Boomer-Soli
Das Land wird älter, schon jetzt gibt es gut 21 Millionen Rentner:innen in Deutschland. In den nächsten Jahren rücken mehr geburtenstarke Jahrgänge nach, die Boomer. Wie sollen die Jüngeren nur ihre Renten zahlen? Eine neue Idee hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin im Sommer in die Debatte geworfen, den Boomer-Soli. Das Konzept: Besser gestellte Rentner:innen zahlen für arme Ruheständler:innen. 10 Prozent Sonderabgabe schlägt das DIW für das wohlhabendste Fünftel vor – auf alle Einkünfte im Alter (gesetzliche Rente, private Rentenvorsorge, Betriebsrenten, Vermögen usw., einen Freibetrag soll es aber auch geben). Von dem Geld wird das Fünftel mit den geringsten Einkommen unterstützt. „Wir dürfen die Lasten nicht nur den Jungen auferlegen, das ist eine Frage der Generationengerechtigkeit, aber auch der Leistungsgerechtigkeit“, sagt Stefan Bach, Steuer- und Verteilungsexperte beim DIW. „Mit dem Modell ließen sich Altersarmut reduzieren, die Rentenkassen entlasten.“ Das Risiko, im Alter zu verarmen, sänke rechnerisch von gut 18 auf knapp 14 Prozent, die ärmeren Rentner:innen hätten etwa zehn bis elf Prozent mehr im Portemonnaie, die wohlhabenden nur drei bis vier Prozent weniger.
Der Boomer-Soli sorgt für mehr Generationengerechtigkeit und ist ein kleiner Ausgleich für ungleiche Lebenseinkommen und Chancen. Die Statistik zeigt: Wohlhabende Rentner:innen sind gesünder, leben länger, bekommen also länger ihre höhere Rente, bei ärmeren ist es umgekehrt. Einbezogen werden sollten auch Beamt:innen, die sonst aus dem Solidarsystem des Sozialstaates ausgegliedert sind.
Bei vielen Wirtschafts- und Sozialverbänden stößt der Vorschlag auf Protest. Er widerspräche dem Gleichbehandlungsgrundsatz, privates Sparen fürs Alter würde unattraktiv, eine Aufgabe des Sozialstaates den Beitragszahlenden aufgebrummt. Bach: „Natürlich lässt sich mit dem Boomer-Soli das Grundproblem der wachsenden Rentenlast nicht lösen. Auf lange Sicht führt am höheren Renteneintrittsalter kein Weg vorbei.“
Umsetzungschancen? *
Inspirationsfaktor ****
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