Zwölf Fragen an Felix Lobrecht

Kürzlich wurde der Deutsche Comedypreis 2021 verliehen. Felix Lobrecht, geb. 1988, durfte sich gleich zweimal freuen: Er wurde als bester Comedian ausgezeichnet und gewann zusammen mit Tommi Schmitt den Preis für den „Besten Comedy Podcast“ für das gemeinsame Erfolgsformat „Gemischtes Hack“. 12 besondere Fragen an den Berliner Entertainer Wer möchtest du sein, wenn du groß bist? Ein genügsamer Typ, der glücklich und zufrieden ist mit dem, was er hat, umgeben von Menschen, die ihm wichtig sind. Nicht mehr so rastlos und on the run. Bisschen spießig, aber nicht zu sehr. Welches Tabu würdest du am liebsten sofort enttabuisieren? Psychotherapie. Wir lösen die Klimakrise, indem … Don’t know. Vermutlich, indem wir auf die Expertinnen und Experten hören. Und mit „wir“ meine ich sowohl die normalen Menschen als auch die in politischer Verantwortung. Wovor bist du schon mal weggerannt? Früher vor Gleichaltrigen, die mich boxen wollten (Neukölln represent), heute meistens vor mir selbst und meinen Problemen. Ich arbeite aber dran. In welche Zeit würdest du gerne reisen? 2036 würde ich mir gerne anschauen, um zu wissen, was …

Wie können wir Kunst und Museen dekolonisieren?

Die Berliner Aktivist:innengruppe Barazani.berlin kämpft mit virtuellen Ausstellungen und kulturellen Aktionen für die Dekolonisierung des Humboldt Forums. Eine Stellungnahme zu Kunst, Kultur und Kolonialismus von Christoph Balzar, Ibou Diop, hn. lyonga und Isabel Raabe. „Dreißig Jahre lang drehte sich der Diskurs in der Museumstheorie darum, ethnologische Museen, früher Völkerkundemuseen, von kolonialen Mustern zu befreien. Die Entscheidung, das Humboldt Forum im Berliner Schloss zu eröffnen, verneint diese dreißig Jahre völlig.  Ethnologische Museen haben ein Problem: Ein Museum ist ein Ort, der darauf ausgerichtet ist, etwas zu zeigen. Ethnologische Museen wollen andere Kulturen zeigen. Was anders ist, wird aber aus einer eurozentrischen Perspektive festgelegt. Weiße Menschen entscheiden, wie sie andere, nicht-weiße Kulturen präsentieren. Wenn eine ethnologische Ausstellung voller kolonialer Raubkunst in diesem preußischen Schloss eröffnet, kann das niemals nicht rassistisch sein.  Die Objekte der ethnologischen Sammlung sollen Kulturen, ihre Glaubensvorstellungen und ihre Wertesysteme darstellen. Ein prominentes Beispiel ist die Statue der Ngonnso, der Gründerin des Volkes der Nso aus Kamerun. In ihrem Land fehlt sie, dort ist sie unersetzlich. Stattdessen steht sie im Humboldt Forum auf einem …

Good News

Potentiell bewohnbarer Planet entdeckt, WLAN-Sharing in Bangladesch, sichere und schnelle Hilfe per App bei häuslicher Gewalt

Ein Forschungsteam der Uni Cambridge hat einen potentiell bewohnbaren Planeten entdeckt; in Bangladesch ermöglicht das Start-up Bonton Connect, dass Menschen sich günstig WLAN teilen; und Sabine Knapp entwickelt eine App, mit der Frauen sich sicher Hilfe holen können, wenn sie häusliche Gewalt erleben: Das sind die Good News des Tages

Ein Haus mit ganz viel Herz – der Renthof Kassel

Endlich wieder reisen! Wie gut es tut, wieder reisen zu können und dabei auch noch eine Unterkunft von Good Travel zu besuchen, für dessen Akquise ich unter anderem zuständig bin, und diese so auch mal in Echt zu sehen. Total aufgeregt sitze ich also in der Bahn auf dem Weg zum Renthof Kassel. Schon bald darauf zeigt sich die Landschaft um Kassel herum von ihrer schönsten Seite: Kassel ist eine der grünsten Städte Deutschlands und empfängt mich mit strahlend blauen Himmel sowie einem belebten Stadtbild. Der 20-minütige Fußweg vom Bahnhof bis zum Renthof vergeht dabei wie im Flug und ich erhalte die ersten schönen Eindrücke von Kassel. Und plötzlich sehe ich den Renthof Kassel: Ein beeindruckendes historisches Gebäude, zwischen Stadt und Natur gelegen. Schon von außen spürt man die wunderschöne Geschichte des ehemaligen Karmeliterklosters aus dem 13. Jahrhundert. Tradition trifft Moderne Ich gehe durch den wohligen Eingangsbereich und werde mit purer Gastfreundschaft vom Team des Renthof empfangen. Jasmin, Assistenz der Geschäftsführung, nimmt sich Zeit, mir den Renthof mit all seinen vielseitigen Facetten und Hintergründen, genauer …

Übernachtung gegen neue Kunst

Seit nun gut einem halben Jahr haben die Hotels in Deutschland für touristische Übernachtungen geschlossen. Auch Theaterstätten, Kinos, Konzertsäle und andere Kunstorte bleiben bis auf Weiteres erst einmal entfernte Sehnsuchtsorte. Ein Leipziger Hotel geht mit dieser doch mittlerweile sehr kräftezehrenden Situation ganz besonders um und zeigt, dass außergewöhnlichen Zeiten eben außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Hier werden die Kunstschaffenden im Lockdown eingeladen So lädt das Meisterzimmer im Lockdown Kunstschaffende zu sich ein, um die verlassenen Räume der Unterkunft zu bespielen, in ihnen zu leben und zu arbeiten. Die Übernachtung wird dann bezahlt mit neu entstandenen Kunstwerken und Fotografien, denen hier wortwörtlich viel Raum geboten wird. Das Meisterzimmer samt seiner vier Ferienwohnungen befindet sich in einer ehemaligen Baumwollspinnerei aus dem Jahr 1884. Hohe Wände und riesige Fabrikfenster sorgen für ein einzigartiges Freiheitsgefühl und inmitten großartiger Industriearchitektur gibt es hier genügend Freiraum und Rückzugsmöglichkeiten für Kreative. Auf dem übrigen Gelände der alten Baumwollspinnerei kann man zwischen unzähligen Ateliers und Galerien, Kino, Theatern, Läden und dem Café Mule auf gleichgesinnte Künstler*innen, Gründer*innen und Enthusiast*innen treffen und in den Austausch (mit …

Durch den Kauf von Fotografien wird Schulbildung ermöglicht

Durch Emotionen und Geschichten schafft Kunst einen Sinn und erfüllt so das Leben eines jeden ganz individuell. Doch kann Kunst auch Bildung schaffen? Die gemeinnützige Organisation Art Meets Education hat sich genau dies zur Aufgabe gemacht. Kinder aus finanziell benachteiligten Familien kreieren eigenständig Kunst und ermöglichen sich dadurch die Schulbildung. Möglich gemacht wird das durch die Erlöse, die auf deutschlandweiten Ausstellungen und im Online-Shop eingenommen werden. So starten die Kinder mit einer guten beruflichen Perspektive in ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut. Von der Straße zur Ausstellung Eine Auswahl, die in enger Zusammenarbeit mit der gesamten Familie getroffen wird, wird auf Ausstellungen in ganz Deutschland präsentiert. Wie auf dem Kunstmarkt üblich werden die ausgewählten Motive gerahmt, vom Künstler handsigniert und in einer limitierten Auflage zum Verkauf angeboten. Zusätzlich dazu kann man Poster und Postkarten im Online-Shop von AME kaufen. Alle Erlöse aus dem Online-Shop fließen in die Schulausbildung der Kinder und schon 10,- Euro sichern bereits einen Monat Schule für die Kinder. Großer Launch des neuen Online-Shops am 5. Dezember 2020 Am 5. Dezember findet der …

Das wertvolle Wissen indigener Kulturen

Indigene Kulturen haben im Laufe ihrer Geschichte existenzielles Know-how erworben. Vieles hat die Unesco zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Einige Beispiele: Kanada Tsá-Túé-Biosphärenreservat der Délı ̨ nę Got’ınę am Great Bear Lake Seit 2016 gibt es das gewaltige Biosphärenreservat Tsá Túé um den Great Bear Lake nahe der Polarregion im äußersten Nordwesten Kanadas. Es ist die Heimat der Dél nę Got’ınę, den einzigen Menschen, die dort leben. Der Great Bear Lake und seine Umgebung ist eine intakte Natur. Auf ihr basieren das Weltbild, das Rechtssystem und die Kreislaufwirtschaft der Dél nę Got’ınę. Längst verändert die Klimaerwärmung auch die Ökosysteme im Tsá-Túé-Biosphärenreservat. Mit ihrem Wissen versuchen daher die Dél nę, die lokalen Karibu-Herden vor weiterer Dezimierung zu schützen. Das Besondere: Die Sahtúto’ine, die „Menschen vom Bären-See“, wie sie sich nennen, sind die erste indigene Gemeinschaft, die ein Unesco-Biosphärenreservat eigenständig verwaltet. Das Biosphärenreservat Tsá Túé im Nordwesten Kanadas ist die Heimat der Dél nę Got’ınę. Mit ihrem Naturwissen versuchen sie die lokalen Karibu-Herden vor den Einflüssen der Klimaerwärmung zu schützen. Äthiopien Dagu, das System der Afar …

Projekt KulturMarktHalle

Hier trifft der syrische Brotbäcker auf deutsche Gemüsehändler

Ein Raum, in dem sich syrische Brotbäcker, afghanische Künstler und deutsche Gemüsehändler treffen? Die KulturMarktHalle macht das möglich und unterstützt gleichzeitig geflüchtete Menschen bei der Unternehmensgründung Für geflüchtete Menschen, die nach Deutschland kommen und arbeiten wollen, ist es oftmals eine große Hürde, sich selbstständig zu machen. Auch wenn sie in ihrem Heimatland jahrelang eine Bäckerei oder einen Friseursalon führten, sind sie mit komplizierter Bürokratie überfordert oder die deutschen Behörden erkennen ihre Qualifikationen erst gar nicht an. Ein Gründerteam aus Berlin möchte diese Hürde herabsetzen, indem sie Geflüchtete bei der Gründung unterstützen und ihnen einen Raum für die Umsetzung bieten – die KulturMarktHalle. In Berlin-Pankow, in der Nähe von vier neuen Flüchtlingsunterkünften, soll die KulturMarktHalle eröffnet werden. Juliane Wolf, eine der Gründerinnen des Projekts, entschied sich mit ihrem Team bewusst für dieses Umfeld. „Viele Geflüchtete wohnen in Unterkünften in einer Nachbarschaft, die noch nie besonders durchmischt war“, erzählt Wolf. Es fehle dort zum Beispiel an Cafés, wo man einfach mal einen Kaffee zusammen trinken könne. Für das Team war schnell klar, dass es hier einen Ort der …