Little Colorado River Plateau – eine Hochebene in Arizona. Ein Ort, an dem Leben kaum möglich scheint. Oft fallen hier weniger als 25 Zentimeter Regen pro Jahr, die Temperaturen klettern im Sommer auf 48 Grad, der Boden ist bedeckt von einer dicken Staubschicht. Mal rollt ein Steppenläufer vorbei, in der Ferne steht ein einsamer Saguaro-Kaktus. Und doch sprießen hier auf der Farm von Michael Kotutwa Johnson, mitten in der Wüste, Melonen und Bohnen, Mais und Kürbisse aus dem Sand.
Johnson ist Mitglied der Hopi, einer Gruppe der Pueblo-Völker im Südwesten der USA. Seit mehr als 2.000 Jahren praktizieren sie eine Anbautechnik, bei der sogar in den trockensten Regionen Pflanzen gedeihen können: „Dry Farming“, Trockenfeldbau. Die Methode arbeitet ohne Dünger, Pestizide, Herbizide und Mulch – und ohne künstliche Bewässerung. Stattdessen nutzen die Hopi den geschmolzenen, versickerten Winterschnee und den jährlichen Monsunregen im Juni. Die Bodenfeuchtigkeit überprüfen sie mit einem traditionellen hölzernen Hopi-Pflanzstab. Wüstengestrüpp und Dosen schirmen die heranwachsenden Pflänzchen vor starken Winden und Sandstürmen ab.
Anpassungsfähiger Mais mit Körnern in Indigoblau und Purpurrot
Die Samen müssen im Frühsommer tief in die Erde eingepflanzt werden, bis zu 45 Zentimeter, je nachdem, wo es noch genug Feuchtigkeit gibt. Dafür züchten die Hopi Saatgut, das sich an die Umgebung a…
Trockene Landschaft und doch ein Keim: Dry Farming hat Methoden entwickelt, wie das effektiv geht