberechtigung

Die erste Frauen-Statue im Central Park

Im berühmtesten Park New Yorks wurde das erste Denkmal eingeweiht, das historische Frauen zeigt. Die Statue soll an den langen Kampf um das Wahlrecht für Frauen erinnern.

Im New Yorker Central Park ist erstmals eine Statue aufgestellt worden, die reale historische Frauenfiguren ehrt. Das am Mittwoch offiziell eingeweihte Bronze-Denkmal zeigt die US-Frauenrechtlerinnen Susan B. Anthony (1820-1906), Elizabeth Cady Stanton (1815-1902) und Sojourner Truth (1797-1883). „Um die Frauen dieser Statue zu ehren, gibt es nichts Wichtigeres, als wählen zu gehen“, sagte die frühere demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bei der Einweihung des Denkmals mit Bezug auf die US-Präsidentschaftswahl im November.

Die zahlreichen anderen Statuen, die seit Jahrzehnten in dem berühmten Park mitten in Manhattan stehen, stellen fast alle weiße Männer dar – oder fiktionale Frauen wie etwa die Titelfigur aus dem Buch „Alice im Wunderland“ oder Shakespeare‘s Julia. Die Initiative für die Statue ging 2014 von der NGO „Monumental Women“ aus, die gemeinsam mit der Bildhauerin der Statue, Meredith Bergmann, fast sieben Jahre lang für das Denkmal kämpfte. „Die Tatsache, dass lange Zeit niemand überhaupt gemerkt hat, dass es keine Frauen im Central Park gibt, was sagt uns dass über die allgemeine Unsichtbarkeit von Frauen?“, sagte die Vorsitzende des Vereins, Pam Elam, bei der Einweihung.

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Die Frauenrechts-Aktivistin Anthony, die für ihre Stimmabgabe bei der Präsidentenwahl 1872 verurteilt worden war, war erst vor Kurzem bei einer Feier zum 100. Jahrestag des Wahlrechts für Frauen von US-Präsident Donald Trump posthum begnadigt worden.

Die zweite Figur der Statue, Frauenrechtlerin Elizabeth Cady Stanton, wurde trotz ihres großen Einsatzes für Frauenrechte mitunter von Historiker*innen und Journalist*innen für ihre teilweise rassistischen Ansichten kritisiert. Auch wenn sie sich im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen weißen Frauenrechtler*innen auch für ein Wahlrecht für Schwarze Frauen einsetze, sind mehrere Schriften von ihr überliefert, in dem sie sich rassistisch über Schwarze Menschen äußert.

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Susan B. Anthony dagegen setzte sich aktiv gegen Sklaverei ein und wurde 1856 Mitglied in der American Anti-Slavery Society im Staat New York. Die wirkliche Mittlerin zwischen der Antisklaverei-Bewegung und den Suffragetten ist jedoch die dritte Frau des Ensembles: Sojourner Truth, eine Schwarze ehemalige Sklavin, die sogar bei Abraham Lincoln für die Abschaffung der Sklaverei vorsprach und während ihres Lebens zahlreiche Reden hielt, in denen sie sich gleichermaßen für beide Bewegungen stark machte.

Das Frauenwahlrecht wurde in den USA im August 1920 mit dem 19. Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung eingeführt. Aus diesem Anlass wurde in der Nacht zum Donnerstag auch die Spitze des Empire State Buildings in New York in den Farben Lila und Gold beleuchtet: Lila war die Farbe der Frauenrechtler*innen in England, den USA und weltweit.

Bild: imago images/Pacific Press Agency

Die Statue der Frauenrechtlerinnen Sojourner Truth, Elizabeth Cady Stanton und Susan B. Anthony wurde am US-amerikanischen Tag der Frauengleichstellung im Central Park in New York enthüllt. Es ist die erste Statue in dem berühmten Park, die reale, historische Frauen abbildet.

enorm Redaktion, dpa

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