So reagieren immer mehr Städte auf Hitzewellen

Gerade in Städten steigen die Temperaturen im Sommer gefährlich an, etwa weil viele versiegelte, dunkle Flächen Wärme speichern. Deshalb werden sogenannte Heat Officer ernannt. Ein wichtiger Zukunftsbegriff, den wir hier näher erklären. Heat Officer ist eine Berufsbezeichnung – und einer dieser Begriffe, für den es noch kein deutschsprachiges Äquivalent zu geben scheint. Offizier:in für Hitze vielleicht? Hitze-Beamt:in? Klingt etwas umständlich. Bleiben wir erst einmal bei der englischen Bezeichnung Heat Officer, eingedeutscht und gegendert Heat Officer:in. Das englische heat hat seinen Ursprung im altenglischen hætu und im germanischen hitjõ, woraus sich auch das deutsche Wort Hitze ableitet. Das gilt seit dem 8. Jahrhundert als belegt, seit dem Mittelalter also. Das Mittelalter lag übrigens klimatisch in einem Eiszeitalter. Eisig kalt war es aber nicht – Eiszeitalter heißt nur, dass zumindest einer der Pole vergletschert ist, selbst in einer Warmzeit. Und so war es auch im Mittelalter: Die Pole waren vergletschert und es herrschte eine Warmzeit, das Holozän. Heute leben wir immer noch im Holozän. Nur: Diese Warmzeit droht wegen der menschengemachten Klimakrise zu heiß zu werden. Selbst …

Zwölf Fragen an Sarah-Lee Heinrich

Sarah-Lee Heinrich, geb. 2001, ist seit Oktober 2021 Bundessprecherin der Grünen Jugend und Mitglied im Landesverband Nordrhein-Westfalen. Zudem studiert sie Politikwissenschaften und Soziologie. Themen ihrer politischen Arbeit sind vor allem Soziales, Arbeit, Wirtschaft, Antirassismus und Feminismus. Wer möchtest du sein, wenn du groß bist? Ein glücklicher Mensch, der dazu beigetragen hat, die Gesellschaft zu einem gerechteren Ort zu machen. Welches Tabu würdest du am liebsten sofort enttabuisieren? Dass wir nicht offen über prekäre Arbeit, Geld und Armut sprechen. Wir lösen die Klimakrise, indem … … wir für einen Schulterschluss von Klimabewegungen und Arbeiter:innen kämpfen und gemeinsam jene in die Verantwortung ziehen, die mit der Zerstörung unserer Lebensgrundlage Profite machen. Wovor bist du schon mal weggerannt? Davor, einen Streit mit einem gutem Freund zu schlichten, vor langer Zeit. In welche Zeit würdest du gerne reisen? Zum 31.12.1999, nur um auch dabei gewesen zu sein. Jahrtausendwenden gibt es ja nicht so oft. Was möchtest du lernen? Rollschuh und Schlittschuh fahren, davor habe ich etwas Angst. Was glaubt dir kein Mensch? Dass es mir wirklich egal ist, wie …

Wie skandinavische Inseln die Klimawende einleiten

Klimawende in Skandinavien: Inselbewohner:innen folgen dem Rhythmus der Natur, versorgen sich autark mit grünem Strom und produzieren keinen Müll mehr. Knapp unter dem Polarkreis, auf der norwegischen Insel Lånan, leben Mensch und Tier in Symbiose. Umgeben von glatten Felsen, die aus dem Atlantik ragen wie Walbuckel, wartet Hildegunn Nordum im Mai auf die Rückkehr der Eiderenten. Die zahlreichen, selbst gezimmerten Bruthäuschen hat sie längst mit Seetang präpariert. An einigen hängen Namensschilder. Mette-Marit, Donald und Co brüten in aller Ruhe, weil Menschen ihre Fressfeinde verjagen.  Hildegunn Nordum ist eine von zehn saisonalen Inselbewohner:innen, die ihre Belohnung einsammeln, wenn die Nester der rund 600 Enten verlassen sind: kostbare Daunen, die sie säubern und zu Decken verarbeiten. Einnahmen und Handarbeit stehen nicht im Verhältnis, und doch lebt die Tradition der Ahn:innen. Warum? „Die Eiderenten sind ein Teil von uns und unserer Geschichte. Ohne die Arbeit hier würden Marder und Adler die Herrschaft übernehmen, das ist auf allen entvölkerten Inseln so. Die Eiderente würde verschwinden und damit auch die Daunentradition“, sagte Hildegunn Nordum Journalistinnen des Magazins Norr, die das …

Transkript: GoodNews enorm Podcast Folge 30

Hier findest du eine schriftliche Fassung der Podcastfolge 30 von „Good News enorm“. Wie können wir mit politisch andersdenkenden Menschen konstruktiv ins Gespräch kommen? Und wie können wir uns mit Gleichgesinnten zusammentun, um mehr zu bewirken? In dieser Folge sprechen wir mit Hanna Israel von „My country talks“ und Natalie Wübbolt von „Z2X-Festival“ über politische Zwiegespräche, Zukunftsvisionen von 20- bis 29-Jährigen und was ZEIT Online damit zu tun hat. Das Transkript soll den Podcast möglichst barrierefrei auch nicht-hörenden Menschen zugänglich machen. In dieser Folge spricht Good-News-Redakteurin Bianca Kriel mit Hanna Israel von „My country talks“ und Natalie Wübbolt von „Z2X-Festival“ über politische Zwiegespräche und Zukunftsvisionen.  Bianca: Hallo und herzlich willkommen zu Good News enorm – gute Nachrichten und konstruktive Gespräche. Ein Podcast von Good News und dem enorm Magazin. Heute sprechen wir über „Deutschland spricht“ und das „Z2X-Festival“ von Zeit Online. Aber erst einmal der Gute-Nachrichten-Überblick: Im Ahrtal wurden 50 Hektar Weinberge durch die Flut zerstört – und doch: Die Weinlese für den Jahrgang 2021 kann stattfinden. Dank der Hilfe von Winzer:innen und freiwilligen Helfer:innen, die …

„Ich will es besser machen und nicht nur kritisieren”

2016 gründete sich auf der VeggieWorld-Messe in München die V-Partei3 – Partei für Veränderung, Vegetarier:innen und Veganer:innen. NRW-Spitzenkandidat Simon Thomas will die Ideen seiner Partei in die Bevölkerung tragen, auch wenn es in diesem Jahr vielleicht noch nicht für den Einzug in den Bundestag reicht. Welche Ziele hat er? „Der Grundstein für mein politisches Engagement wurde während meines Studiums gelegt. Ich war hochschulpolitisch aktiv in der demokratisch gewählten Interessenvertretung der Studierenden und wurde dort zum Vorsitzenden ernannt. Mit meinem Team habe ich mich für bessere Studienbedingungen eingesetzt. Das hat mir so viel Freude bereitet, dass ich danach in die Politik wollte und jetzt die Interessen von Veganer:innen sowie sozial denkenden und nachhaltig lebenden Menschen vertrete. Erfahrungen mit Politik hatte ich außerdem schon regelmäßig als Wahlhelfer in einem eigenen Wahllokal gesammelt. Da habe ich viel darüber gelernt, wie unsere Demokratie funktioniert. Wenn ich mir die Politik der letzten Jahrzehnte anschaue, bin ich unzufrieden. Viele Probleme wurden unzureichend angegangen. Zum Beispiel die Klimakrise. Die Fridays for Future-Demos erinnern regelmäßig, dass viel zu wenig gemacht wurde. Es ist …

GOOD NEWS

Klima-Vorbild Dänemark, EU-Kommissarin will Paare trotz Einreiseverbot zusammenbringen, Alnatura erhöht Mindestlohn

Dänemark hat ein innovationsfreudiges Klimapaket verabschiedet, das selbst die Industrie feiert; EU-Innenkommissarin Johansson fordert eine Ausweitung des Partnerschaftsbegriffs, damit auch unverheiratete Partner in die EU einreisen dürfen; Alnatura erhöht den Mindestlohn auf 13 Euro pro Stunde. Das sind die Good News des Tages.

Feministische Außenpolitik

„Ohne Feminismus wird das nichts mit dem Frieden”

Statt auf Macht und militärische Stärke setzt feministische Außenpolitik auf Abrüstung und menschliche Sicherheit. Kristina Lunz, Mitgründerin des Centres for Feminist Foreign Policy (CFFP), spricht darüber, wieso wir mehr Frauen im diplomatischen Dienst brauchen und nur mit Feminismus Frieden schaffen können. Was hat Feminismus mit Krieg und Frieden zu tun? Solange Krieg in unserem kapitalistischen System profitabel ist, wird es keinen Frieden geben. Denn sehr viele machtvolle Personen – und deren Konten – würden darunter leiden. Das Kernthema von feministischer Außenpolitik ist daher Abrüstung. Feministische Außenpolitik stellt vor allem infrage, was in den internationalen Beziehungen als Realismus bezeichnet wird. Im Realismus fokussieren sich Staaten nur auf die eigenen wirtschaftlichen Interessen und darauf, wer am meisten militärische Gewalt einsetzen kann. Was ist das Problem daran? Mach’s gut! Unterstütze unsere publizistische Unabhängigkeit Um möglichst viele Menschen zu erreichen, möchten wir die Inhalte auf enorm-magazin.de frei zugänglich halten und auf Bezahlschranken verzichten. Mit deinem Beitrag unterstützt Du uns dabei! Jetzt unterstützen! Das ist sehr machtzentriert und sehr maskulin – weil Macht in den Händen von Männern liegt. Das …