„Wir spüren jetzt die Unterstützung der Europäer wie nie zuvor”

Als die russische Armee auf Putins Befehl hin in die Ukraine einmarschiert, ist das Grand Kiev Ballet gerade auf Tournee in Frankreich. Nun macht die Truppe weiter. Sie wollen, dass der Krieg nicht vergessen wird. Aber wie schafft man es zu tanzen, wenn Bomben auf die Heimat fallen? Auf den ersten Blick scheint alles wie immer, als das Kyjiwer* Ballett am zweiten März auf die Bühne des Theaters in La Teste-sur-Buch im Südwesten Frankreichs tänzelt. Die lieblichen Melodien von Tschaikowskis Schwanensee erklingen. Prinz Siegfried trägt goldbestickten Brokat, Prinzessin Odette einen Kranz aus weißen Federn. Doch nichts ist so wie immer: Als die Vorstellung vorbei ist, treten die Tänzer:innen nach vorne und legen die Hand aufs Herz. Sie singen „Schtsche ne wmerla Ukrajina” („Noch ist die Ukraine nicht gestorben”), die Nationalhymne. Odette schwenkt die blau-gelbe Flagge, während sie auf Spitze tanzt. Das Publikum erhebt sich zu Standing Ovations. Der Vorhang fällt. Die Videos der Aufführung schickt Alexander Stoyanov, künstlerischer Leiter des Grand Kiev Ballets, per Telegram. Fragen kann er nur zwischen zwei Auftritten beantworten: Jeden Tag …