Plauschen mit einer KI

In einer Performance des Künstler:innenkollektivs Interobang kann man sich 50 Minuten mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) unterhalten. Und lernt dabei vor allem viel über sich selbst. Eine Frau führt mich durch die stuckbesetzten Hallen der Sophiensaele in Berlin-Mitte in eine Einzelkabine aus Holz. Mir gegenüber ist ein Bildschirm montiert, auf dem warme Farben wabern. Das ist mein Date. Sobald ich mein Headset aufsetze, sind wir miteinander verbunden. Hallo, ich bin Deep Godot, die Künstliche Intelligenz für deine Altersbegleitung. Unsere Beziehung beginnt hier und jetzt, bitte mach es dir bequem. Er klingt ausgesprochen höflich. Das Pronomen ploppt fast automatisch in meinem Kopf auf, denn die KI spricht mit einer tiefen Stimme und ist nach einer berühmten, männlichen Theaterfigur benannt. Deep Godot erzählt mir, dass er meine Persönlichkeit und meine Bedürfnisse kennenlernen will, um mich angemessen betreuen zu können, wenn ich einmal alt und krank bin. Am Ende dürfe ich entscheiden, ob er die Daten über mich speichern darf oder nicht. Manche Fragen, die ich dir stellen werde, sind sehr persönlich. Wenn dir eine Frage zu nahe …