Über'n Tellerrand

Gib’ uns unser täglich’ Brot von gestern

Abendbrot, Pausenstulle, Brotzeit – Brot begleitet uns durchs Leben und doch schmeißen wir es oft weg. Warum nicht aus den Resten Neues machen, zum Beispiel: Nudeln?

Was essen viele Menschen in Deutschland abends am liebsten? Klar: Abendbrot. Ob aus Roggen, Weizen oder Dinkel, als Schnittchen, Stulle oder Bemme: Eins der ältesten Lebensmittel der Welt wird in rauen Mengen weggekrümmelt – um die 30 Brotlaibe pro Jahr und Mensch. Die deutsche Brotkultur mit ihren nach Angaben des Deutsches Brotinstituts über 3.000 Brotsorten ist sogar immaterielles UNESCO Kulturerbe.

400 Kilometer Brotreste

Und doch: 1,7 Millionen Tonnen Brötchen, Teilchen und Co werden jedes Jahr weggeworfen, die meisten noch genießbar. Würde man sie in Lkw laden, entstünde eine fast 400 Kilometer lange Schlange mit Brötchen-Lkw, die von München nach Frankfurt reichte. Das hat der WWF 2018 ausgerechnet. Ein Teil des Brotmülls landet direkt aus Großbäckereien in Bioethanol-Anlagen oder wird an Tiere verfüttert. Der größere Teil wandert zuhause in die Tonne. Im Schnitt kommt alle zwei bis drei Tage ein Brötchen in den Müll. Die Anbaufläche, die für all das Brot bewirtschaftet werden musste, ist nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft zufolge so groß wie Berlin. 

Wie geht es anders? Zum Beispiel mit Nudeln. Unternehmen wie Eat Wasted aus Kopenhagen oder Heldenbrot aus Konstanz machen aus alten Baguettes und Brötchen neue Pasta: Sie sammeln die Brotreste aus den Großbäckereien, zerkleinern sie zu Semmelbröseln und mischen diese mit Hartweizengrieß und Wasser – fertig ist der Pastateig. Er besteht zu einem Viertel aus Brotesten.

Fussili, Rigatoni, Schokokekse, manchmal aus Ciabattakrümeln

Heldenbrot macht aus den Krümeln nicht nur Fussili und Rigatoni, sondern auch Schokokekse. Allerdings bekommt  man die Brotnudeln nur über Händler wie Leckerfoods. Da…

Foto: Canva

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