Übernachtung gegen neue Kunst

Seit nun gut einem halben Jahr haben die Hotels in Deutschland für touristische Übernachtungen geschlossen. Auch Theaterstätten, Kinos, Konzertsäle und andere Kunstorte bleiben bis auf Weiteres erst einmal entfernte Sehnsuchtsorte. Ein Leipziger Hotel geht mit dieser doch mittlerweile sehr kräftezehrenden Situation ganz besonders um und zeigt, dass außergewöhnlichen Zeiten eben außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Hier werden die Kunstschaffenden im Lockdown eingeladen So lädt das Meisterzimmer im Lockdown Kunstschaffende zu sich ein, um die verlassenen Räume der Unterkunft zu bespielen, in ihnen zu leben und zu arbeiten. Die Übernachtung wird dann bezahlt mit neu entstandenen Kunstwerken und Fotografien, denen hier wortwörtlich viel Raum geboten wird. Das Meisterzimmer samt seiner vier Ferienwohnungen befindet sich in einer ehemaligen Baumwollspinnerei aus dem Jahr 1884. Hohe Wände und riesige Fabrikfenster sorgen für ein einzigartiges Freiheitsgefühl und inmitten großartiger Industriearchitektur gibt es hier genügend Freiraum und Rückzugsmöglichkeiten für Kreative. Auf dem übrigen Gelände der alten Baumwollspinnerei kann man zwischen unzähligen Ateliers und Galerien, Kino, Theatern, Läden und dem Café Mule auf gleichgesinnte Künstler*innen, Gründer*innen und Enthusiast*innen treffen und in den Austausch (mit …

Durch den Kauf von Fotografien wird Schulbildung ermöglicht

Durch Emotionen und Geschichten schafft Kunst einen Sinn und erfüllt so das Leben eines jeden ganz individuell. Doch kann Kunst auch Bildung schaffen? Die gemeinnützige Organisation Art Meets Education hat sich genau dies zur Aufgabe gemacht. Kinder aus finanziell benachteiligten Familien kreieren eigenständig Kunst und ermöglichen sich dadurch die Schulbildung. Möglich gemacht wird das durch die Erlöse, die auf deutschlandweiten Ausstellungen und im Online-Shop eingenommen werden. So starten die Kinder mit einer guten beruflichen Perspektive in ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut. Von der Straße zur Ausstellung Eine Auswahl, die in enger Zusammenarbeit mit der gesamten Familie getroffen wird, wird auf Ausstellungen in ganz Deutschland präsentiert. Wie auf dem Kunstmarkt üblich werden die ausgewählten Motive gerahmt, vom Künstler handsigniert und in einer limitierten Auflage zum Verkauf angeboten. Zusätzlich dazu kann man Poster und Postkarten im Online-Shop von AME kaufen. Alle Erlöse aus dem Online-Shop fließen in die Schulausbildung der Kinder und schon 10,- Euro sichern bereits einen Monat Schule für die Kinder. Großer Launch des neuen Online-Shops am 5. Dezember 2020 Am 5. Dezember findet der …

Das wertvolle Wissen indigener Kulturen

Indigene Kulturen haben im Laufe ihrer Geschichte existenzielles Know-how erworben. Vieles hat die Unesco zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Einige Beispiele: Kanada Tsá-Túé-Biosphärenreservat der Délı ̨ nę Got’ınę am Great Bear Lake Seit 2016 gibt es das gewaltige Biosphärenreservat Tsá Túé um den Great Bear Lake nahe der Polarregion im äußersten Nordwesten Kanadas. Es ist die Heimat der Dél nę Got’ınę, den einzigen Menschen, die dort leben. Der Great Bear Lake und seine Umgebung ist eine intakte Natur. Auf ihr basieren das Weltbild, das Rechtssystem und die Kreislaufwirtschaft der Dél nę Got’ınę. Längst verändert die Klimaerwärmung auch die Ökosysteme im Tsá-Túé-Biosphärenreservat. Mit ihrem Wissen versuchen daher die Dél nę, die lokalen Karibu-Herden vor weiterer Dezimierung zu schützen. Das Besondere: Die Sahtúto’ine, die „Menschen vom Bären-See“, wie sie sich nennen, sind die erste indigene Gemeinschaft, die ein Unesco-Biosphärenreservat eigenständig verwaltet. Das Biosphärenreservat Tsá Túé im Nordwesten Kanadas ist die Heimat der Dél nę Got’ınę. Mit ihrem Naturwissen versuchen sie die lokalen Karibu-Herden vor den Einflüssen der Klimaerwärmung zu schützen. Äthiopien Dagu, das System der Afar …

Projekt KulturMarktHalle

Hier trifft der syrische Brotbäcker auf deutsche Gemüsehändler

Ein Raum, in dem sich syrische Brotbäcker, afghanische Künstler und deutsche Gemüsehändler treffen? Die KulturMarktHalle macht das möglich und unterstützt gleichzeitig geflüchtete Menschen bei der Unternehmensgründung Für geflüchtete Menschen, die nach Deutschland kommen und arbeiten wollen, ist es oftmals eine große Hürde, sich selbstständig zu machen. Auch wenn sie in ihrem Heimatland jahrelang eine Bäckerei oder einen Friseursalon führten, sind sie mit komplizierter Bürokratie überfordert oder die deutschen Behörden erkennen ihre Qualifikationen erst gar nicht an. Ein Gründerteam aus Berlin möchte diese Hürde herabsetzen, indem sie Geflüchtete bei der Gründung unterstützen und ihnen einen Raum für die Umsetzung bieten – die KulturMarktHalle. In Berlin-Pankow, in der Nähe von vier neuen Flüchtlingsunterkünften, soll die KulturMarktHalle eröffnet werden. Juliane Wolf, eine der Gründerinnen des Projekts, entschied sich mit ihrem Team bewusst für dieses Umfeld. „Viele Geflüchtete wohnen in Unterkünften in einer Nachbarschaft, die noch nie besonders durchmischt war“, erzählt Wolf. Es fehle dort zum Beispiel an Cafés, wo man einfach mal einen Kaffee zusammen trinken könne. Für das Team war schnell klar, dass es hier einen Ort der …