Der Tradition auf der Spur

/*! elementor – v3.6.7 – 03-07-2022 */ .elementor-widget-text-editor.elementor-drop-cap-view-stacked .elementor-drop-cap{background-color:#818a91;color:#fff}.elementor-widget-text-editor.elementor-drop-cap-view-framed .elementor-drop-cap{color:#818a91;border:3px solid;background-color:transparent}.elementor-widget-text-editor:not(.elementor-drop-cap-view-default) .elementor-drop-cap{margin-top:8px}.elementor-widget-text-editor:not(.elementor-drop-cap-view-default) .elementor-drop-cap-letter{width:1em;height:1em}.elementor-widget-text-editor .elementor-drop-cap{float:left;text-align:center;line-height:1;font-size:50px}.elementor-widget-text-editor .elementor-drop-cap-letter{display:inline-block} Ein Gastbeitrag von Claudia Strobel  Vor drei Jahren reisten wir, Claudia Strobel und Achim Haigis, durch Portugal, mit dem Ziel, Freunde zu besuchen. Begeistert von der reichen traditionellen Handwerkskunst und deren natürlichen Materialien, war die Idee geboren, tiefer in die Welt des portugiesischen Handwerks einzutauchen.  Anstatt unter dem Sonnenschirm am Strand zu liegen, haben wir uns auf die Suche nach Produkten mit Geschichte und außergewöhnlicher Handwerkskunst gemacht. Manchmal fragten wir in den Dörfern auf der Straße oder in kleinen Bars, wo sich das Objekt der Begierde – die Werkstatt eines Keramikers oder Korbflechters versteckt. So kamen wir direkt mit den Menschen in Kontakt und bekamen den einen oder anderen brandheissen Tipp. Die Reise hatte begonnen … /*! elementor – v3.6.7 – 03-07-2022 */ .elementor-widget-image{text-align:center}.elementor-widget-image a{display:inline-block}.elementor-widget-image a img[src$=”.svg”]{width:48px}.elementor-widget-image img{vertical-align:middle;display:inline-block} Das Material aus dem die Träume sind Unsere erste Station führte uns zu Abel und José Luis. Sie benutzen ihre Hände als Instrument für eine alte Kunstfertigkeit, die sie als Kinder von …

Mehr Wien geht nicht: Zu Gast im Hotel Altstadt Vienna

Unsere Autorin Nadine durfte Urlaub in ihrer eigenen Stadt machen. Sie übernachtete im Hotel Altstadt Vienna und erlebte dort ein Wien wie aus dem Bilderbuch. Angefangen vom „Wiener Schmäh“ der Angestellten über die mit Kunst ausgestatteten Räumlichkeiten bis hin zum klassischen Wiener Frühstück mit Semmerl, Butter und Marmelade. Als ich mich auf den Weg ins Hotel Altstadt Vienna mache, scheint die Sonne vom Himmel. Wir haben warme 13 Grad und der Frühling steht bereits in den Startlöchern. Ein perfekter Tag also, um die Stadt von einer neuen Seite kennenzulernen. Das Hotel liegt in der Kirchengasse inmitten von Wiens hippem Bobo-Bezirk „Neubau“. Dort war ich als langjährige Wahlwienerin zwar schon öfter, das Altstadt ist mir bis dato aber verborgen geblieben. Mit der Straßenbahn und zu Fuß mache ich mich also auf den Weg zu meiner Unterkunft für die Nacht. Schnell finde ich sie, denn wie gesagt, die Kirchengasse kenne ich. Beim Eintreten in das alte Patrizierhaus kommt meiner Begleitung und mir gleich ein angenehmer Duft entgegen, der blumig und gleichzeitig pudrig riecht. Er erinnert mich an …

„Wir spüren jetzt die Unterstützung der Europäer wie nie zuvor”

Als die russische Armee auf Putins Befehl hin in die Ukraine einmarschiert, ist das Grand Kiev Ballet gerade auf Tournee in Frankreich. Nun macht die Truppe weiter. Sie wollen, dass der Krieg nicht vergessen wird. Aber wie schafft man es zu tanzen, wenn Bomben auf die Heimat fallen? Auf den ersten Blick scheint alles wie immer, als das Kyjiwer* Ballett am zweiten März auf die Bühne des Theaters in La Teste-sur-Buch im Südwesten Frankreichs tänzelt. Die lieblichen Melodien von Tschaikowskis Schwanensee erklingen. Prinz Siegfried trägt goldbestickten Brokat, Prinzessin Odette einen Kranz aus weißen Federn. Doch nichts ist so wie immer: Als die Vorstellung vorbei ist, treten die Tänzer:innen nach vorne und legen die Hand aufs Herz. Sie singen „Schtsche ne wmerla Ukrajina” („Noch ist die Ukraine nicht gestorben”), die Nationalhymne. Odette schwenkt die blau-gelbe Flagge, während sie auf Spitze tanzt. Das Publikum erhebt sich zu Standing Ovations. Der Vorhang fällt. Die Videos der Aufführung schickt Alexander Stoyanov, künstlerischer Leiter des Grand Kiev Ballets, per Telegram. Fragen kann er nur zwischen zwei Auftritten beantworten: Jeden Tag …

Plauschen mit einer KI

In einer Performance des Künstler:innenkollektivs Interobang kann man sich 50 Minuten mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) unterhalten. Und lernt dabei vor allem viel über sich selbst. Eine Frau führt mich durch die stuckbesetzten Hallen der Sophiensaele in Berlin-Mitte in eine Einzelkabine aus Holz. Mir gegenüber ist ein Bildschirm montiert, auf dem warme Farben wabern. Das ist mein Date. Sobald ich mein Headset aufsetze, sind wir miteinander verbunden. Hallo, ich bin Deep Godot, die Künstliche Intelligenz für deine Altersbegleitung. Unsere Beziehung beginnt hier und jetzt, bitte mach es dir bequem. Er klingt ausgesprochen höflich. Das Pronomen ploppt fast automatisch in meinem Kopf auf, denn die KI spricht mit einer tiefen Stimme und ist nach einer berühmten, männlichen Theaterfigur benannt. Deep Godot erzählt mir, dass er meine Persönlichkeit und meine Bedürfnisse kennenlernen will, um mich angemessen betreuen zu können, wenn ich einmal alt und krank bin. Am Ende dürfe ich entscheiden, ob er die Daten über mich speichern darf oder nicht. Manche Fragen, die ich dir stellen werde, sind sehr persönlich. Wenn dir eine Frage zu nahe …

„Ich zeige eine diverse Gesellschaft“

Die Illustratorin Laura Breiling nimmt in ihren Zeichnungen Machtverhältnisse unter die Lupe. Sie zeichnet das Leben divers, kantig und gerne mit Beinhaaren. Anfangs war sie damit Außenseiterin, heute ist sie pop. „Die hier ist schön, oder?“ Ein Zeigefinger drückt kräftig auf den Griff einer Sprühflasche, feuchter Nebel legt sich auf goldene Blattadern vor einer dunkelgrünen Mooswand. „Das ist eine Juwelorchidee, Macodes Petola.“ Wenn Laura Breiling über ihre Pflanzen spricht, ist ihre Stimme ruhig, beinahe bedächtig. Ein Kontrast zu den bunten Arbeiten, die sie sonst im Internet präsentiert. Die Pflanze mit den Goldadern ist nicht allein. Jede Wand in Breilings Homeoffice erscheint bewachsen, Blätter und Ranken greifen mit grünen Fingern bis unter die hohe Decke. Ein Großstadtdschungel, mitten in Berlin-Kreuzberg. Eigentlich hat die Illustratorin auch noch ein Co-Working-Atelier in Neukölln – aber dort war sie lange nicht mehr, Corona wegen. Seit elf Jahren ist Laura Breiling selbstständige Illustratorin, sechs davon in Berlin. Zwischen Blattwerk und grünem Geäst findet sie Ruhe und Entspannung vom Arbeitsalltag und den lauten Straßen Berlins. Trotzdem bleibt der Kiez eine ständige Inspirationsquelle: …

„Für mich heißt Fotografie, Blicke zu dekolonialisieren“

Nora Hase ist Fotografin. Sie zeigt, wie schwierig es für Schwarze Menschen und People of Colour in Europa immer noch ist, im Alltag sichtbar zu sein. „Für mich heißt Fotografie: unseren Blick zu dekolonialisieren. Die westliche, europäische Sicht ist vor allem von Weißen geprägt. Menschen aus dem Globalen Süden erscheinen häufig in einem Armutskontext, in besonders exotischen oder farbenfrohen Umgebungen. Die Bilder, die wir Fotograf:innen machen, haben einen großen Einfluss auf unser Denken. Darin sehe ich meine Aufgabe: Ich stelle Schwarze Menschen und People of Colour (Black and People of Colour, kurz BPoC) dar und versuche Klischees aufzubrechen, die Menschen aus dem Westen mit dem afrikanischen Kontinent in Verbindung bringen. Ich fotografiere sie in einem anderen Kontext und mache sichtbar, dass und wie BPoC in Europa leben.  Weiße Menschen werden oft im Alltag fotografiert, in ihrem Büro, in Familien oder auf der Straße. Warum fotografieren wir so nicht auch nicht-weiße Menschen? Das gibt es bisher viel zu wenig. Aber solange wir nicht auch visuell zeigen, dass BPoC Teil der Gesellschaft sind, kann sich das Denken …

Wie können wir Kunst und Museen dekolonisieren?

Die Berliner Aktivist:innengruppe Barazani.berlin kämpft mit virtuellen Ausstellungen und kulturellen Aktionen für die Dekolonisierung des Humboldt Forums. Eine Stellungnahme zu Kunst, Kultur und Kolonialismus von Christoph Balzar, Ibou Diop, hn. lyonga und Isabel Raabe. „Dreißig Jahre lang drehte sich der Diskurs in der Museumstheorie darum, ethnologische Museen, früher Völkerkundemuseen, von kolonialen Mustern zu befreien. Die Entscheidung, das Humboldt Forum im Berliner Schloss zu eröffnen, verneint diese dreißig Jahre völlig.  Ethnologische Museen haben ein Problem: Ein Museum ist ein Ort, der darauf ausgerichtet ist, etwas zu zeigen. Ethnologische Museen wollen andere Kulturen zeigen. Was anders ist, wird aber aus einer eurozentrischen Perspektive festgelegt. Weiße Menschen entscheiden, wie sie andere, nicht-weiße Kulturen präsentieren. Wenn eine ethnologische Ausstellung voller kolonialer Raubkunst in diesem preußischen Schloss eröffnet, kann das niemals nicht rassistisch sein.  Die Objekte der ethnologischen Sammlung sollen Kulturen, ihre Glaubensvorstellungen und ihre Wertesysteme darstellen. Ein prominentes Beispiel ist die Statue der Ngonnso, der Gründerin des Volkes der Nso aus Kamerun. In ihrem Land fehlt sie, dort ist sie unersetzlich. Stattdessen steht sie im Humboldt Forum auf einem …

Good News

Diskriminierungsfreie Titel für Kunstwerke, Zucker macht Batterien stark, digitale Menschenrechte stärken

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben rassistisch konnotierte Titel von 143 Kunstwerken aus ihrem Bestand umbenannt; Wissenschaftler*innen aus Australien konnten Lithium-Schwefel-Batterien dank Zucker langlebiger machen; und das Digital Human Rights Lab setzt sich für Menschenrechte im digitalen Raum ein: Das sind die Good News des Tages

Ein Haus mit ganz viel Herz – der Renthof Kassel

Endlich wieder reisen! Wie gut es tut, wieder reisen zu können und dabei auch noch eine Unterkunft von Good Travel zu besuchen, für dessen Akquise ich unter anderem zuständig bin, und diese so auch mal in Echt zu sehen. Total aufgeregt sitze ich also in der Bahn auf dem Weg zum Renthof Kassel. Schon bald darauf zeigt sich die Landschaft um Kassel herum von ihrer schönsten Seite: Kassel ist eine der grünsten Städte Deutschlands und empfängt mich mit strahlend blauen Himmel sowie einem belebten Stadtbild. Der 20-minütige Fußweg vom Bahnhof bis zum Renthof vergeht dabei wie im Flug und ich erhalte die ersten schönen Eindrücke von Kassel. Und plötzlich sehe ich den Renthof Kassel: Ein beeindruckendes historisches Gebäude, zwischen Stadt und Natur gelegen. Schon von außen spürt man die wunderschöne Geschichte des ehemaligen Karmeliterklosters aus dem 13. Jahrhundert. Tradition trifft Moderne Ich gehe durch den wohligen Eingangsbereich und werde mit purer Gastfreundschaft vom Team des Renthof empfangen. Jasmin, Assistenz der Geschäftsführung, nimmt sich Zeit, mir den Renthof mit all seinen vielseitigen Facetten und Hintergründen, genauer …

Übernachtung gegen neue Kunst

Seit nun gut einem halben Jahr haben die Hotels in Deutschland für touristische Übernachtungen geschlossen. Auch Theaterstätten, Kinos, Konzertsäle und andere Kunstorte bleiben bis auf Weiteres erst einmal entfernte Sehnsuchtsorte. Ein Leipziger Hotel geht mit dieser doch mittlerweile sehr kräftezehrenden Situation ganz besonders um und zeigt, dass außergewöhnlichen Zeiten eben außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Hier werden die Kunstschaffenden im Lockdown eingeladen So lädt das Meisterzimmer im Lockdown Kunstschaffende zu sich ein, um die verlassenen Räume der Unterkunft zu bespielen, in ihnen zu leben und zu arbeiten. Die Übernachtung wird dann bezahlt mit neu entstandenen Kunstwerken und Fotografien, denen hier wortwörtlich viel Raum geboten wird. Das Meisterzimmer samt seiner vier Ferienwohnungen befindet sich in einer ehemaligen Baumwollspinnerei aus dem Jahr 1884. Hohe Wände und riesige Fabrikfenster sorgen für ein einzigartiges Freiheitsgefühl und inmitten großartiger Industriearchitektur gibt es hier genügend Freiraum und Rückzugsmöglichkeiten für Kreative. Auf dem übrigen Gelände der alten Baumwollspinnerei kann man zwischen unzähligen Ateliers und Galerien, Kino, Theatern, Läden und dem Café Mule auf gleichgesinnte Künstler*innen, Gründer*innen und Enthusiast*innen treffen und in den Austausch (mit …

Good News

Vertrauen in die Medien wächst, sauberes Trinkwasser dank Sonnenlicht, Initiative plant autofreien Kiez in München

Eine Langzeitstudie hat gezeigt, dass das Vertrauen in die Medien in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen hat; Forscher*innen der Princeton University haben einen Filter entwickelt, mit dem umweltschonend und kostengünstig sauberes Trinkwasser gewonnen werden kann; und die Initiative Nachhaltigkeit will den „Westend-Kiez“ in München in einen autofreien Erlebnisraum umwandeln: Das sind die Good News des Tages