Nachhaltig bauen

Kühl und cool

Im Sahel ist Beton beliebt, Lehmbau gilt als veraltet. Dabei ist er ökologischer, kühler, billiger. Jetzt verpassen Architektur und Bauwirtschaft der traditionellen Bauweise mit neuen Materialmischungen und zeitgemäßem Design ein modernes Image – und zeigen was Lehmbau kann.

In der Hitze von Bamako verlagert sich das Leben nach draußen. Unter freiem Himmel sitzen Menschen vor kleinen Teegläsern zusammen, diskutieren, lachen oder beobachten das Treiben auf den Straßen. Kinder spielen Fußball zwischen hupenden Motorradtaxis und Autos, die sich durch den dichten Verkehr kämpfen. Selbst am Abend scheint die Hitze kaum nachzulassen.  Die Betonhäuser entlang der breiten Straßen der Hauptstadt Malis saugen die Wärme des Tages wie ein Schwamm auf und geben sie nachts wieder ab. Viele Gebäude zeigen Spuren der Zeit, dabei sind sie meist keine dreißig Jahre alt: bröckelnde Fassaden, verblasste Farben, feuchte Wände. Ohne Strom für Ventilatoren oder Klimaanlagen werden die Innenräume schnell unerträglich. „Wir fahren lieber ans Flussufer, um etwas frische Luft zu bekommen – hier hält man es kaum aus“, sagt ein Mann, dessen weiter Boubou vom Schweiß durchnässt ist.

Beton und Zement verschärfen die Hitze

Trotzdem wächst Bamako weiter in Beton. Überall entstehen neue Gebäude, mehrstöckige Wohnhäuser und Verwaltungsbauten. Seit Jahrzehnten hält der Bauboom an. Beton gilt als Zeichen von Fortschritt, Modernität und Wohlstand. Glas-Beton-Hochhäuser konkurrieren mit grauen, abgerockten Büroklötzen, Hinterlassenschaften aus den Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit, als die Zukunftsvisionen der neuen afrikanischen Nationalstaaten in Zement und Beton gegossen wurden. Dauerhaft sollten sie sein. Sich mit kubistischer Pose von den Dorf-Traditionen absetzen. Und so urban wirken wie die westlichen Vorbilder. „Der viele Zement“, sagt die malische Architektin Mariam Sy, „verschärft das Hitzeproblem in der Stadt.“ Früher wollte man den Hitzestau mit Klimaanlagen lösen – aber Energie ist knapp und teuer. Außerdem tragen die Klimaanlagen  noch zur Erwärmung der Außentemperatur bei. „Dabei haben wir eine bewährte Alternative…

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