Kristin Bürkle, Demokratie in Bewegung

„Ausufernder Lobbyismus und Geldgier, so darf doch Politik nicht laufen!”

Lesezeit:
2 minuten
Datum:
24 September 2021
Themen
Frieden und Demokratie
Wirtschaft
Lesezeit: 2 minuten / Datum: 24 September 2021

BILD: PRIVAT

Seit 2018 ist Kristin Bürkle bei der Partei Demokratie in Bewegung aktiv und möchte dem System ein Update verpassen: Bürger:innen sollen nicht nur alle vier Jahre wählen, sondern Tag für Tag mitbestimmen können.

Wer Mitglied in der Partei Demokratie in Bewegung (DiB) werden möchte, muss ein persönliches Gespräch führen und die Grundwerte teilen: Mitbestimmung, Transparenz, Gerechtigkeit, Vielfalt und Nachhaltigkeit. Kristin Bürkle teilt die Werte zu hundert Prozent. Also wurde sie aktiv.

„Früher war Politik für mich kein Thema, zu sehr reden die meisten Politiker:innen um den heißen Brei herum, beschäftigen sich mehr mit sich selbst als mit Fachthemen. Wie sollte ich da was bewirken? Lange habe ich mir eine Arbeit in der Politik auch nicht zugetraut. Im Studium – Luft- und Raumfahrttechnik – hat sich das langsam geändert. Ich begann politische Dokumentationen zu schauen, auf der Online-Plattform change.org Petitionen zu unterstützen.

Meine Schwangerschaft vor drei Jahren gab den entscheidenden Kick. Nächtelang lag ich wach: In was für eine Welt setze ich mein Kind nur? Wo passiert denn was für Klimaschutz und sozialen Ausgleich? Mir wurde klar: Es ist Zeit zu handeln. Nur wo? Der ausufernde Lobbyismus und die Geldgier in den etablierten Parteien haben mich immer abgeschreckt. So darf doch Politik nicht laufen. Demokratie in Bewegung war anders.

Kristin Bürkle

ist 32, war Kandidatin ihrer Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg und koordinierte den Wahlkampf für die Bundestagswahl. Ihre Ziele: Transparenz in der Lobbyarbeit, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz.

Bild: privat

Demokratie in Bewegung: keine ungerechte Lobbyarbeit

Bei change.org habe ich die Gründung der Aktivist:innenpartei selbst mitbekommen. Die Werte der Partei passen für mich zu hundert Prozent. Wer ein Mandat hat, darf keine bezahlten Nebentätigkeiten übernehmen, Unternehmensspenden sind verboten, ein verbindliches Transparenzregister für Lobbyismus gehört zu den zentralen Forderungen. Alle Mitglieder bestimmen gleichberechtigt über das Parteiprogramm, unabhängig von Alter oder Funktion. Um Mitglied zu werden reicht keine Unterschrift unter einem Antrag, sondern es gibt persönliche Aufnahmegespräche. Teilt man die Grundwerte? Steht man hinter Ethikkodex, Frauen- und Diversityquote? Das finde ich toll.

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Seit Herbst 2018 bin ich fest dabei. Habe für Kommunal- und Landtagswahl kandidiert, Straßenwahlkampf gemacht, kümmere mich um das Onboarding von Mitgliedern. In einigen Gemeinderäten sind wir schon vertreten, bei der Bundestagswahl haben wir als 300-Personen-Partei allerdings keine großen Chancen. Aber wir zeigen Flagge und das wird wahrgenommen. Schade nur, dass nicht mehr Leute aktiv mitmachen. Denn wie soll das gehen, etwas bewegen, wenn nicht mehr Menschen bereit sind, sich dafür einzusetzen?”

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