Sie zaubern extrem lange Beine und hebeln dabei unsere Wirbelsäule ins Hohlkreuz: die elegant-qualvollen Stöckelschuhe. Bis heute gelten Pumps als höchster modischer Ausdruck femininer Erotik. Während Alice Schwarzer in den 70ern gegen den High Heel als Unterdrückungsinstrument von Männern gegen Frauen wetterte, haben sich Feminist:innen heute den Schuh trotz Unbequemlichkeit und gesundheitlicher Risiken auch als etwas Empowerndes angeeignet. Schließlich sind die hohen Treter eine Möglichkeit, auf Augenhöhe mit den oft größer gewachsenen Herren zu gehen oder sie zu überragen. Doch wenn Männer selbst, egal ob queer oder nicht, hohe Schuhe anziehen wollen, sorgt das außerhalb von Laufstegen und Drag-Shows leider immer noch für Häme, Mobbing und Abwertung.
Dabei lohnt sich wie immer der Blick in die Geschichte: Absatzschuhe waren nämlich keineswegs immer eine weibliche Domäne.
Pathos und Würde durch hohe Absätze
Im antiken Griechenland trugen Tragödien-Schauspieler hohe Plateau-Schuhe, die Kothurnen. Die Absätze sollten ihnen Pathos und Würde verleihen. Da damals nur Männer auf die Bühne durften, waren diese Schuhe also keineswegs etwas weibliches. Im Deutschen gab es lange Zeit die Redewendung: „Auf hohem Kothurn schreiten“, wenn sich jemand hochtrabend oder theatralisch – also als Dramaqueen – aufführte.
Auch im alten Japan klackerten Männer und Frauen bereits um 700 v.Chr. auf Getas durch die Gassen – eine Art hölzerne Flipflops auf zwei Keilabsätzen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war dies der gängige Sch…
Blutrote Klassiker: Waren High Heels immer Frauensache?