Histourismus

Antikes Antibiotikum

Antibiotika wurden erst im 20. Jahrhundert von einem Schotten entdeckt? Falsch gedacht! Das Wissen um die Bakterienkiller begleitet unsere Spezies schon seit Jahrtausenden.

In einer Szene des Films Midnight in Paris wird der Hauptfigur plötzlich klar, dass seine geliebten 1920er Jahre alles andere als nur golden waren: Denn es gab damals kein massentaugliches Antibiotikum. Trotz fabelhaftem Jazz und der anregenden Gesellschaft von Ernest Hemingway hätte er also damals jederzeit an einer banalen Erkältung sterben können. Die offizielle Entdeckung von Penicillin gelang zwar bereits 1928 dem schottischen Bakteriologen Alexander Fleming, als er bemerkte, dass ein Schimmelpilz namens Penicillium notatum Bakterien abtötete, doch erst in den 1930er- und 40er Jahren gelang es Forscher:innen, den Stoff zu isolieren, zu konzentrieren und für die Massenproduktion tauglich zu machen.

Heilende Kraft eines Baumpilzes

Tatsächlich ist das Wissen um die heilende Kraft der Antibiotika jedoch weit älter, ja es verdichten sich Hinweise, dass sie  die Menschheit schon immer begleitet haben. So führte die berühmte Gletschermumie Ötzi aus der Jungsteinzeit zu Lebenszeiten zwei Exemplare eines Birkenporlings mit sich, ein Baumpilz, der als Parasit auf den namensgebenden Bäumen wächst und durch das in ihm enthaltene ​​Antibiotikum Piptamin antibakteriell wirkt. Dass Ötzi die biochemischen Prozesse hinter der Wirkung des Pilzes eins zu eins verstand, ist sehr unwahrscheinlich. Aber er und seine Zeitgenoss:innen schienen ihn dennoch bereits effektiv als Heilmittel zu verwenden. In

Foto: Generiert mit ChatGPT, bearbeitet von Grafik Good Impact

Der weiße Birkensporling aus der Reiseapotheke des Ötzi: Pilz mit antibiotischer Wirkung

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