Südostafrika

Der Zauber von Ubuntu

Das südostafrikanische Malawi ist bitterarm. Und doch gilt das kleine Land in Südostafrika als eines der stabilsten auf dem Kontinent. Wie macht es das?

Im Schatten unter einem schiefen Wellblechdach lehnt Chimwemwe Rajab an einer Wand. Um ihn herum schieben sich einige Kund:innen über den Markt von Zamkutu, einen Vorort von Malawis Hauptstadt Lilongwe. Aus einigen Boxen dröhnen Afrobeats. Die Händler:innen an den Ständen verkaufen bedruckte T-Shirts, Plastikspielwaren, Obst und Gemüse. Der 22-jährige Rajab verkauft Eier. Doch die Einnahmen reichen kaum zum Überleben. „Für unser Geschäft hier in Malawi ist es nicht einfach. Ich habe wirtschaftliche Probleme.“

In unserem Land sind wir sicher, auch wenn wir mit vielen Problemen  zu kämpfen haben.
Chimwemwe Rajab, Markthändler

Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Mehr als 70 Prozent der etwa 22 Millionen Einwohner:innen leben von weniger als 2,15 US-Dollar am Tag. Gerade leidet Malawi unter einer der schwersten Wirtschaftskrisen, die das südostafrikanische Land bisher gesehen hat, die Inflationsrate lag 2024 bei mehr als 30 Prozent. Dennoch zählt Malawi zu den stabilsten Ländern auf dem afrikanischen Kontinent. „In unserem Land sind wir sicher, auch wenn wir mit vielen Problemen zu kämpfen haben“, sagt Rajab. Noch nie hat Malawi einen Bürgerkrieg erlebt, es gibt keine Reisewarnungen, die Kriminalität ist vergleichsweise gering. Mosambik, Südsudan, Zentralafrikanische Republik – viele Länder mit vergleichbarer Armut gelten als unsicher und politisch instabil. Warum ist es in Malawi anders?

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Foto: Julian Hilgers

Markt in Zamkutu, einem Vorort von Malawis Hauptstadt Lilongwe.

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